Sonntag, 24. Februar 2008; 02:40
Allgemein

Swiss Cupfinal: Verpatzte Saison nicht ganz gerettet

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels gewinnt zum fünften Mal in seiner Geschichte die Silbermedaille an einem Cupfinal.   Was viele insgeheim gehofft hatten trat nicht ein. Den Spielern gelang es nicht über sich hinauszuwachsen, was aber nötig gewesen wäre um dieses starke Lausanne UC schlagen zu können und den Cuptitel zu verteidigen.

„Ich fühle mich etwa so, wie schon oft diese Saison. Der Spielverlauf in diesem Cupfinal reflektiert auch den Verlauf der ganzen Meisterschaft“, meinte ein gefasster Manager Ruedi Gygli nach der Finalniederlage. Er der eigentliche Architekt der ersten Mannschaft von SEAT Volley Näfels anerkennt damit auch, dass es ihm diese Saison nicht gelungen ist, die verbliebenen Spieler der letztjährigen Meistermannschaft mit den passenden Zuzügen zu ergänzen. Wenn ihm dies in all den Jahren zuvor meist vorzüglich gelungen ist, heisst das nun nicht, dass er sich vom relativen Misserfolg dieser Saison entmutigen lässt. Im Gegenteil, Gygli sprüht schon wieder vor Ideen mit welchen Spielern er denn die neue Meisterschaft in Angriff nehmen könnte. Noch ist es ein bisschen zu früh und es fehlen ja auch noch die Spiele gegen Sursee, aber seine Planung hat längstens begonnen.

 

Captain Sutter stellt sich vor Lastres

Captain Andy Sutter analysiert nach dem Spiel: „Wir hatten eine recht schlechte Saison und trotzdem schafften wir den Einzug in den Cupfinal. Logisch dass wir unsere ganze Hoffnung auf den Sieg gesetzt haben. Wir haben auch alles gegeben und sind jetzt umso mehr enttäuscht zu sehen dass es trotzdem nicht geklappt hat“. Sutter sieht vor allem Probleme in der Annahme zum Schluss des ersten Satzes. Dabei steht er aber in seiner Funktion als Captain schützend vor seinen Mitspieler Lastres. In Tat und Wahrheit war dieser mit seinen drei Angriffsfehlern ab Spielstand 20:21 dafür zuständig, dass Satz eins nach grossartigem Kampf zuvor, noch klar verloren ging. Die Serie von Floatservices von Urs Günthör (De) brachten Näfels’ Annahme etwas ins Zaudern und Passeur Bedrac suchte für seine Zuspiele immer Vladimir Lastres, anstatt die Bälle besser zu verteilen. Der aber machte nur noch Fehler. Dieses schnelle Ende war bestimmt ein sehr schlechter Lohn für das begeisternde Spiel der Näfelser an ihrem 12. Cupfinal.

 

Passeur Chevallier die Überraschung

Eigentlich war der Auftritt im Startsatz so gut, dass sich die Benne-Truppe durch den dummen Satzverlust noch lange nicht gleich den Schneid hätte abkaufen lassen sollen. Doch genau dies trat leider ein. Lausanne UC nun selbstsicher, spielte gross auf und dies unter dem Diktat von Ersatzpasseur Sebastien Chevallier. Cédric Hominal war zwar dabei, kam aber nie zum Einsatz und das war auch nicht nötig, denn Chevallier löste seine Aufgabe dermassen gut, dass er gleich auch noch zum besten Spieler Lausannes’ gewählt wurde und dafür den goldenen Volleyball bekam. „Ich bin unheimlich glücklich darüber und vor allem in einem Cupfinal der Volleyball-Schweiz gezeigt zu haben wozu auch ich in der Lage bin“, meinte strahlend der frischgebackene Cupsieger und Beach Volleyball-Partner von Mittelblocker Roman Sutter. Urs Günthör zollte aber auch ein grosses Lob an seinen Trainer Carl McGawn: „Wenn ich auf den Saisonanfang zurückblicke, sind die Fortschritte welche wir unter diesem Super-Trainer gemacht haben ganz einfach sensationell“. Auch der Mittelblocker hat mit dem TV Amriswil bereits zwei Silbermedaillen im Cup geholt und freute sich deshalb diebisch über seine erste Goldene.

 

 

Die Silbermedaille ist ein Erfolg

Trotz gutem Willen und totalem Einsatz der meisten Näfelser mussten sie alle mit Fortdauer des Spiels erkennen, dass hier die aktuell beste Mannschaft der Schweiz auf der andern Seite des Netzes stand. Von Nervosität war nun nichts mehr zu sehen im Gegenteil. Den Vaudois gelang nun eine schier makellose Präsentation ihres ganzen Könnens und sie zogen ihr Ding voll durch und blieben konzentriert bis zum Schluss. Es gelang Underdog Näfels im Gegensatz zu Lugano im letztjährigen Cupfinal gegen Näfels nicht einmal der Satzgewinn zur Verbesserung des Resultats. So gesehen muss man auch die Silbermedaille als einen Erfolg betrachten, ungeachtet des Resultats. Zum Einzug in diesen Final hat man immerhin mit Sursee und Amriswil zwei Klubs aus dem Rennen geworfen, welche in der Meisterschaft klar erfolgreicher waren. Goldmedaillen und Titel sind schön, nur wer aber auch einer Silbermedaille etwas Positives abgewinnen kann, ist nachher wieder bereit nach Höherem zu streben.