Montag, 2. April 2012; 09:14
Allgemein

SEAT Volley Näfels verliert im Tessin nach gutem Start

Von: Köbi Hefti

Näfels Träume von der Titelverteidigung sind nach der 0:3 Niederlage in Lugano ausgeträumt. Bis zur Mitte des zweiten Satzes hielt Näfels gut mit. Danach brach das Team völlig auseinander.

 

 

Wie im Hinspiel in Näfels eröffnete der kubanische Passeur Maikel Salas das Spiel mit seinen Flatter-Services. Und wie damals wackelte auch gestern Abend die Näfelser Annahme wieder. Aber bereits beim dritten Service gelang Näfels das Sideout. Damit war Näfels im Spiel und die Erinnerung vom 0:9 Rückstand vom Hinspiel im SGU gelöscht. Im Gegenteil, nun vermochte Näfels mit seinen Services Druck zu machen. Samuel Ehrat brachte mit seinen Bällen Lugano in Bedrängnis. Aus dem 0:2 wurde ein 4:2. Der Favorit fand vorerst überhaupt nicht ins Spiel. Doch Näfels nutzte die Chance nicht, leistete sich bis zum ersten technischen Timeout drei Servicefehler. So kam es, dass Näfels statt sich abzusetzen, erneut in Rückstand geriet, ehe erneut Services, diesmal von Bedrac, Näfels mit 10:9 in Front gehen liessen. In der Zwischenzeit hatte auch Lugano sein Spiel besser im Griff, zeigte einige sehr schnelle und kräftige Angriffe. Vom 10:10 bis zum 23:23 kam es immer wieder zum Gleichstand. Beim Stand von 23:23 verstärkte Coach Kalny den Block, brachte Ilic für Passeur Bedrac. Prompt hatte Lugano mit dem Service von Polak Mühe und Näfels kam zu einem Gratisball. Doch ohne Passeur und klare Rollenverteilung spielte „Ersatzpasseur“ Ilic einen für Marek Tomas unerreichbaren Ball. Der Punkt ging an Pallavolo Lugano.  Der brillant agierende Polak wehrte zwar diesen ersten Satzball ab, wenig später aber servierte De Pra mit einem Ass den ersten Satz mit 26:24 für Lugano nach Hause.

 

 

 

Absturz nach gutem Start

 

Nach diesem Näfelser Geschenk an Lugano waren die Glarner aber immer noch im Geschäft. Mit drei gewonnenen Sätzen in Serie, wäre die Titelverteidigung immer noch möglich. Tatsächlich schaffte es SEAT Volley Näfels in diesem zweitenSatz nach nicht ganz geglücktem Start (5:8) sich zurückzukämpfen, glich zum 14:14 aus. Es war jene Phase des Spiels, während der alle Näfelser Akteure gut spielten und punkteten. Dass es für Näfels resultatmässig nicht besser aussah, lag dabei wieder einmal mehr bei der Fehlerquote mit vier Service- und zwei Annahmefehlern. Was dann aber folgte, löste nur noch Kopfschütteln aus. Zehn Punkte in Serie, die meisten durch Killerblocks, gingen an Lugano. Auch der Doppelwechsel Gygli – Pulko für Polak – Bedrac beim Stand von 14:17 konnte daran nichts ändern. Am Ende ging der Satz mit 15:25 an die Tessiner.

 

 

Freude herrscht – aber nicht überall

 

Diese 2:0 Führung wurde von den Dragons bereits wie ein Sieg gefeiert, denn damit hatten sie den nötigen Punkt im Trockenen und sich erstmals für den Play-off Final qualifiziert. Gleichzeitig war bei den Glarnern die Luft draussen, denn sie hätten drei Punkte benötigt, um im Titelrennen zu bleiben. Das war nach dem 0:2 nicht mehr möglich, genau wie es nicht mehr möglich war, im dritten Satz nochmals eine gute Leistung zu zeigen. Zudem hatte die Näfelser Bank entschieden, weiter mit jener Formation zu spielen, die den zweiten Satz beendete, also mit Pulko für Polak und Gygli für Bedrac. Das Spiel aber plätscherte nur noch dahin, bot nur noch selten Spektakel – dies obwohl die mitgereisten Fans samt Trommel bis zuletzt Vollgas gaben. Das Endresultat von 15:25 zeigt die Kräfteverhältnisse klar auf.

 

Der Traum vom Final ist damit vorbei, die Enttäuschung riesig. Nach dem glänzenden Januar ist es Näfels nicht mehr gelungen, sich auf diesem hohen Niveau zu halten. Bereits am nächsten Mittwoch könnte für die Glarner die Saison zu Ende gehen, falls sie im Buchholz auch gegen Amriswil den Kürzeren ziehen.

 

 

Matchtelegramm:

Palestra Palamondo, Cadempino, 31. März 2012, 18:00

Spieldauer 70 Minuten

Zuschauer: 200

 

Pallavolo Lugano - SEAT Volley Näfels 3:0 (26:24, 25:15, 25:15)

 

Pallavolo Lugano:

Salas (Passeur), Hübner (Captain), Poncia (Libero), Kleist, Trevisan, Odelys, De Pra

Coach: Johann Verstappen

 

SEAT Volley Näfels:

Bedrac(Passeur), Werner (Libero), Brander, Ehrat, Klapal, Polak, Tomas, Büsser (Captain), Gygli, Beeler, Ehrat, Ilic.

 

Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Matus Kalny

  

1. SR: Schürmann Philippe, 2. SR: Nellen Christian

 

Die Anfreifer von Lugano fanden - je länger das Spiel dauerte – umso besser einen Weg am gegnerischen Block vorbei