SEAT Volley Näfels reist zum CEV-Cup Turnier nach Anhovo (SLO)
Kaum von den Strapazen des Volley Open's erholt, folgt nun ein erstes grosses Saisonziel. Nur mit einem Sieg gegen beide Gegner des Turniers in Anhovo erreichen die Glarner die Berechtigung zuhause gegen einen Big shot des Weltvolleyballs antreten zu dürfen. Entsprechend motiviert sind denn auch sämtliche Spieler, der Trainer und die Betreuercrew.
In der Tat kann mit einem Sieg am Freitag gegen Hva Amsterdem (HOL) und gegen Salonit Anhovo Kanal (SLO) am Samstag so etwas wie ein kleines Volleyballwunder geschaffen werden. Denn erstens hat Näfels noch nie das 1/8 Finale mit Hin- und Rückrunde erreicht und zweitens auch noch nie gegen Real Madrid gespielt. Die Italiener von Copra Piacenza sind im Moment im Volleyball in etwa was die Königlichen im Fussball. Sie stehen in der A-1 Meisterschaft in Italien auf dem zweiten Platz und in ihren Reihen stehen Weltspitzenspieler. Ob nur schon allein die Aussicht in Kürze gegen diese Topspieler antreten zu können genug Motivation sein wird, die beiden durchaus in Reichweite liegenden Gegner zu schlagen, wird man bis spätestens am Samstag Abend wissen.
Die Holländer stehen am Tabellenende
Die Rangliste der holländischen Ehrendivision, der obersten Spielklasse, zeigt den Gegner vom Freitag auf dem letzten Platz. Aus acht Spielen resultierte kein einziger Sieg und mit Sätzen stehen sie mit 4:24 zu Buche. Gegen Amstelveen verloren die jungen Amsterdamer mit 1:3. Aber auch SEAT Volley Näfels hat ja gegen diesen Gegner verloren und zwar sogar mit 0:3. Aus diesen beiden Spielen das wirkliche Stärkenverhältnis abzuleiten ist einigermassen schwierig, weiss man doch nur mit Sicherheit unter welchen Umständen die eigene Niederlage am Volley Open zustande gekommen ist. Der Auftritt der Holländer in Näfels dient aber mindestens dazu, auch den Hva Amsterdam nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und dies trotz ihres Durchschnittsalters von nur gerade 20,5 Jahren. Das Team besteht aus jungen Talenten welche für den Einsatz in der Nationalmannschaft durch die Teilnahme an der Top-League Hollands vorbereitet werden. Seit letztem Jahr hat eine starke Verjüngung stattgefunden, deshalb auch zahlen die Spieler vorerst mal tüchtig Lehrgeld in der Meisterschaft. Aber gerade für diese jungen, ehrgeizigen Spieler ist es eine gute Gelegenheit, sich auf internationalem Parkett zu präsentieren und die Serramalera-Boys tun gut daran, auf der Hut zu sein und vom ersten Ballwechsel an bereits auf Hochtouren zu laufen. Verlor man noch vor wenigen Tagen am eigenen Turnier gegen die Belgier von Halen eben wegen der mangelnden internationalen Erfahrung, dürften die Glarner Volleyballer im Vergleich mit den jungen Holländern in dieser Beziehung besser dastehen. Alles andere als ein Sieg im Auftaktspiel macht die hoch gesteckten Ziele ohnehin zunichte und darf in den Köpfen der Spieler überhaupt keinen Platz haben.
Die Slowenen stehen wie Näfels an der Spitze
Parallelen zwischen den beiden Kontrahenten des Samstag Spiels gibt es gleich mehrere. Einerseits stehen beide in ihrer Meisterschaft nach 14 respektive 12 Runden mit nur einer Niederlage auf dem ersten Platz, beide wollen den Sieg an diesem Turnier unbedingt und für beide wäre der Weg nach Piacenza (ITA) in etwa gleich weit.
Im Herbst 2002 waren die Slowenen Gast in Glarus. Im letzten Spiel des Turniers, in etwa gleich wie vor kurzem gegen Amstelveen, verlor der damalige MTV Näfels gegen Anhovo mit 1:3. Man kann ruhig sagen, dass aus diesem Turnier eigentlich noch eine Rechnung offen ist. Trainer Serramalera war als Spielertrainer ebenso dabei wie Passeur Ivan Bedrac. Die Niederlage kam unnötigerweise aber verständlich, nach einem der besten Spiele welche das Glarner Publikum je von den Näfelsern serviert bekam. In einem tollen Spiel, spannend bis zum Schluss, brachten die kleinen Schweizer vor einer ohrenbetäubenden Kulisse das grosse Odolena Voda aus Prag an den Rand einer Niederlage. Diesem Spiel fehlten wirklich nur die beiden letzten Punkte auf der richtigen Seite um in die Annalen einzugehen. So aber blieben die Punkte beim Gegner und die Müdigkeit in den Knochen der Näfelser.
Diesmal haben es die Spieler von SEAT Volley Näfels aber in der Hand, gegen diese überwiegend aus Slowenen bestehende Mannschaft obenaus zu schwingen. Als Team sind die Glarner gefestigt und haben einige Fünf-Satz-Spiele für sich entschieden in letzter Zeit. Ausserdem wurde derart intensiv trainiert, eben als Vorbereitung auf dieses Turnier, dass zwei Spiele innert zwei Tagen eigentlich ohne Probleme auf vollem Leistungsniveau durchgezogen werden können.
SEAT Volley Näfels will den Sieg
Die Belohnung für eine Spitzenleistung im richtigen Moment scheint lohnend und ist den Spielern seit Wochen auch voll bewusst. Mal sehen ob es ihnen gelingt befreit aufzuspielen und ihr bestes Volleyball zu zeigen, welches bestimmt auch nötig sein wird, um die beiden Spiele zu gewinnen. „Möglich scheint alles, ein Tip abzugeben unmöglich,“ so Manager Gygli vor dem Abflug.



























































































