Team NLA: Ein Kroate soll es bei SEAT Volley Näfels richten
Annahmespieler Mario Teppert (24) ist mit MOK Zagreb Kroatischer Meister geworden und verspricht Volley Näfels dank seinen zentimetergenauen Annahmen und seinem effizienten Angriffsspiel doch noch ins Playoff-Finale zu spielen. Bisher hat der Ersatz für den verletzten Fabian Brander überzeugt.
Eher schüchtern wirkt der 1.92m grosse Kroate ausserhalb des Spielfelds. Doch schon im ersten Spiel seines Lebens für einen ausländischen Klub konnte der 24-jährige Mario Teppert zeigen, über welche exzellente Technik er im Volleyball verfügt. Seine Annahmen kommen meist perfekt auf den Passeur und obwohl er von seinen Gegnern zu Beginn regelrecht bombardiert wurde, man wollte den Newcomer halt so richtig nett begrüssen in der Schweiz, hielt er dem Druck ohne Probleme stand. Es ist ja auch nicht so, dass er im Volleyball ein Anfänger wäre. Bereits mit elf Jahren begann der aus Osijek in Ostkroatien stammende Mario in der Schule mit dem Volleyball. Schnell lernte er dazu und stetig waren auch seine Fortschritte, so dass er bereits mit 18 Jahren Geld mit seinem Sport verdienen konnte. Sein grosses Talent als Annahmespieler wurde früh erkannt und gezielt gefördert. Waren der Anreiz für das harte Training anfänglich noch die Reisen durchs Land und nachher auch ins Ausland, hat er sich inzwischen längst daran gewöhnt, oft unterwegs zu sein. Er sieht seine jetzige Tätigkeit als Profi-Volleyballer recht pragmatisch. „Es ist mein Job mit welchem ich mein Leben verdiene und wie jeder andere auch, versuche ich diesen so gut wie möglich zu machen“, analysiert Teppert seine Haltung zum Volleyball. „Klar ist es gut, dass ich liebe was ich mache, das hilft natürlich sehr“, aber in erster Linie müsse er doch ganz einfach die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen.
Laninovic und Giba, seine grossen Vorbilder
Im Meisterteam mit Zagreb stand der Informatikstudent an der Seite einiger sehr guter Spieler und Dejan Laninovic (39), mit welchem er auch in der selben Mannschaft stand, war und ist als bester Spieler seines Landes sein grosses Vorbild. Auf Weltniveau nennt er den Brasilianer Giba, welcher gleich gross ist wie er selbst und auch die selbe Position spielt und mit Brasilien alles erreicht hat, was man im Volleyball gewinnen kann. Dank der Teilnahme an der MEVZA-Meisterschaft (Mitteleuropäische Volleyballzone mit Teams aus Österreich, Slovenien, Kroatien, Ungarn und der Slowakei) konnte er schon viele Spiele auf europäischem Topniveau austragen. „An der Seite und vor allem gegen wirkliche Klassespieler steigt auch mein Niveau ganz automatisch“, meint Teppert zu seiner Erfahrung des letzten Jahres. In einigen sehr engen Spielen gegen die Championsleague-Teilnehmer Innsbruck und Wien, sammelte er wertvolle Erfahrung, welche ihm vielleicht schon in den nächsten Wochen gegen die Schweizer Spitzenteams zugute kommen könnten.
Niederlagen waren nicht umsonst
„Nach Näfels bin ich dank der Vermittlung meines Agenten gekommen. Ich spielte in Rijeka an der Adriaküste, aber der Klub geriet in finanzielle Schwierigkeiten und da ich vom Volleyball lebe, wollte und musste ich fort von dort“. Es sei ihm aber überhaupt nicht schwergefallen nun den Schritt ins Ausland zu wagen, schliesslich wollte er schon lange die Chance packen, sich einem breiteren Publikum zu zeigen. Sein Ziel ist ganz klar, sein Können dereinst in einem Spitzenklub irgendwo in Europa zu zeigen. Hier sei er bestens aufgenommen worden und es komme ihm entgegen, dass alle Schweizer Spieler im Team gut Englisch sprechen (so kann ich meine Sprachkenntnisse verbessern). Trainer Polak zollt er hohen Respekt und zeigt sich sehr angetan über seine Trainings. Er erkennt aber auch die Schwierigkeiten der Doppelrolle als Diagonalangreifer und Coach während des Spiels. Gefragt ob er sich selbst bewusst sei über die Wichtigkeit seines Spiels für das ganze Team erkannte er: „Ich weiss, dass ich der Mannschaft viel geben kann, vor allem wenn der Druck steigt und ein Spiel in die entscheidende Phase kommt. Und vielleicht waren die beiden letzten Niederlagen nicht umsonst“, blickte er zurück. Es könne auch sein, dass die ganze Mannschaft nun umso fokussierter in die drei letzten Spiele steigen werde.
In der Tat zeigt sich ja auch in diesem Moment der Meisterschaft wie ausgeglichen die Mannschaften sind, vielleicht mit Ausnahme von Volley Amriswil, welches bisher kein Spiel verlor in der Playoff-Qualirunde und mit nur noch einem Sieg alles klar machen kann, seinen Titel erneut verteidigen zu dürfen. Wer aber gegen die Blauen aus der Ostschweiz antreten darf, steht noch in den Sternen. Dazu abschliessend Mario Teppert: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das sein werden, denn wer sagt schon, dass wir in Lausanne und Amriswil nicht auch gewinnen können“?



























































































