Montag, 23. Januar 2006; 20:00
Allgemein

Seat Volley Näfels überzeugt im Ländle gegen den VBC Voléro Zürich

Der Auftakt in die Playoffs ist Seat Volley Näfels geglückt. Sie gewannen das erste Spiel der Viertelfinal-Serie gegen VBC Voléro Zürich klar 3:0 ohne richtig gefordert zu werden.

 

Nach dem Out im Cup und Europacup bleibt Seat Volley Näfels nur noch ein Ziel übrig – der Schweizer Meistertitel. Der erste Schritt Richtung Playoff-Final wurde in souveräner Manier erledigt. Gegen ein zeitweise schwaches und ohne Durchschlagskraft agierendes Voléro dominierten die Glarner die Partie klar.  

 

Mit einer konzentrierten und soliden Leistung führte Näfels von Beginn des ersten Satzes an. Voléro machte zu viele Fehler, um mithalten zu können. Mit der deutlichen Führung im Rücken, stieg Näfels' Vertrauen mehr und mehr. Und so konnten die rund 350 Zuschauer in der modernen Sporthalle in Schaan einige Volleyball-Leckerbissen in Form von überraschenden Angriffskombinationen geniessen. Zeitweise spielten die Glarner mit den Zürchern Katz und Maus. Am Ende gab es einen diskussionslosen 25:13 Satzerfolg. 

 

Stärkere Gegenwehr

Im zweiten Satz konnten die Zürcher besser mithalten. Aber drei Eigenfehler in Serie gleich zu Satzbeginn konnten sie bis am Ende nicht wettmachen. Vor allem die Angriffe der Zürcher über die Mitte klappten nun gut und führten immer wieder zu schönen Punktgewinnen. Das Problem bei Voléro lag aber vor allem auf den Aussenpositionen: "Wenn nur zwei Spieler in der Mitte wirklich gut spielen, so kann man nicht gewinnen, vor allem, wenn auch die Annahmen nicht kommen", fasste Ivan Bedrac, der Glarner Passeur von Voléro die Leistung seines Teams zusammen. So lag Seat Volley Näfels auch in diesem Satz immer in Front. Nach einem erfolgreichen Block kam es zum ersten Satzball, den Näfels nach dem zehnten Eigenfehler Voléros gewann. So ging auch der zweite Satz mit 25:21 an die Glarner.

 

Der dritte Umgang war lange ausgeglichen. Einerseits war Näfels nicht mehr so konzentriert, machte nun deutlich mehr unerzwungene Fehler, anderseits punkteten  die Zürcher im dritten Satz häufiger. Das Nachlassen ist auch Captain Roman Landolt nicht entgangen: "Wir haben immer wieder ein Loch im Spiel, wir bringen es nicht fertig ein Spiel von A-Z durchzuziehen. Das muss im Hinblick auf die folgenden Playoffs noch klar besser werden." Sobald es aber enger wurde und Voléro resultatmässig zu Näfels aufschloss, zündete Passeur Guiga immer wieder den Angriffsturbo mit Jamelão, Schnider, Landolt, Sutter und Gabathuler. Typisch für Näfels' Überlegenheit waren die letzten Punkte des Spiels, welche alle auf eine andere Art erzielt wurden: Ein Block, ein Diagonalangriff und zum Schluss ein Heber über den Block, der zum 25:21 Satzerfolg und somit zum eindeutigen 3:0 Sieg führte.

 

Die Kritik des Meisters

Das Fazit des Gastspiels von Näfels im Ländle fällt positiv aus. Näfels hat wieder einmal seine Klasse aufblitzen lassen und zeitweise grosse Spielfreude an den Tag gelegtt. Nochmals Roman Landolt: "Es war eine coole Idee, dieses Spiel hier auszutragen." Auch Teamcoach Gygli zieht  eine positive Bilanz: "Das war ein anderes, neues Publikum hier in Schaan. Unsere Mannschaft wollte diesen Volleyballinteressierten zeigen, was sie können. Das ist ihnen zeitweise gut gelungen und so sahen die Zuschauer ein attraktives Spiel." Ebenso zufrieden ist Trainer Serramalera: "Es war schön hier zu spielen. Meine Mannschaft hat heute gut gespielt."

 

Voléro war in diesem Spiel kein richtiger Gradmesser. Das sieht auch Edwin Benne, der ehemalige Weltklassespieler und heutige Leiter der VolleyballSchule Liechtenstein des Spiels so. "Ich habe mit Näfels ein gutes Team gegen einen deutlich schwächeren Gegner gesehen. Bei Voléro habe ich die Emotionen vermisst. Es gefällt mir überhaupt nicht, wenn ein Team so gelassen und mit der Einstellung antritt, dass es sowieso verlieren wird", kritisierte er den Aussenseiter.

 

Matchtelegramm

Sporthalle Resch, Schaan (FL), Sonntag, 22. Januar 2006, 17:30

Seat Volley Näfels – VBC Voléro Zürich 3:0 (25:13, 25:21, 25:21)

Spieldauer: 1 h 10 min

Zuschauer: 350

Näfels: Guiga, Andy Sutter, Jamelão, Schnider, Gabathuler, Rafa, Landolt

VBC Voléro: Cajic, Ljubicic, Rhyner, Gölz, Bedrac, Illic, Werner, Durand