Freitag, 23. Februar 2007; 07:12
Allgemein

SEAT Volley Näfels reist als Favorit in die Bundeshauptstadt

Von: Köbi Hefti

SEAT Volley Näfels ist im Cupfinal in der Berner Wankdorfhalle gegen Pallavolo Lugano der Favorit. Vieles spricht für die Glarner. Aber Lugano überrumpelte vor 15 Jahren bei seinem bisher einzigen Cupsieg schon einmal einen klaren Favoriten.

Die Rollen im Volleyball Cup-Final sind klar verteilt. Seat Volley Näfels ist gegen Pallavolo Lugano der eindeutige Favorit. Das zeigen auch die Quoten bei den Sportwetten. Wer auf einen Sieg von Näfels setzt bekommt gerade mal eine Quote von 1.10 ausbezahlt. Wer hingegen auf Lugano wettet, würde bei einem Sieg der Tessiner fast das Sechsfache gewinnen. Ein Sieg der Dragons aus Lugano wäre wie bei ihrem bisher einzigen Triumph  1992 - damals schlugen sie LUC glatt in drei Sätzen – erneut die ganz grosse Überraschung. So einfach wie es auf dem Papier scheint, wird die Aufgabe für die Glarner aber nicht werden. Cup-Spiele haben nicht nur im Fussball eigene Gesetze. So erleben die Zuschauer und Fans immer wieder Überraschungen und Sensationen. In dieser Cup-Saison gelang ausgerechnet PV Lugano der Coup im Halbfinal mit dem Sieg gegen den TV Amriswil – trotz zweimaligem Satzrückstand. Dario Bettello, der Trainer der Tessiner äusserte sich unmittelbar nach der Finalqualifikation entsprechend zuversichtlich: „Die Aussichten für den Final sind die gleichen wie gegen Amriswil. Wir sind die Aussenseiter. Näfels hat aber gegen uns in der Meisterschaft nur knapp mit 3:2 gewonnen. Wir glauben an uns.“

 

Das spezielle Feeling

 

Das mangelnde Losglücks bescherte Seat Volley Näfels einen steinigen Weg in den Cup-Final. Stets musste das Team auswärts antreten. Im Viertelfinal stoppte es CS Chênois und im Semifinale schaltete es Lausanne UC aus. Seat Volley Näfels ist bereit, um bei seiner elften Teilnahme zum siebten Mal den Cup zu gewinnen. Die Spieler freuen sich auf diesen ersten Saison Höhepunkt. Samuel Büschi kam schon Tage zuvor ins Schwärmen: „Endlich - in meiner siebten Nationalliga-Saison habe ich es geschafft, in einem Cupfinal zu stehen. Wenn ich am Samstag in den Car einsteige, alle Leute sehe, die mitkommen und dann in die Wankdorfhalle einmarschiere, dann wird bei mir die Nervosität sicher steigen. Die Stimmung im Cupfinal sei unbeschreiblich. Wer einmal dort gespielt hat, der vergisst das nie“.

 

Rollentausch

 

Näfels Passeur Marco Bär war in den letzten Jahren mit dem TV Amriswil Dauergast im Final. Zu einem Sieg reichte es ihm mit den Thurgauern aber nie. Bär dazu: „Ich trete das erste Mal mit der favorisierten Mannschaft an. Da baut sich schon ein gewisser Druck auf. Aber ich freue mich sehr. Umso mehr, weil ich weiss, dass die Chancen gut stehen um den Cup zu gewinnen, wenn wir mit der richtigen Einstellung antreten und wir keinen rabenschwarzen Tag erwischen“.

 

Die Stärken von Lugano sind der Service und die Angriffe über die Mitte. Marco Bär erinnert sich an das Spiel im vergangen Dezember in Lugano: “Wir hatten grosse Mühe Luganos Angriffe in der Mitte zu stoppen. Sie hauten uns die Bälle richtig um die Ohren. Es war ein extrem hektisches Spiel, das wir am Ende knapp gewannen.“

 

Samuel Büschi, der letzte Saison noch bei PV Lugano spielte, sagt: „Meine Ex-Kollegen haben gegen Amriswil und Chênois in den letzten Woche ihre Stärke aufblitzen lassen. Sie servieren manchmal exzellent und haben das Potential jedes Top-Team zu schlagen. Unsere Stärken sind das breite Kader und unsere Erfahrung. Wir wissen, wie wir in schwierigen Situationen reagieren müssen. Das half uns auch zuletzt im Playoff gegen LUC, als wir in entscheidenden Phasen das Ruder noch herumreissen konnten.“

Szene aus dem Spiel Lugano - Näfels 2:3 vom 2. Dezember 2006