Samstag, 26. Mai 2007; 23:39
Allgemein

Sieg nach Ladehemmungen - Schweiz-Österreich 3:2 (21:25, 25:27, 25:14, 25:21, 15:11)

Von: Rolando K. Küng, Schaan FL

Die Schweiz besiegt Österreich im Tie-Break nachdem die Eidgenossen mit 2:0 Sätzen zurück lagen. Anders als im ersten Spiel in St.Gallen, welches glatt mit 3:0 gewonnen wurde, brauchte es im Ländle erst die Besinnung auf die eigene Stärke und den Kampf, um es dem Austria Team zu zeigen. Für die Zuschauer war es eine unterhaltsame Partie auf ansprechendem Niveau.



“Ich glaube an euch, ihr könnt das Ding noch drehen,” sagte Trainer Michel Bolle in der Pause vor dem dritten Satz. Dabei wirkte er keineswegs angespannt oder verzweifelt, sondern ruhig und sehr sicher. Und wohl waren es die treffenden Worte im richtigen Ton, welche die Spieler ab Umgang drei das Heft resolut in die Hand nehmen liess.

Doch der Reihe nach. Im ersten Satz führten die Eidgenossen mit bis zu fünf Punkten Vorsprung um sich nachher mit Eigenfehlern und einer Leistungssteigerung des Gegners die Butter noch vom Brot nehmen zu lassen. Wohl waren einige Spieler in Gedanken noch beim sicheren Sieg vom Vortag in St.Gallen und dachten sich, dass das in diesem Spiel auch wieder so sein würde.

Der 2. Satz zeigte ein ausgeglichenes Spiel, keinem gelang es entscheidend wegzuziehen. Dabei waren es aber auf beiden Seiten vor allem Eigenfehler (Service) welche den Zählerstand noch oben trieben. Bei 16, 22 und letztmals 25 Punkten erreichte man je wieder den Gleichstand. Dann fassten sich aber die Spieler unter Meistertrainer Claudio Cuello von Hotvolleys Wien ein Herz und schafften die notwendigen zwei Zähler Vorsprung zum Satzende bei 25:27.


Schweiz im dritten Satz klar dominierend 

Satz drei war eine Volleyball-Lektion der Schweizer Nati an ihren Gegner aus dem Volleyball-Verrückten Österreich. Wohl wirkten die Worte von Trainer Bolle derart Wunder in den Köpfen der Spieler mit dem weissen Kreuz auf der Brust, dass sie sich aller ihrer Stärken besannen und die Cuello-Truppe regelrecht an die Wand spielten. Gerade mal sieben eigene Angriffspunkte schafften die Österreicher. Demgegenüber standen 12 Punkte im Angriff sowie je drei mit dem Block und dem Service des Schweizer Nationalteams. Den Satzball verwandelte Christian Willi, welcher über das gesamte Spiel 16 Punkte erzielte und sich sehr positiv in Szene setzen konnte.


Österreich rappelt sich auf

Nach dieser Klatsche für das Austria Team erwarteten die Zuschauer eine klare Leistungssteigerung. Derart weit auseinander lagen die beiden Teams leistungsmässig ja nicht. Und so wurden die etwa gleichmässig aus Schweizern und Österreichern verteilten Fans Zeuge eines viel besseren vierten Satzes. Zur guten Stimmung trug nebst dem Spiel nun auch noch der Speaker bei, welcher analog einem Fussballspiel die Begeisterung zwischen den Lagern anfachte und so die Stimmung zum kochen brachte. Trotz einem Vorsprung von einigen Punkten liess sich Österreich nicht abschütteln und blieb dran. Trainer Cuello coachte in dieser Phase sehr geschickt und hielt seine Mannschaft im Spiel. Bei 23:21 kam der Gegner den Schweizern wieder bedrohlich nahe. Nun nahm auch CH-Nationaltrainer Bolle ein time-out. Dieses zeigte Wirkung, denn ohne weiteres Tändeln wurden die restlichen zwei Punkte ins Trockene gebracht und wiederum war es Willi, welcher diesmal mit einem herrlichen Block den Gleichstand in den Sätzen herstellen konnte.


Schaulaufen der Schweizer-Nati zum Schluss

Das Tie-Break war ein eigentliches Schaulaufen zum Abschluss einer überraschend verlaufenen Partie. Immer lagen die Schweizer vorn und es zeigte sich spätestens jetzt, dass die konditionellen Vorteile klar auf ihrer Seite lagen. Im Service mit viel mehr Druck, in den Annahmen stabil und im Angriff präziser sorgten sie dafür, dass bei den vielen Austria Fans nicht mehr allzu viel Euphorie aufkommen konnte. Vielleicht bezeichnend dafür wie ausgepumpt die Österreicher am Schluss waren, ist der Fehler von Topskorer Philip Schneider (21 Punkte) welcher seinen letzten Angriff ins eigene Netz versenkte.

26-Mai-2007 - Sporthalle Schaan FL – 600 Zuschauer – Spieldauer 121 Minuten. SR: Heinz Tschumi (CH) – Alexander Sikanjic (LIE)

Schweiz – Österreich 3:2 (21:25, 25:27, 25:14, 25:21, 15:11)

Schweiz: Bär (Passeur), Werner (Libero), Willi, Wiacek, Schläpfer, Brüschwiler, Büschi, Brander, Froesch, Eichenberger, Hominal, Heyer. Abwesend: Sutter und Wälchli. Trainer: Michel Bolle

Österreich: Binder (Passeur), Schützenhofer (Libero), Gavan, Reiser, Schneider, Mellitzer, Laimer, Laure, Zass, Schachingef, Wohlfahrtstaetter, Hirczy, Trainer: Claudio Cuello (Arg)

 

SEAT Volley Näfels-Trainer Michel Bolle hier als Nationaltrainer mit Libero Werner und Mittelblocker Büschi