SEAT Volley Näfels reist ins Fürstenland
Der Erste gegen den Letzten, dies die Affiche für das Spiel vom Sonntag Nachmittag im Fürstenland. Es erwartet die Volleyballspieler aus dem Glarnerland eine herzliche Athmosphäre in Andwil, der schweizerischen Volleyballprovinz schlechthin. Mit dem Aufstieg am grünen Tisch kommen die St.Galler mit ihrer Mannschaft zu NLA-Volleyball und lösen dabei die Begeisterung aus, welche auch Näfels vor fünfzehn Jahren kannte.
Zu der Zeit war auch Näfels noch kein grosser im Schweizer Volleyballbusiness, eben gerade war man zum zweiten Mal in die NLA aufgestiegen. Damals wurde auch in Näfels noch jeder Sieg gegen die vermeintlich übermächtigen Gegner, vor allem aus der Westschweiz, überschwänglich gefeiert. Die Zuschauer kamen in Scharen, feuerten ihre Mannschaft an und beklatschten jeden Punktgewinn. Ein Blick auf die home page der Andwiler versetzt einem in diese Zeit zurück. Eine mit Fans randvoll gepferchte Halle, eifrige Trommler besorgt für einen hohen Lärmpegel und frenetisch anfeuernde Zuschauer für welche jedes Spiel im kleinen Andwil auch ein soziales Stelldichein ist. Man muss einfach dabei sein, es gehört dazu. Und so wird es auch am Sonntag nicht anders sein und dazu kommt auch noch der erfolgreichste Verein im Schweizer Herrenvolleyball der letzten zehn Jahre, der Branchenleader, Vorreiter und das Vorbild schlechthin.
Möglich, dass die St.Galler noch keine derart grossen Absichten haben mit ihrem eigenen Team. Dies zeigt auch die Tatsache, dass sie eigentlich mit fast unveränderter Mannschaft aus NLB-Zeiten zu diesem Kampf mit ungleichen Ellen antreten. Da ist nur eine Ausnahme, nähmlich die dass auf der Aussenposition der Brasilianer Jefferson Bellaguarda vor gut einer Woche zum Team gestossen ist. Der Beach-Volley-Profi ist in Näfels bestens bekannt, absolvierte er doch Probetrainings im sgu, bevor er dann mit dem TV Amriswil die ganze vorletzte Saison bestritt. Bestimmt ist er in Annahme und Angriff eine echte Verstärkung und ist er einmal eingespielt vermag er auch Akzente zu setzen.
Ein klarer Sieg kann erwartet werden
Realistisch gesehen gibt es aber für SEAT Volley Näfels überhaupt nichts anderes als ein klarer Sieg. Da darf auch die fiebrige Stimmung und die lauten Zwischenrufe nicht als Entschuldigung herhalten für eine eventuelle Schwächephase oder gar einen Satzverlust. Sämtliche Näfelser Spieler sind sich das auch gewohnt und haben gezeigt, wie gut sie mit Druck umgehen können. Im Spiel in Glarus welches mit einem emotionslosen 3:0 Sieg abgehackt wurde haben sie diesen Gegner bereits kennengelernt. Trainer Serramalera wird, ähnlich dem Cupspiel gegen Münchenbuchsee, nicht dem Irrtum erliegen, seine Spieler nicht ganz präzise auf dieses Spiel einzustellen. Er weiss auch, dass die Amriswiler in Arnegg am Rand einer Niederlage standen, bevor sie dann endlich einen Gang höher schalteten und das Spiel im vierten und fünften Satz doch noch klar für sich entschieden. Es brauchte schon einen Gegner vom Kaliber eines VBC Sursee, bis den Einheimischen vor zwei Wochen endlich der erste Sieg in der NLA gelang. Nach zwei klaren Satzniederlagen und mit einem 0:2 Rückstand gewann die Finktruppe den dritten und in extremis mit 30:28 auch den vierten Satz. So war das Momentum endgültig auf ihrer Seite und unter riesigem Jubel der vielen Zuschauer konnte der erste Sieg gefeiert werden.
Rückhalt in der Bevölkerung gibt grosse Freude am Volleyball
Einen weiteren Sieg verbuchten die Aufsteiger im Pax Volley Cup gegen den 2.-Ligisten Smash Winterthur und stehen damit, wie auch SEAT Volley Näfels, im Viertelsfinale. Nicht nur dank diesem Erfolg kann davon ausgegangen werden, dass die Freude am Volleyball ungebrochen gross ist beim VBC Andwil-Arnegg sondern schlicht darum, weil sich der Klub realistische Ziele setzt und trotz der vielen Niederlagen das Publikum beispielshaft hinter der Mannschaft und dem ganzen Klub steht. Und in dieser Beziehung kann vielleicht sogar der grosse vom kleinen wieder etwas lernen.
Sonntag, 17.00 Uhr Ebnet Halle in Andwil: VBC Andwil-Arnegg vs SEAT Volley Näfels



























































































