Supercup in Lausanne: Nach der Finalniederlage gilt nun die Devise - ruhig weiterarbeiten
Überhaupt keiner in der Halle von Lausanne-Dorigny wettete beim Stand von 7:14 im tie break noch einen einzigen Fünfer auf das Team in gelb. Einmal mehr gelangte man nach diesem Thriller zur Erkenntnis, dass es immer auch noch den allerletzten Punkt braucht, bevor der Siegesjubel losbrechen kann. Und ausserdem zeigte sich gestern erneut dass es manchmal einfacher ist sich selbst als den Gegner zu schlagen.
Bild: rkk-Wer geglaubt hat die Meldung der erstmaligen Finalniederlage an einem Supercup von SEAT Volley Näfels sei eine Ente, musste sich leider eines Besseren belehren lassen
Obwohl für den TV Amriswil der Supercup nicht einen allzu hohen Stellenwert geniesst, geht mit dem erstmaligen Sieg in einem Finalspiel der Blauen aus dem Thurgau über die Gelb-Schwarzen aus dem Glanerland gewissermassen ein Ära zu ende. Seit Jahren haben die Thurgauer versucht das Bollwerk der Glarner zu knacken. Manchmal knapp aber meistens klar unterlagen sie dem meist besseren, manchmal aber schlicht auch glückhafteren Spiel der Näfelser Volleyballer. Und fast schien es auch gestern wieder in letzter Minute noch zu kippen. Wohl noch nicht oft ist es einer Mannschaft gelungen einen 7:14 Rückstand in einem tie break noch auszugleichen. Plötzlich flatterten die Nerven. Nicht schon wieder, dürften sich da vor allem die Verantwortlichen auf Amriswiler Seiter gesagt haben. Wohl hatten die Spieler auf dem Feld überhaupt keine Zeit, sich gross Gedanken zu machen. Mittelblocker Büschi war es, welcher mit seinen perfiden Flatterbällen die sonst sichere Annahme der Amriswiler plötzlich noch arg ins straucheln brachte. Mit seiner grossen Erfahrung trug er die zentnerschwere Verantwortung bei jedem neuen Service mit erstaunlich grosser Ruhe und Gelassenheit. Eigentlich war ja eh schon alles verloren.
Es war schwer auszumachen was in der Halle beim Ausgleich zum 14:14 grösser war, der Jubel der Glarner Fans oder der Schrei des Entsetzens der mitgereisten Amriswiler. Oder war es gar das Erstaunen der wenigen noch anwesenden Zuschauer aus der Gegend von Lausanne?
So oder so, das Spiel ging weiter und zwischen Bangen und Hoffen erlebte man einmal mehr wie schön doch diese Momente des Sports sein können. Im Volleyball braucht auch keiner den andern zu stossen und zu beschimpfen und trotzdem oder eben gerade deshalb, sieht und erlebt man packende Momente wie eben die der Entscheidung des diesjährigen Supercups. Klar, für die Spieler war es Stress pur, "mein ganzer Körper hat gezittert," meinte ein enttäuschter Fabian Brander nach dem Spiel zu den vielleicht hektischten Punken seiner ganzen Volleyballer Laufbahn. Marco Bär ging als einziger Titelverteidiger aus der Halle und lachte verschmitzt: "Meine Lehre bei Näfels war gut, doch das Erlernte habe ich jetzt mitgenommen."
Nun aber zu glauben dass dieser Finalsieg gleichzeitig ein Dammbruch darstellt für den TV Amriswil und dieser nun zu einer Siegesserie durchstartet, scheint bei der Ausgeglichenheit der besten Klubs dieses Jahr eher unwahrscheinlich. Es ist aber umso sicherer, dass noch grössere Überraschungen kommen werden im Verlauf dieser Saison, denn da gibt es einige Mannschaften die sich ganz klar zu wenig gut verkauft und ihr Licht gehörig unter den eigenen Scheffel gestellt haben. Und zu guter Letzt ist da ja auch noch der CS Chênois den man nie vergessen darf, wenn es darum geht die beste Mannschaft im Herren Volleyball der Schweiz zu suchen.
Die beiden pdf-Dateien enthalten Impressionen des diejährigen Supercups. Unbedingt anschauen....
- Dateien:
Supercup_I_070929.pdf3.45 Mi
Supercup_II_070929.pdf2.90 Mi



























































































