Sonntag, 19. November 2006; 09:00
Allgemein

Seat Volley Näfels kämpfte sich am Genfersee zum Sieg

Von: Die Südostschweiz am Sonntag - Köbi Hefti

Seat Volley Näfels traf am Genfersee auf die erwartete steife Brise und zog seine Segel nicht voll auf. Mit Mühe und Kampfgeist konnten sie das Boot am Ende aber doch noch auf Siegeskurs steuern. In einem spannenden Spiel besiegten sie Lausanne UC mit 3:2.

 

Der erste Ballwechsel – ein Service des Gegners ins Netz – quittierten die Spieler von SEAT Volley Näfels mit einem kräftigen Schrei. Sie schienen sich damit nochmals kräftig für das Spiel aufzuladen. Doch bis zum ersten technischen Timeout spürte man von dieser Energie nicht mehr viel. Es gelang beiden Mannschaften nicht, ein flüssiges Spiel aufzuziehen. Die Nervosität überwog, so reihte sich Fehler an Fehler. Nur Andy Sutter vermochte in dieser Phase zu überzeugen. Mehr und mehr aber kehrte Ruhe in das Spiel von Näfels ein. Nach einer Serie rasant schneller Angriffe von Osias und Tonga kippte die Begegnung. Näfels zog auf 13:10 weg. Das war schon die Entscheidung im ersten Satz. Näfels spielte nun in allen Belangen druckvoll und effizient. Lausanne dagegen mache zu viele Fehler. So gewann Näfels den Auftaktsatz mit 25:18.

 

Hallo - was ist los?

 

Beim ersten technischen Timeout im zweiten Satz beim Spielstand von 8:3 für Lausanne begrüsste Trainer Serramalera seine Jungs mit: "Hallo – was ist los?" Bei Näfels lief nicht viel, die Angriffe hatten zuwenig Durchschlagskraft. Ganz anders LUC, dessen Angriffe Näfels nicht abwehren konnte. Aber auch die Verteidigung der Waadtländer war jetzt hellwach. Bald stand es so 12:5 für LUC. Näfels schien nach dem gewonnenen ersten Satz nicht  mehr bereit und fähig das Niveau zu halten. LUC dominierte bis zum Ende und gewann den Satz diskussionslos mit 25:15.

 

Mitte stärker als Rechts und Links

 

Im dritten Umgang trat Näfels wieder mit mehr Überzeugung auf. Andy Sutter wurde durch Rafa ersetzt um dem Rückraum mehr Stabilität zu verleihen. Gleich der erste Angriff über die Mitte konnte Osias kraftvoll abschliessen und so das ganze Team wecken und neu motivieren. Näfels war nun wieder in der Lage den Einheimischen Paroli zu bieten und sie mit den eigenen Services unter Druck zu setzen. So führte Näfels ständig mit einigen Punkten Vorsprung. Besonders wirkungsvoll waren dabei die Mittelblocker Büschi und Osias, die von Passeur Bär gut eingesetzt wurden und für die Mehrzahl der Näfelser Punkte sorgten. 25:17 gewann Näfels den dritten Satz.

 

Ungenutzte Vorentscheidung

 

Auch zu Beginn des vierten Satzes gab es für die 350 Zuschauer nicht nur Volleyball-Leckerbissen zu beklatschen. Zu viele Spieler waren zu nervös, erreichten ihre optimale Leistung nicht. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit schönen Punkten und Rückschlägen auf beiden Seiten. Meist stand das Spiel unentschieden. Beim Stand von 20:17 für Näfels schien die Entscheidung gefallen zu sein. Mit einer starken Willensleistung konterte das Uni-Team von Lausanne  und machte den Rückstand wett. Passeur Hominal, Bruschwiler und Heyer sorgten dafür dass Lausanne zu drei Satzbällen kam. Den zweiten nutzten sie zum 25:23 Satzgewinn. Ein Tiebreak musste die Entscheidung bringen.

 

Am Schluss mit Aufwind

 

LUC startete besser in den Entschiedungssatz und führte schnell 4:2. Diesmal kämpfte sich aber Näfels zurück ins Spiel. Sehr ausgeglichen ging das Spiel weiter bis zum 10:10. Dabei überzeugten einmal mehr Büschi und Osias in der Mitte, Rafa auf der Aussenposition und Libero Werner. Wie schon während des ganzen Spiels kamen aber die beiden Argentinier - vorallem Diagonalangreifer Obeid – offensiv nicht auf Touren. Die Vorentscheidung im Tiebreak führte Samuel Büschi mit zwei Blockpunkten herbei. Den zweiten Matchball  verwertete Obeid mit einem Angriff, welcher vom gegnerischen Block ins Out flog. 15:12  hiess es am Ende. Näfels gewann dieses spannende Spiel mit 3:2 Sätzen sehr knapp. Das Spiel war phasenweise sehr unterhaltsam aber auch von grossen Leistungsschwankungen beider Teams geprägt.  

 

Matchtelegramm

 

SOS II, Lausanne Dorigny, Samstag 18.11.2006, 17:30, Spieldauer 2 Stunden

Zuschauer: 350

Lausanne UC – Seat Volley Näfels 2:3 (18:25, 25:15, 17:25, 25:23, 12:15)

 

Lausanne UC: Heyer, Kusio, Froesch, Wiacek, (Captain), Lardi, Bruschweiler, Hominal (Passeur), Loeffel, Jaton (Libero), Trainer: Michel Bolle

 

Seat Volley Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Obeid, Tonga, Osias, Büschi; Bedrac, Trainer: Juan-Manuel Serramalera (ARG)

 

Schiedsrichter: 1.SR: Matter Peter, 2.SR: El Assad Tarek

 

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