Samstag, 21. Oktober 2006; 01:00
Allgemein

SEAT Volley Näfels möchte dran bleiben

Von: Rolando K. Küng

Eines haben die Glarner Volleyballer mit den Luganesi gemeinsam, beide haben ihr letztes Spiel verloren. Überraschender noch als die klare Auswärtsniederlage von Näfels gegen Chênois ist die Heimniederlage der Ticinesi gegen den Aufsteiger Münsingen. Wohl kam dieser erst durch ein 21:23 im fünften Satz zustande, aber diese Pleite schmerzt bestimmt noch mehr, zumal vor eigenem Publikum, als die Schlappe der Serramalera-Boys in Genf.

Niederlagen sind nie programmiert, rütteln am Selbstvertrauen haben aber oft viel mehr Positives als es im ersten Moment scheint. Dies trifft sicher für beide Kontrahenten zu, welche heute im dritten Spiel der Qualifikationsrunde der NL-A Meisterschaft darum kämpfen zu zeigen, dass die Niederlage im letzten Spiel lediglich ein Ausrutscher war. Noch im Supercup bezwangen die Spieler unter Trainer Dario Bettello die Münsinger einigermassen klar. Nicht aber im ersten Heimspiel der Saison, in welchem die Luganesi gleich zweimal einen Satzrückstand wettmachen mussten und so mit dem Rücken zur Wand in den Entscheidungssatz stiegen. Dieser muss sehr dramatisch verlaufen sein und erst in der Verlängerung entschieden die Aaretaler aus Münsingen diesen Satz unter riesigem Jubel für sich. Ein solcher Sieg kam wohl für die Berner ebenso überraschend wie für die Tessiner die Niederlage und war schlicht die Überraschung von Runde zwei. Sucht man Parallelen dazu, findet man diese vielleicht am Anfang der letzten Saison, als Favorit Näfels im Supercup gegen den damaligen Aufsteiger Lugano ebenso überraschend verlor. Damals brannte das Feuer der Sensation und der Durst nach Bestätigung und raschen Erfolgen bei den Luganesi ebenfalls lichterloh. Im Verlauf der Saison wurde Luganos Elan aber recht massiv gestoppt, belegten Sie doch zum Abschluss noch hinter Voléro Zürich nur gerade den bescheidenen sechsten Platz. Dass damit die Tessiner Vereinsleitung nicht zufrieden sein konnte ist klar. Es war also nur logisch, dass die Mannschaft auf diese Saison ebenfalls stark verändert wurde. Von der letztjährigen Stammsechs stehen heuer nur noch Nationalspieler Luca Coco, Gianluigi Fragomeni und Libero Daniel Rathlef im Team.

 

 

Pleite in Genf war ein Ausrutscher!

 

Für das Heimteam ist aber klar, dass die Pleite in Genf ein Ausrutscher war. Fast alle haben ganz einfach unter ihren Möglichkeiten gespielt und das kann ja durchaus mal passieren. Daraus darf kein Drama gemacht werden und wird es auch nicht. Noch geht es nicht um die Wurst, zuviel kann noch passieren während dieser Phase der Meisterschaft. Und doch sind die Spieler ehrgeizig genug, der Verlust dieser beiden Punkte nicht einfach so abzuhacken. Jeder von ihnen hat sich bestimmt viele Gedanken gemacht, woran es bei seinem persönlichen Einsatz gelegen haben kann. Trainer Serramalera hat nach seinen intensiven Studien jeden einzelnen ins Gebet genommen um ihm konkret zu sagen, wo er sich gegen Lugano verbessern muss. Wenn daraus resultiert, dass jeder wieder wenigstens sein normales rendement erreicht, kann ein gutes Spiel erwartet werden. Die Sideout-Punkte müssen auf jeden Fall kompromisslos verwertet werden und da sind nicht zuletzt die beiden Argentinier gefordert, welche bis jetzt eher unter den Erwartungen geblieben sind. Aber auch ihre Leistung muss über die ganze Saison hinaus betrachtet werden und da haben die Gauchos ja noch ein bisschen Zeit um sich mit wirklichen Top-Leistungen zu profilieren.

 

Spannend dürfte diese Begegnung vor allem deswegen werden, weil sich keine der beiden Mannschaften zwei Niederlagen in Folge leisten will. Näfels spielt zwar in Glarus in der Kantihalle, aber natürlich ist das trotzdem ein Heimspiel. Aus diesen Gründen ist es nicht verwegen auf einen Heimsieg zu tippen und sei es ganz einfach, weil der Ehrgeiz es den Glarner Unterländern nicht zugeben wird, dieses Spiel und damit die zwei Punkte aus den Händen zu geben.