Samstag, 9. Dezember 2006; 23:00
Allgemein

SEAT Volley Näfels kommt gegen Amriswil mit blauem Auge davon

Von: Köbi Hefti

In der 11. Runde der Volleyball-Meisterschaft siegte Näfels einmal mehr im Tie- Break. Das Ostschweizer Derby zwischen den Glarnern und dem TV Amriswil war stimmungsvoll und für alle ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende setzte sich die mentale Stärke der Spieler von Näfels durch.

 

Näfels strapazierte im gestrigen Spiel in der heimischen linth-arena die Nerven seiner Fans über weite Strecken des Spiels. Die Mannschaft von Trainer Serramalera spielte nicht auf dem erwartet hohen Niveau wie noch vor zwei Wochen gegen Chênois. Vor allem im ersten Satz fehlte es an fast allem um gegen die hellwachen und stark aufspielenden Amriswiler bestehen zu können. Mit 18:25 ging der erste Satz an Amriswil. „Eine Mannschaft schlief, die andere war hellwach“, kommentierte Präsident Görauch etwas zynisch.

 

Wirksame Schelte

 

Auch zu Beginn des zweiten Satzes änderte sich das Bild nicht. Amriswil dominierte, führte 7:2. Im Timeout erteilte Serramalera eine Standpauke, wie man dies vom Argentinier sonst kaum sieht. Diese Schelte verfehlte ihre Wirkung nicht. Allmählich spielte nun auch Näfels auf einem besseren Niveau und holte einen Punkt nach dem anderen auf. Bei 15:15 gabs erstmals Gleichstand. Danach gelang es Näfels unter der Regie von Captain Rafa das Spiel immer besser zu kontrollieren und diesen Satz mit 25:20 zu gewinnen. Als Seat Volley Näfels auch zur Mitte des dritten Satzes mit 14:11 in Front lag, machte es den Anschein, dass die Glarner das Geschehen unter Kontrolle hätten. Endlich klappte das, was sich das Team im Vorfeld vorgenommen hatte: Gute Annahmen, druckvolle Services und Angriffe. Amriswil konterte jedoch nochmals. Das ausgeglichene und spannende Spiel weckte nun auch die Zuschauer. Die Stimmung wurde immer besser, vor allem gegen Satzende, als Näfels drei Satzbälle abwehren konnte. Die vierte Chance aber packten die Amriswiler; nach einem Fehlschlag von Näfels gewannen sie den Satz mit 28:26.

 

Beflügelt vom hart erkämpften Satzgewinn startete Amriswil gut in den vierten Umgang. 12:8 lagen sie in Führung. Wenig später kam Rafa zum Service. Mit seinen raffinierten Anspielen konnte er die Annahme von Amriswil derart unter Druck setzen und so aus einem 12:15 Rückstand einen 19:15 Vorsprung erspielen. Entscheidend war, dass in dieser wichtigen Phase drei Punkte am Block erzielt werden konnten. Am Ende gewann Näfels den Satz mit 25:20.

 

Sieg dank mentaler Stärke  

 

Erneut musste das Tie Break über Sieg und Niederlage entscheiden. Und schon wieder bewiesen die Spieler grosse mentale Stärke. Nun agierten sie hoch konzentriert. Die Annahmen waren perfekt, die Angriffe konsequent und die Verteidigung hellwach. So erspielten sie sich einen deutlichen Vorsprung von 9:4. Dank gütiger Mithilfe von Näfels konnte der TVA zuerst auf 9:7 verkürzen. Danach buchten beide Teams zuverlässig ihre Punkte bei Service des Gegners. Richtig spannend wurde es nochmals, als Amriswil nach einem abgewehrten Angriff Näfels’ auf 12:11 verkürzen konnte. In der Folge ging alles jedoch sehr schnell. Nach einem weiteren Punkt Näfels stand es 13:11 und wenige Sekunden später 14:11, weil ein Amriswiler wegen Ballwegschlagens eine Verwarnung kassierte. Nach einem weiteren Fehler der Thurgauer entschied Näfels die Kurzentscheidung schliesslich sicher und überzeugend mit 15:11. 

 

Amriswils Captain Willi sieht den Grund für die Niederlage seines Teams so: „Wir waren in den entscheidenden Momenten zu wenig konsequent, der Mut verliess uns. Es reicht nicht, wenn man gegen Näfels auf sicher spielt. Man muss auf den Punkt gehen und voll auf den Ball hauen.“

 

Näfels’ Passeur Marco Bär darf erneut ein positives Fazit ziehen: „Wir haben nie aufgegeben und immer Druck auf Amriswil ausgeübt. Dasselbe haben sie aber auch mit uns gemacht. Am Ende konnten wir mit diesem Druck aber besser umgehen. Plötzlich wackelte die Annahme von Amriswil, während unsere Annahmen perfekt waren. So konnten wir im Tie-Break vor allem zu Beginn den Amriswiler Block fast nach Belieben ausspielen.

Matchtelegramm

 

SGU lnth-arena, Samstag 9.12.2006, 17:00

TV Amriswil – Seat Volley Näfels 3:2 (18:25, 25:20, 26:28, 25:20, 15:11)

Zuschauer: 650

 

Seat Volley Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Bedrac, Obeid, Tonga, Osias, Büschi, Gygli; Trainer: Juan-Manuel Serramalera (ARG)


TV Amrsiwil: Rutishauser(Libero), Petzold (Passeur), Hermann, Stojkovic,  Zvolánek,  Büsser, Willi (Captain), Schläpfer, Karic, Jankowski. Trainer: Jalal Baghdady