Dienstag, 23. Januar 2007; 10:55
Allgemein

SEAT Volley Näfels vor der Halbfinalqualifikation gegen VBC Andwil-Arnegg

Wer im Cup hintereinander und dann erst noch auswärts Chênois und Lausanne eliminiert, hat gegen Schlusslicht Andwil-Arnegg nicht viel zu befürchten. Die Näfelser befinden sich im Hinblick auf die Erfüllung der Saisonziele weiterhin auf Kurs und haben auf nationaler Ebene soeben ihre Reifeprüfung abgelegt.

Tonga, Büschi und Bär stellen einen Dreierblock und signalisieren damit ihre Überlegenheit gegen den VBC Andwil-Arnegg



Langsam aber sicher spielen sich die Näfelser Volleyballer nun endgültig in die Favoritenrolle. Damit werden sie zum Gejagten. In den kommenden Wochen folgt nun eine Bewährungsprobe nach der anderen. Da ist die Vorbereitung auf das zweite Spiel gegen den VBC Andwil-Arnegg geradezu ein Moment der Entspannung. Im Auswärtsspiel in Gossau vom letzten Samstag dominierten die Spieler um Captain Rafa das Geschehen praktisch nach Belieben. Nun fehlt also nur noch ein Sieg zur Qualifikation für das Halbfinale zur Schweizer Meisterschaft, welches dann in einer Serie best-of-five ausgetragen wird. Im kommenden Spiel geht es eigentlich noch um überhaupt nichts, denn dieses könnte sogar verloren gehen, es gäbe trotzdem am Samstag noch einmal ein Heimspiel gegen den selben Gegner. Wenn aber SEAT Volley Näfels sich unter grossem Druck gegen Chênois und Lausanne durchgesetzt hat, kann es gegen die Fürstenländer erst recht befreit aufspielen und es müsste schon viel passieren, damit diese Partie verloren gehen würde.

Nicht überall läuft alles nach Plan

Natürlich soll man den Tag nicht vor dem Abend loben, denn genau der CS Chênois ist durch seine Heimniederlage gegen den Zweitletzten der NLA, den VBC Sursee, nun in einer ungemütlichen Lage. Diese Schlappe war bestimmt nicht programmiert und es gibt eigentlich auch keine Entschuldigung dafür. Nun gibt es für die Genfer also nur eins: die Stadthalle in Sursee am Mittwoch Abend als Sieger verlassen. Sonst nämlich passierte etwas, was seit der Einführung dieses Spielmodus noch nie vorgekommen ist. Die vier erstplazierten Teams der Qualirunde standen bisher auch immer in den Halbfinals. Volleyballerisch wäre es also eine kleine Sensation, sollte es den Luzernern gelingen, den CS Chênois vorzeitig aus dem Titelrennen zu werfen. Dies stünde auch im Kontrast zum tollen Erfolg der Genfer im Top Teams Cup, bei welchem diese sich, als erstes Schweizer Team, für die ¼-Finals qualifizierten. Andererseits stellt man diese Saison ein Zusammenrücken der Mannschaften in der obersten Spielklasse fest. Die Resultate zeigen viele enge Spiele mit unerwartetem Ausgang. So scheint auch Münsingen noch in der Lage, die Überraschung gegen Lausanne UC schaffen zu können. Und sollte es letztendlich doch wieder so sein wie schon immer, wären wenigstens die Zeichen gesetzt, dass die NLA fortan nicht mehr aus einer Zweiklassengesellschaft bestehen muss. Es wäre sehr zu begrüssen, könnten die Underdogs den Trend fortsetzen zum leistungsmässigen Zusammenschluss aller Teams und zwar niveaumässig nicht nach unten angepasst, sondern ganz klar nach oben. Dies zeitigte dann zwangsläufig auch Resultate auf europäischer Ebene wenn nicht über kurz, dann sicher über lang und die sind bitter nötig, um dieser Weltsportart in der Schweiz zu mehr Medienpräsenz zu verhelfen.

Trendsetter SEAT Volley Näfels

SEAT Volley Näfels setzt seit Jahren Trends im Schweizer Volleyball. Die Nachwuchsabteilung ist nach wie vor eine der erfolgreichsten des ganzen Landes. Die Vereinsleitung besteht seit langer Zeit in praktisch unveränderter Form und hat nie Hand geboten für finanzielle Abenteuer. Da ist es nicht verwunderlich, wenn sich der Näfelser Club nach einem Jahr Unterbruch erneut an der Spitze wiederfindet. Noch ist nichts gewonnen in dieser Saison, sieht man einmal vom Supercup ab. Aber in der jetzigen Situation müsste schon viel passieren, holten die Näfelser Volleyballer nicht noch mindestens einen der zwei möglichen Titel.