Montag, 23. November 2009; 11:46
Allgemein

SEAT Volley Näfels war für Lausanne UC zu stark

Von: Köbi Hefti

Spielertrainer Dalibor Polak hat sein Team perfekt auf den Gegner Lausanne UC eingestellt. Die verordnete Taktik ging auf. Seat Volley Näfels überzeugte mit der bisher besten Leistung in dieser Saison. Näfels siegte am Genfersee 3:0 und grüsst allein von der Tabellenspitze.




Manfred Müller, der das Team erstmals allein von der Bank aus coachte, benötigte  nach dem Spiel nicht viele Worte, um die Leistung der Mannschaft nach dem überraschend klaren, vielleicht zu klaren 3:0 Sieg gegen den bisherigen Leader Lausanne UC zu würdigen. „Es passte alles zusammen, das war eine perfekte Leistung des ganzen Teams.“ Nach diesem Spiel wäre es falsch, einzelne Spieler hervorzuheben, auch wenn der eine oder andere mit seinen kräftigen Angriffen besonders auffiel. Am Samstag war das Team der Star. Jeder Akteur spielte so, wie es die von Trainer Polak vorgegebene Marschroute verlangte. So wollte Polak die Annahme und Defensive stärken und nominierte Zurgilgen in die Startformation anstelle des offensiv stärkeren Branders. Diese Massnahme zahlte sich aus.

 

Dickes Lob von Carrel

Zurgilgen zeigte in der Annahme und Defensive an der Seite von Libero Werner und Captain Meyer eine tadellose Leistung. Die meisten Bälle kamen sehr genau zu Passeur Gygli, so dass dieser ein schnelles und überraschendes Spiel aufziehen konnte. Immer wieder gelang es ihm, die Angriffe über die Aussenpositionen so zu lancieren, dass Lausanne UC den vom 2.10 Meter Mann Seifert angeführte Block nicht mehr sauber stellen konnte. Auch LUC Urgestein Georges-André Carrel war beeindruckt vom Spielaufbau: „Gygli hat gut und stabil gespielt.“ Der diesjährige Stamm-Passeur zum Spiel: „Unsere Taktik ging voll auf. Wir servierten gut und bewusst nie auf LUC Captain Wiacek und liessen diesen so nicht ins Spiel kommen. Unsere Angriffe wollten wir so oft wie möglich über Aussen vortragen, weil dort der Block von Lausanne mit den eher kleineren Spielern weniger stark ist.“

 

Angstgegner Näfels?

LUC Coach Dufaux sprach von einem verdienten Sieg der Glarner: „Näfels war in allen Belangen besser als wir. Sie waren physisch und mental stärker. Näfels zeigte ein einfaches, jedoch sehr sauberes Spiel.“ Hinzu kam, dass mit dem Ausfall von Opota die grosse Teamstütze bei den Einheimischen fehlte. Im Hinspiel in Näfels war er die grosse Figur und stellte Näfels vor unlösbare Aufgaben. Nach seiner Schulterverletzung dürfte die Saison jedoch für ihn gelaufen sein. „Wir litten sehr unter der Abwesenheit unseres Diagonalspielers“, bestätigte auch Carrel. Ersatzmann Guerra zeigte zwar eine starke Leistung und war der beste Punktesammler. Doch dies allein reichte nicht, denn Grün und vor allem Wiacek blieben oft wirkungslos und am gut disponierten Block von Näfels hängen. Auf die Frage, ob LUC Angst vor Näfels habe, meinte Nationalspieler Augsburger: „Ja, es scheint so zu sein. Aber Näfels spielte auch stark, während wir nach dem missglückten Start nicht zu unserem Spiel fanden.“

 

Näfels‘ Mut zum Risiko zahlte sich aus

In der Tat, in vielen Detail-Statistiken liegt Seat Volley Näfels vorne: 4:0 direkte Servicepunkte, 11:5 Killerblocks, 10:4 Angriffspunkte der zentralen Angreifer und Insgesamt 42:33 Angriffspunkte. Nur die Statistik der nicht erzwungenen Fehler sieht bei Lausanne klar besser aus: 16:27. Doch viele der Fehler von Näfels sind auf das hohe Risiko der Glarner bei Angriff und Service zurückzuführen, welches sich zumindest am Samstag auszahlte und zu sehr vielen Punkten führte. Das Schlusswort gehört dem strahlenden Captain Meyer: „Ich bin stolz auf das Team.“

Bild: Köbi Hefti - Captain Gustavo Meyer dreht auf und wird seiner Leaderrolle gerecht