SEAT Volley Näfels – vom Kaltstart zum Konfettiregen
Seat Volley Näfels gewann den stimmungsvollen Cup-Final in Bern gegen Pallavolo Lugano 3:1. Die Tessiner boten dem Favoriten die Stirn. Erneut vermochte Näfels in kritischen Momenten als Team zu überzeugen und das Ruder herumzureissen.
"Chumm bring en hei" - so tönte es gestern Abend um Viertel vor Acht aus den Lautsprechern in der Wankdorfhalle in Bern. Seat Volley Näfels hatte eben seinen ersten Matchball im Pax Volley Cup Final gegen Pallavolo Lugano verwertet. Damit bringen sie den Cup zum siebten Mal heim ins Glarnerland.
Lugano in Hochform
Doch bis es soweit war, musste das Team und Trainer Serramalera leiden. Die Gegenwehr der Luganesi war sehr gut, anfänglich gar zu gut. Näfels fand im ersten Satz nicht richtig ins Spiel. Schon der erste Angriff der Glarner misslang. Diagonalspieler Obeid haute den Ball um Meter ins Out. Es war offensichtlich, dass die Spieler von Näfels sehr angespannt und nervös waren. Lugano dagegen spielte von Beginn an so, wie sich das Trainer Bettello vorgestellt hatte. Sein Team riskierte und es ging auf. Lugano lag immer in Führung. 8:5 und 16:11 war der Stand bei den technischen Timeouts. Näfels fand kein Rezept das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Im Gegenteil – Lugano punktete weiter. Vor allem die beiden Brasilianer Cristiano und Baiano waren nicht zu stoppen. Cristiano servierte mit einem As zum Satzgewinn von 25:17.
Sutter und Sutter
In der Pause hörten die Rafa & Co. von ihrem Trainer klare Worte. "Spielt wie Männer und nicht wie Kinder", mussten sie von ihm hören. Diese Standpauke verfehlte die Wirkung nicht. Näfels ging erstmals in diesem Spiel in Führung. Das Team wirkte nun gelöster und punktete auch in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel nach dem langen Ballwechsel zum 6:4. Nach zwei Fehlern, bei denen die Näfelser Mannschaft schlafend auf dem Feld stand, führten die Dragons wieder. Serramalera reagierte sofort und brachte Roman Sutter für Sämi Büschi ins Spiel. Ein Serivce- und ein Angriffsfehler der Dragons läuteten die Wende ein. Der Näfelser Motor war nun richtig warm gelaufen. Aus dem 10:12 Rückstand wurde eine 20:13 Führung. In dieser Phase zeigte vor allem Andy Sutter seine Klasse mit zahlreichen herrlichen Punkten. Näfels gewann den Satz mit 25:17.
Der dritte Umgang war lange sehr ausgeglichen. Lugano lag immer leicht im Hintertreffen. In der Satzmitte konnten sie das Spiel zum 12:12 sogar wieder ausgleichen. Wie schon gegen Ende des zweiten Satzes war Näfels' Verteidigung am Netz effizient. Beim Stand von 19:17 für die Glarner schritt Roman Sutter zum Service. Seine Anschlagserie brachte ihnen fünf Punkte und die klare 23:17 Führung ein. Captain Rafa, der beste Punktesammler in diesem Umgang, beendete mit einem für ihn typischen Blockout-Ball den Satz zum 25:20.
5 Satzbälle abgewehrt
Nun fehlte nur noch ein Satzgewinn zum ersehnten Cupsieg. Diese Ausgangslage schien die Spieler wieder mehr zu belasten. Lugano dagegen hatte nichts mehr zu verlieren und spielte wieder wie zu Beginn des Spiels befreit auf. Die Tessiner gingen mit 9:5 in Führung. Doch diesmal liessen sich die Serramalera Jungs nicht wieder distanzieren, wie das im ersten Satz passierte. Ganz im Gegenteil, Näfels holte Punkt für Punkt auf und ging nach einem weiteren Andy-Hammer 14:13 in Führung. Die tolle Stimmung in der Halle, welche schon während des ganzen Spiels herrschte, begann nun zu kochen. Jeder Punkt wurde hüben wie drüben von den zahlreich mitgereisten Fans bejubelt.
Der sehr spannende Spielverlauf trug das Seinige dazu bei. Die Dragons zeigten gegen Satzende nochmals ihre Zähne. Sie kamen zu drei Satzbällen. Ein Servicefehler und zwei Angriffe die vom Näfelser Block vernichtet wurden brachten die Glarner zurück in den Satz, der schon fast verloren war. Auch die beiden nächsten Satzbälle wehrte Näfels ab und kam nach einem weiteren erfolgreichen Block von Roman Sutter und Obeid zum ersten Matchball. Ein Angriff Luganos ins Out machte Seat Volley Näfels zum Cupsieger. Die Freude, der Jubel und er Lärm waren bei den Spielern, den Betreuern und den Fans riesig. Im gelben Konfettiregen liessen sich die Spieler feiern und beklatschen.
Matchtelegramm:
Wankdorfhalle Bern, Samstag 24. Februar 2007, 18:00 / Zuschauer: 2000
SEAT Volley Näfels - Pallavolo Lugano 3:1(17:25, 25:17, 25:20, 28:26)
SEAT Volley Näfels: Rafa (Captain), Tonga, Obeid, Andy Sutter, Bär (Passeur), Osias, Büschi, Werner (Libero); Roman Sutter, Trainer: Juan-Manuel Serramalera
Pallavolo Lugano: Caio, Baiano, Rathlef (Libero), José, Hubner, Romeo, Newcomb (Passeur), Cristiano, Fragomeni (Captain); Trainer: Dario Bettello
Schiedsrichter: Schürmann Philippe / Wolf Christian



























































































