SEAT Volley Näfels kam mit einem blauen Auge davon
Aufsteiger Martigny verlangte im ersten Spiel der Rückrunde Meister Näfels alles ab und brachte die Glarner in grösste Schwierigkeiten. Nach dem vergebenen Matchball zum 3:0 Sieg wendete sich das Spiel und Näfels gewann das Spiel am Ende doch noch 3:2.
Trainer Pedercini von Martigny stand nach dem Spiel nachdenklich neben der Tribüne und trauerte dem vergebenen Sieg und damit der grössten Überraschung der diesjährigen Saison nach: "Wir haben einige Fehler zuviel gemacht, als wir im dritten Satz das Spiel eigentlich hätten abschliessen müssen. Danach war Näfels physisch und spielerisch stärker." Diese Aussage widerspiegelt sehr gut, was die Zaungäste gestern am späten Nachmittag in der linth-arena zu sehen bekamen. Ein mutig und gut aufspielendes Martigny dominierte während den beiden ersten Sätzen in allen Belangen.
Überzeugender britischer Senior
Vor allem die Annahmen der Walliser waren um mehr als eine Klasse besser als jene der Glarner. Dies ermöglichte ihnen ein schnelles und meist auch erfolgreiches Angriffsspiel. Hauptsächlich der britische Senior Jones (Jahrgang 1971) punktete bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit. Ganz anders Näfels. Passeur Bedrac dazu: "Die ersten Punkte gelangen nicht wunschgemäss, danach waren alle verunsichert." Von Beginn an und bis zur Mitte des dritten Satzes stand in der Tat ein Team auf dem Platz, denen es in allen Belangen mangelte. Ausgehend von der oft äusserst mangelhaften Annahme entwickelte sich ein Spiel, das den anwesenden Zuschauern vor allem Kopfschütteln, aber kaum Applaus auslöste. Die Angriffe waren meist zu schwach, der Block nicht auf der Höhe seiner Aufgabe und die Services zu wenig gefährlich, dazu machte Näfels unglaublich viele Fehler, jeweils mehr als zehn pro Satz. Trotzdem war aber Martigny jeweils erst ganz am Satzende in der Lage, diese Schwächen auszunutzen und die beiden Sätze mit 25: 20 (und 6 Punkten in Serie vom 18:19 zum 24:19) und 25:22 für sich zu entscheiden.
Die Wende durch Captain Andy Sutter
Die von allen erhoffte, ja erwartete Wende und Steigerung von SEAT Volley Näfels blieb aus. Im Gegenteil. Die Walliser spürten, dass die grosse Überraschung möglich war. Fast fehlerlos spielend zogen sie auf 14:8 davon. Bei Näfels flatterten die Nerven und die Köpfe hingen noch etwas tiefer. Doch dann kam es zur grossen Wende. André Miller servierte sehr geschickt, so dass Näfels Angriff um Angriff der Walliser parieren konnte und im Gegenzug Break um Break aufholte. In dieser Phase war ein Spieler die ganz grosse Figur auf dem Feld, Andy Sutter. Auch Trainer Bolle stellt seinem Captain heute Höchstnoten für die Leistung ab dem dritten Satz aus: "Für mich war heute seine Leistung matchentscheidend. Er behielt die Ruhe und unterstütze das Team mit einer sehr starken Leistung, als es um die Wurst ging." So holte Näfels innert weniger Minuten seinen eingehandelten Rückstand auf und fand ins Spiel zurück.
Glück für Näfels – Pech für Martigny
In dieser Phase des Spiels wagten es Näfels Angreifer endlich, voll auf den Ball zu halten und so zum Erfolg zurückzukehren. Der Aufsteiger aber liess sich darob nicht beeindrucken, bot dem grossen Favoriten weiterhin die Stirn, lag meist knapp in Front. Beim Stand von 23:24 kam es zum Matchball für Martigny. Andy Sutters Geschoss aber wurde von einem Walliser Verteidiger noch berührt und so kam es nicht zur Sensation. Wenig später kam es zum ersten Satzball für Näfels, den Büschi mit einem herrlichen direkten Blockpunkt zum 26:24 verwertete.
Dies war für den Aussenseiter die Vorentscheidung zu seinen Ungunsten. In den Sätzen vier und fünf konnten sie ihr Niveau nicht mehr halten. Nun waren bei ihnen plötzlich die Annahmen das Problem, zudem liess ihre Kraft immer mehr nach. Gleichzeitig fand Näfels über den Kampf immer besser ins Spiel. Hochklassig war das Gebotene zwar weiterhin nicht, aber im Vergleich zum Beginn, nun endlich erfolgreich. Näfels lag stets in Führung und gewann den vierten Satz dank verbesserter Annahme, überzeugenden Andy Sutter und Joelson als Angreifer und erfolgreichem Blockspiel mit 25:21.
Büschi-Show
Im Tie-Break startete Näfels wie die Feuerwehr, 8:2 hiess es beim Seitenwechsel. Die grosse Differenz machten vor allem die Blocks aus. Büschi war dabei besonders erfolgreich und sorgte für einige direkte Punkte. So war er nach dem Spiel entsprechend gut gelaunt: "Auf eine solche Serie wartete ich schon lange. Endlich klappte mein Blockspiel einmal so wie gewünscht. Das freut mich sehr und weckt Emotionen. Ich hoffe, dass dies in das nächste Spiel so weitergeht." Seat Volley Näfels liess sich diesmal die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und zog das Ding durch. Den dritten Matchball nach einem Miller-Angriff verwerte SEAT Volley Näfels zum 15:11 und damit zum sehr hart erkämpften Sieg.
Matchtelegramm:
linth-arena sgu 18.11.2007, 17:00
Spieldauer 115 Minuten
Zuschauer: 250
SEAT Volley Näfels - Mercure Hôtel du Parc Martigny 3:2 (20:25, 22:25, 26:24, 25:21, 15:11)
SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Gygli (Passeur) Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Büschi, Joelson, Roman Sutter, Vinicius, Gygli, Brander, Christoph Suter, André Miller, Trainer: Michel Bolle
Mercure Hôtel du Parc Martigny: Joslin (Passeur), Janson (Captain), Reyes (Libero), Acunto, Pasquini, Demeyere, Urfer, Bonvin, Jones, Deslarzes, Trainer: Gianfranco Pedercini
1.SR: Wiederkehr Michael
2.SR: Wüthrich Matthias



























































































