Montag, 13. Januar 2014; 07:24
NLA

Starker Auftritt von Biogas Volley Näfels im Tessin

Von: Köbi Hefti

Obwohl Biogas Volley Näfels die spannende und hochkarätige Partie gegen Lugano 2:3 (23:25, 25:17, 24:26, 25:22, 11:15) verlor, das positive Fazit überwiegt. Näfels brachte den Liga-Primus in dessen Heimhalle an den Rand einer Niederlage.

 

Teammanager Ruedi Gygli zeigte sich nach dieser Niederlage und dem ersten Härtetest seit langer Zeit nicht enttäuscht und erklärte: „Klar, wir hätten 3:2 oder gar 3:1 gewinnen können - aber das Wichtigste für mich ist die Erkenntnis, dass wir mit Lugano mithalten können Es gelang uns den Leader nervös zu machen und so zu Fehlern zu zwingen.“

Die Analyse des Spielverlaufs bestätigt Gyglis Aussage von A bis Z. Im ersten Satz konnte sich kein Team absetzen. Näfels führte bei den Time-outs jeweils mit einem Punkt Vorsprung. Schon in diesem Startsatz zeigte sich, dass dieses Spiel der Höhepunkt der bisherigen Saison werden würde. Mit pfeilschnellen Angriffen auf beiden Seiten wurde Volleyball der Extraklasse geboten. Nur wenn die Services die Annahme unter Druck setzte, gab es Chancen das Side-out des Gegners zu verhindern. Zum Satzende vermochte Lugano zuzusetzen, während bei Näfels nicht alles optimal gelang. Das Heimteam gewann so den Satz 25:23. In der Pause vor dem zweiten Satz sprach Polak intensiv mit seinen Spielern, gab ihnen klare Anweisungen. Lugano blieb jedoch zu Beginn die erfolgreichere Equipe. Als Milanez beim Stand von 13:12 zum Service kam, wurde aus diesem engen Satz aber eine klare Sache. Der Brasilianer setzte Lugano mit seinen variantenreichen Services so stark zu, dass Näfels sich fünf Punkte in Folge gutschreiben lassen konnte. Mit einem klaren Vorsprung im Rücken lief das Spiel der Glarner wie am Schnürchen. Lugano wurde an die Wand gespielt. Der Satz ging mit 25:17 an Näfels.

Das Spiel im Griff gehabt
Näfels knüpfte auch im dritten Satz dort an, wo es aufgehört hatte. Die Glarner waren die tonangebende Mannschaft. Zwar hatte man die Angriffe, welche Lugano über die Mitte mit Lehtonen und Simac in einem horrenden Tempo spielte, weiterhin kaum im Griff. Aber über die Aussenpositionen hatte Näfels klare Vorteile. Vor allem die schnell vorgetragenen Kombinationen Mitte-Aussen konnte Lugano kaum parieren. Näfels führte 16:12 und später 19:16, bis Luganos Passeur Garnica zum Service schritt und die Annahme der Glarner vor unlösbare Probleme stellte. Zwar kamen die Glarner trotz der ungenauen Annahmen zum Angreifen, doch der Block der Tessiner war stets zur Stelle, drei direkte Blockpunkte die Folge. Näfels kämpfte jedoch weiter und revanchierte sich mit Alexanders Servicegeschossen im Gegenzug. Leider nahmen die Schiedsrichter auf den Ausgang dieses Satzes dann massgeblich Einfluss, als sie ein diskussionsloses Service-Ass nicht gaben und so Lugano den Ausgleich zum 22:22 erlaubten. Zwar kam Näfels noch zu einem Satzball, doch Lugano holte sich den Satz am Ende mit 26:24.

Kleiner Impuls – grosse Wirkung
Zu Beginn des vierten Satzes geriet Näfels in Rückstand. Es schien, dass der ärgerliche Satzverlust nachwirkte. Polak reagierte und brachte Gygli als Passeur. Dieser fügte sich sofort perfekt ins Team ein. Marco Gygli dazu: „Ein kleiner Impuls kann reichen, dass plötzlich alle wieder besser spielen.“ Und wie sie spielten, es war Volleyball zum Geniessen. Schnell, variantenreich und fehlerlos. So drehte Näfels diesen Satz noch und gewann ihn mit 25:22.

Der Start im Entscheidungssatz misslang Näfels. „Wir verspielten den Sieg gleich am Anfang“, sagte Passeur Gygli zum vorentscheidenden 3:8 Rückstand. Zwar holte Näfels nochmals bis zum 10:11 auf, doch Lugano liess sich nicht verunsichern und gewann das Tie-Break 15:11.

Grosses Lob des generischen Topscorers
Lugano hat in diesem Spiel erstmals einen Punkt verloren. Sein Topscorer Jöel Bruschweiler dazu:
„Wir haben heute zwei Punkte gewonnen und nicht einen verloren. Das war ein echt schwerer Match. Näfels hat sehr gut und sehr schnell gespielt und uns grosse Probleme bereitet. Ich gratuliere Näfels für den Punktgewinn und uns für unsere kämpferische Leistung und dass wir in den entscheidenden Momenten zulegen konnten.“

Auch Dalibor Polak äusserte sich positiv: „Wir gerieten zweimal klar in Rückstand, kamen dann aber zurück, das war super. Wir haben immer gekämpft.“ Und dann wagt der Trainer einen Blick in die Zukunft: „Es war heute noch nicht die Zeit, dass wir Lugano schlagen, aber das kommt noch.“

Captain Büsser sieht es ähnlich wie Polak: „Es ist egal, dass wir heute nur einen statt zwei oder drei Punkte gewannen. Auch bei einem Sieg hätten wir Lugano nicht mehr überholen können. Wichtig ist, dass wir heute wirklich gut spielten und Lugano alles abverlangten.“ Die Aussicht auf die nun folgende Phase darf Näfels mit viel Zuversicht angehen. Noch brachte man Lugano nur zum Stolpern, und nicht zu Fall, ein Klassenunterschied zwischen diesen beiden starken und kompakten Teams war aber nicht auszumachen.

Matchtelegramm
Halle: Palestra Palamondo, Cadempino- Lugano
Samstag, 11.1.2014, 18:00

Spieldauer  132 Minuten
Zuschauer: 300
Schiedsrichter: Nellen Christian, Wyler-Hefti Nadine

Energy Investments Lugano – Biogas Volley Näfels 3:2 (25:23, 17:25, 26:24, 22:25, 15:11)

Energy Investments Lugano:
Garnica (Passeur), Rosic (Libero), Lehtonen, Bruschweiler, Banderò,  Mariano, Simac, Hübner (Captain), Rizo, Dusan
Trainer: Mario Motta

Biogas Volley Näfels:
 Milanez (Passeur), Sutter (Libero), Bittner, Pulko, Alexander, Nico Beeler, Ehrat, Büsser (Captain), Gygli Luca Beeler; abwesend: Martinez (rekonvaleszent)
Trainer: Dalibor Polak

Nach Dalibor's Pausenanalyse gehts konzentriert zurück aufs Feld.