Samstag, 30. Dezember 2006; 20:27
Allgemein

SEAT Volley Näfels vs Brother Martinus Amstelveen 0:3 (20:25, 17:25, 20:25)

Von: Rolando K. Küng

Ein entkräfteter SEAT Volley Näfels verliert sein drittes Spiel an diesem Turnier und belegt somit auch den dritten Platz. Verdienter Sieger wird Schuloc Halen welches ungeschlagen nach Belgien zurückkehrt. Bei den Glarner Volleyballern machte sich im Schlussspiel die Müdigkeit klar bemerkbar und so konnten sie dem guten Spiel der Holländer nicht mehr viel entgegenhalten. Das Turnier war ein voller Erfolg und hinterliess bei den eingeladenen Teams in jeder Hinsicht einen hervorragenden Eindruck. „Für die Nati war dieses Turnier gar Gold wert,“ meinte ein sehr zufriedener Nationaltrainer Michel Bolle nach Abschluss.

 

„Ich bin niedergeschlagen!“ Libero Daniel Werner sagte damit in drei Worten, was die ganze Mannschaft unmittelbar nach der klaren Niederlage empfand. Müde und etwas stumpf wirkten die Spieler von Anfang an und in jedem Satz kamen durch den Druck welchen die Holländer beim Service erzeugten, die Fehler schon fast von alleine. Zu stark war die Annahme und vor allem der Block der körperlich überlegenen Holländer, als dass sich SEAT Volley Näfels auch nur einen Satzgewinn erträumen konnte. „Amstelveen hat mit ihren Services, welche teilweise Weltklasse hatten, die Näfelser Annahme stark unter Druck gesetzt“. Dies die Analyse von Michel Bolle und er unterstrich dazu noch die fehlende Effizienz im Angriff.

 

Klare Niederlage, aber….

 

Der Ausgang dieses Spiels war sehr klar, aber SEAT Volley Näfels hat in drei Tagen insgesamt 16 Sätze gespielt und dies grösstenteils auf einem sehr guten Niveau. „Ich habe versucht zu vergessen, dass ich eigentlich sehr müde bin,“ meinte Andi Sutter, aber die Batterien seien auch bei ihm leer gewesen. Jeder sei aber in der Lage seine Schlüsse aus dem Auftritt bei diesem Turnier zu ziehen. Er sieht es nicht als Nachteil mit einer Niederlage ans CEV Turnier in Anhovo (SLO) reisen zu müssen. Der klare Sieg gegen Bratislava wird durch den gesamthaften Auftritt der Pressburger etwas relativiert, welche doch auf der ganzen Linie enttäuschten und sich bei Präsident Görauch auch für ihre Leistung entschuldigten. Im Spiel gegen Schuvoc Halen haben die Näfelser Volleyballer aber ein sehr gutes Spiel gezeigt und der Sieg hing ja am berühmten seidenen Faden. Ausserdem stehen die Belgier in ihrer Meisterschaft ja direkt hinter der Spitzengruppe und dort wird Volleyball schon lange auf einem höheren Niveau gespielt als hierzulande.

 

Zwei freie Tage und dann Vorbereitung auf erstes grosses Saisonziel

 

Nun folgen zwei trainingsfreie Tage bevor ab Berchtoldstag bereits die Vorbereitung auf die beiden Spiele am CEV Turnier erfolgt. Dort haben die Näfelser bereits am Freitag Gelegenheit im Spiel gegen die Holländer von HVA Amsterdam zu zeigen, dass sie gegen Amstelveen unter ihrem Wert geschlagen wurden. Bereits einen Tag später folgt das Spiel gegen den Gastgeber aus Slowenien, Salonit Anhovo Kanal. „Wir wollen beide Spiele gewinnen, das ist unser erklärtes Ziel und dafür haben wir jetzt drei Monate derart hart trainiert,“ meint ein kämpferischer Andi Sutter. Passeur Marco Bär analysiert: „Es muss uns gelingen, das Positive aus diesem Turnier mitzunehmen, dann war es auch automatisch eine gute Vorbereitung auf die beiden Spiele in Anhovo.“

 

Die Mannschaft hat zwar am Volley Open nicht restlos überzeugt, verdient aber trotzdem den Kredit und das Vertrauen aller. Es wird konzentriert und sehr seriös gearbeitet und Trainer Serramalera überlässt nichts dem Zufall. Wenn es seiner Mannschaft gelingt im richtigen Moment die Top-Leistung abzurufen, ist noch vieles möglich in dieser Saison.

 

Stimmen

 

Michel Bolle: Für die Nati waren diese Spiele Gold wert. Wo hat man schon zwischen den Festtagen eine solche Möglichkeit zu einem solchen Training mit dem Nationalteam? Das Ganze war für uns ein Top-Event mit einer Organisation welche schlicht perfekt war.

 

Jelle van Jaarsveld, Passeur bei Amstelveen: Früher spielte ich auf der Position Annahme/Aussenangriff, aber da gab es zuviel Konkurrenz für mich. Nun spiele ich halt, trotz meiner Grösse von 2.05m (!) als Passeur. Mit dem Turnier bin ich nicht ganz zufrieden. Durch die Niederlage im ersten Spiel hatten wir keine Chance mehr auf den Sieg. Dann aber lief es immer besser. Wenn wir diesen Level halten können ist das gut! Heute gaben wir Näfels keine Chance. Unsere Services und Angriffe waren ein richtiges Feuerwerk.

 

Klaus Görauch: Wir durften die Jubiläumsfeier 25 Jahre Volleyballklub Näfels und das Volley Open erleben. Die Organisation hat sehr gut geklappt. Die Teams und Schiedsrichter lobten uns sehr und sagten, dass dies eines der bestorganisierten Turniere gewesen sei. Sportlich gesehen war die Leistung Bratislava’s sehr enttäuschend und der Manager hat sich bei mir auch dafür entschuldigt. Ein kleiner Wermutstropfen war sicher das letzte Spiel unserer Mannschaft. Die können ja sicher Volleyball spielen, aber heute waren sie entkräftet. Sie haben wirklich sehr viel trainiert und der Focus lag ja auf dem CEV Turnier von nächster Woche. Die Basis ist jetzt gelegt für dieses Turnier und wenn es ihnen gelingt sich gut zu erholen und sich wirklich zu schonen, kommt das gut heraus.

 

sgu Näfels - 450 Zuschauer -  Spieldauer 68 Minuten

 

SEAT Volley Näfels - Brother Martinus Amstelveen 0:3 (20:25, 17:25, 20:25)

SEAT Volley Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Bedrac, Obeid, Alvarez, Osias, Büschi,  Trainer: Juan-Manuel Serramalera

 

Brother Martinus Amstelveen: Joosten und Van Jaarsveld (Passeur), Vlot (Libero), Wiggers (Captain), Boel, De Bruin, Stoltz, Walsh, Sliti Trainer: Michiel van der Kuip