Sonntag, 24. Juni 2007; 17:57
Allgemein

SEAT Volley Näfels setzt weiterhin auf Brasilianer

Von: Rolando K. Küng

Zwei Monate vor Trainingsbeginn für die neue Saison stehen bei SEAT Volley Näfels zwei der drei neuen Ausländer fest. Damit findet in der Transferzentrale eine sehr hektische Zeit ihren Abschluss, in etwa vergleichbar vielleicht mit der Play-off-Finalserie, nur einfach anders.

Bild: rkk-Manager Gygli präsentiert stolz das Resultat seiner immensen Arbeit und Rolando K. Küng hört dabei aufmerksam zu


“Einen Annahmespieler wie Rafael Lins zu ersetzen, ist bestimmt kein leichtes Unterfangen,” meinte ein nachdenklicher Manager Ruedi Gygli. Sowohl im spielerischen, wie auch im kämpferischen Bereich war Rafa ein Vorbild für alle und sein Nachfolger wird es nicht einfach haben, nahtlos in seine Fussstapfen zu treten. “Allein für diese Aufgabe habe ich insgesamt 15 Spieler geprüft”, so Manager Gygli zur Wichtigkeit der Funktion im neuen Team, welches auch für die neue Saison wieder sehr hohe Ziele gesteckt bekommt.


Wie kommt Näfels zu seinen Ausländern?

Dazu Gygli: Spieleragenten machen Angebote von Spielern, welche beabsichtigen einen neuen Arbeitgeber zu finden. Das Angebot sei recht gross und es gehe vorab einmal darum diejenigen Spieler auszusuchen, welche von ihren finanziellen Vorstellungen her überhaupt ins Näfelser Budget passten. Da blieben nach einer ersten Durchsicht bereits nicht mehr viele übrig, denn im internationalen Vergleich, seien die Möglichkeiten halt doch sehr beschränkt. “Das heisst nun aber gar nicht, dass unter den möglichen Kandidaten nicht grossartige Volleyballspieler dabei sind”, betont Gygli. Vielmehr führten die verschiedensten Umstände dazu, dass gewisse Spieler für eine kurze Zeit auch zu sehr günstigen Konditionen zu spielen bereit seien. Das seien aber halt doch eher jüngere Sportler aus Lateinamerika. Die Europäer seien durchwegs teurer obwohl sie spielerisch nicht mehr zu bieten hätten.

Setzten die Verantwortlichen des früheren MTV Näfels noch vermehrt auf Spieler aus Nordamerika und Europa, brachte sie der Tipp eines Schweiz-Brasilianers vor einigen Jahren dazu, mit Robert Ferreira den ersten Spieler aus Brasilien zu verpflichten. Die Erfahrung war dermassen gut, dass seither mit Eduardo, Rafa, Jamelão, Canhoto, Guiga und Osias weitere sechs Volleyballer aus dem Land des Weltmeisters folgten. Dabei profitiert das heutige SEAT Volley Näfels natürlich auch davon, dass die genannten Spieler nur Positives über den Schweizer Branchenleader, das Dorf Näfels und die Meisterschaft in der Schweiz zu berichten wissen. Das Klima welches bei Näfels herrsche sei eben sehr speziell und mit fast keinem andern Klub vergleichbar. “Gerade für junge Spieler ist es ideal, ihre internationale Karriere bei Näfels zu starten,” bestätigt auch der scheidende Captain Rafa, welcher ja ebenfalls diesen Weg wählte und nun vor einer grossen Karriere im Ausland steht.


Rafa-Ersatz heisst Vinicus dos Santos

Annahmespieler Vinicius dos Santos steht mit seinen 21 Jahren genau vor diesem Schritt. Zwar hat er letzte Saison bei San Juan in Argentinien gespielt, aber für einen Brasilianer ist das Land am Mar del Plata noch nicht richtiges Ausland. Sprache und Mentalität sind vergleichbar und in der argentinischen Liga spielen sehr viele Brasilianer. DVD-Studien und Referenzen haben ergeben, dass er die besten Chancen hat, Rafa auf der Annahme-Position zu ersetzen. Er verfüge über eine sehr stabile Annahme, eine aggressive Verteidigung und grosse Übersicht im Rückraum, sagt er über sich selbst. Auch er stammt aus Rio de Janeiro und stand, wie Rafa auch, bei Flamengo im Einsatz.


Osias wird durch André de Oliveira ersetzt

Mittelblocker Marcus Osias hat sich entschlossen zu Dünkirchen (Fr) zu gehen. Dieser Abgang war eigentlich nicht geplant und erwischte Näfels-Manager Gygli etwas auf dem linken Fuss. Doch der ist selten verlegen um eine valable Ersatzlösung und mit André de Oliveira (29) präsentiert SEAT Volley Näfels einen langjährigen Superliga-Spieler, welcher zuletzt mit Unisul aus Florianópolis im Halbfinale der brasilianischen Meisterschaft gestanden ist. Er verlässt diesen Klub nach drei sehr erfolgreichen Saisons und kommt zum ersten Mal nach Europa um nun auch noch internationale Volleyball-Erfahrung zu sammeln. “Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung nach Näfels zu kommen und habe beste Referenzen des Klubs erhalten”, meint de Oliveira am Telefon.

“Während dieser gesamten Phase konnte ich immer auf die qualifizierte Meinung unseres neues Trainers Michael Bolle zählen” und dies sei bestimmt ein grosser Vorteil gewesen, meint Manager Gygli über den Abschluss dieser sehr arbeitsreichen und hektischen Zeit. Wie stark die neue Mannschaft dann wirklich ist, wird sich erstmals Ende September beim Supercup in Lausanne zeigen.