SEAT Volley Näfels steht zum 11. Mal im Cupfinal!
Seat Volley Näfels gewann gestern den stimmungsvollen Cupfight in Lausanne gegen LUC mit 3:1. In fünf Wochen wollen die Näfelser nun bei ihrer elften Cupfinal-Teilnahme den Kübel zum siebten Mal ins Glarnerland holen.
Näfels und Lausanne zeigten im Cup-Halbfinal spannenden Volleyballsport auf gutem Niveau. Das Duell verlief über weite Strecken äusserst eng, kein Team war in der Lage sich abzusetzen – es war ein richtiger Cup-Fight. Lausanne war ganz zu Beginn ebenso unruhig wie Näfels. Doch mit dem ersten Time-out änderte sich das Bild.
In einem sehr ausgeglichenen Satz punkteten beide Teams fortan gleichmässig bis zum 21:21, ehe es zwei Fehler von Näfels Lausanne erlaubten, sich abzusetzen und den ersten Satz mit 25:23 für sich zu entscheiden. Näfels-Passeur Marco Bär urteilte selbstkritisch: «Der erste Satz war farblos, das Spiel plätscherte so dahin. Nach unseren beiden Fehlern in der wichtigsten Phase war der Satz weg.»
Dem Druck standgehalten
Mit viel Druck im Nacken startete Näfels zum zweiten Umgang. Die Glarner hielten diesem aber stand. «Lausanne war im ersten Satz sehr stark und hat uns unter Druck gesetzt. Danach aber konnten wir uns auf den Gegner einstellen, so dass unser Spiel immer besser lief», urteilte Näfels-Libero Werner.
Die Glarner führten bald 10:5. Doch Lausanne war in der Lage, das Spiel auszugleichen, da Näfels' Angreifer in dieser Phase des Spiels nicht fähig waren, ihre Chancen zu nutzen. Zu oft waren die Angriffe zu wenig kraftvoll und blieben in der Lausanner Abwehr hängen. Anders LUC, das im Vergleich viel kaltblütiger agierte.
Ein erfolgreicher Block der Näfelser gegen den 2,08 m grossen Kusio läutete dann die Wende zu Gunsten von Näfels in diesem aus Glarner Optik so wichtigen zweiten Satz ein. Am Ende war es Roman Sutter mit einem Angriff und einem Servicewinner, der für den klaren 25:20-Satzgewinn sorgte. «Lausanne hat uns den zweiten Satz, ähnlich wie wir ihnen den ersten, praktisch geschenkt», kommentierte Passeur Bär das Geschehen.
Hammersmash setzte Zeichen
Im dritten Satz startete Näfels rassig wie ein Seat Cupra – innert Kürze lagen sie mit 5:0 in Front. Erneut konterte LUC jedoch erfolgreich und kam immer näher. Wieder fehlte Näfels' Angreifern die Durchschlagskraft, worauf Trainer Serramalera handelte und Andy Sutter für Tonga ins Spiel brachte.
Mit diesem Wechsel ging ein richtiger Ruck durch die Mannschaft – spätestens als Andy Sutter mit einem Hammersmash zeigte, dass es doch geht. Serramalera hatte also wieder einmal sehr gut gecoacht und war dementsprechend zufrieden: «Die Mannschaft hat gut gespielt. Vor allem Andy Sutter hat nach seiner Einwechslung viel neuen Schwung ins Team gebracht.»
Plötzlich war nun auch Captain Rafa wieder voll da. Er war am Ende dieses sehr engen Satzes, der jederzeit auf die eine oder andere Seite hätte kippen können, der zuverlässige Punktelieferant zum knappen 25:23-Satzgewinn. «Das Problem heute war, dass wir zu wenig aggressiv, dafür zu angespannt waren. Tonga ist ein sehr ruhiger Typ. Mit Andy Sutter kam ein impulsiver Spieler aufs Feld, der die Anspannung in eine positive Richtung kanalisieren konnte», versuchte Bär den plötzlichen Wandel zu erklären.
Zittern dauerte noch an
Trotz der 2:1-Satzführung machte Näfels-Präsident Klaus Görauch auf der Tribüne immer noch eine ziemlich ernste Miene. Er traute der Sache noch nicht, denn sein Team spielte nicht so überzeugend wie erhofft. Mit seiner Ahnung sollte er vorerst Recht behalten. Lausanne lag ständig in Führung.
Erst bei Satzmitte glichen die Glarner erstmals aus. Das war zugleich der Anfang des Endes für LUC. Ab diesem Moment dominierte Näfels klar und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Näfels gewann den Satz am Ende deutlich mit 25:20 und damit diesen Halbfinal. Der Jubel bei den Spielern und den Verantwortlichen war riesig, und auch den mitgereisten Fans, die ihre Mannschaft während des ganzen Spiels lautstark unterstützten und so das Auswärtsspiel fast zu einem Heimspiel machten, war die Freude ins Gesicht geschrieben.
«Wir spielten zwar auch in diesem Satz nicht überragend, aber LUC war nicht mehr fähig, sich im Spiel zu halten, sondern fiel auseinander. Sehr wichtig war auch, dass Roman Sutter im Verlauf des Spiels immer häufiger den Block genau dort setzte, wo er nötig war. Das brachte den gegnerischen Passeur schier zu Verzweiflung», beschrieb Bär den Gemütszustand seines Gegenübers.
Lausannes Trainer Bolle war nach dem Cup-Out sichtlich niedergeschlagen: «Die entscheidende Differenz zwischen den beiden Teams machten die Südamerikaner aus. Was diese heute vor allem in der Verteidigung zeigten, war sehr beeindruckend. Die haben ein Feuer in sich, welches unsere Spieler einfach nicht entfachen können. Zudem war der Block von Näfels heute sehr gut.»
Lausanne – Näfels 1:3 (25:23, 20:25, 23:25, 20:25)
SOS II. – 550 Zuschauer. – Spieldauer: 100 Minuten. – SR: Hottinger, Wiederkehr.
Lausanne: Zhukov, Chevallier (Libero), Raffaelli, Heyer, Kusio, Froesch, Wiacek, (Captain), Lardi, Bruschweiler, Hominal (Passeur), Loeffel. Trainer: Bolle.
Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Obeid, Tonga, Osias, Büschi. Trainer: Serramalera.
-> Galerie folgt!



























































































