Sonntag, 11. März 2007; 00:41
Allgemein

Seat Volley Näfels ist zurück – Sieg im Hexenkessel Tellenfeld

Von: "Südostschweiz am Sonntag" - Köbi Hefti

Vor der Rekordkulisse von 900 sehr lauten Zuschauern besiegte Seat Volley Näfels den TV Amriswil mit 3:1. Mit diesem Auswärtssieg haben die Glarner in der best-of-7-Serie zum 1:1 ausgeglichen.

Ein deutlich verbessertes Seat Volley Näfels hat den Ausrutscher vom letzten Samstag korrigiert. Mit einer soliden und konzentrierten Leistung kämpfte sich das Team zurück in die Serie. Der TV Amriswil konnte nicht an jene Leistung anknüpfen, welche er vor einer Woche im SGU zeigte. War vor Wochenfrist der Block noch die grosse Stärke der Thurgauer, war diesmal davon nicht mehr viel zu sehen. Diesmal gelang es Andy Sutter, Rafa, Obeid, Büschi und Osias immer wieder, den Block zu überwinden und zu punkten. Zudem war klar zu sehen, dass die Spieler auch wieder gesund und fit waren und je länger das Spiel dauerte, den TV Amriswil immer besser unter Kontrolle hatten.

 

Nervosität gegen Konzentration

 

Die Stimmung in der Halle war schon bei der Vorstellungsrunde riesig, genau so gross war aber die Nervosität bei den Spielern vom TV Amriswil. Ihre Annahmen klappten zu Beginn schlecht. Näfels Spieler dagegen agierten hoch konzentriert. Trainer Baghdady nahm bereits beim Stand von 1:3 sein erstes Timeout. Dieses brachte aber nicht den erhofften Erfolg. Näfels drückte weiter und lag immer in Front. 8:5 und 16:10 führten die Glarner bei den technischen Timeouts. Vor allem die Annahme bei den Thurgauern wackelte und so kamen die Glarner immer wieder bei eigenem Service zu Punkten. Den Schlusspunkt setzte Obeid, zuerst schoss er Amriswils Stojkovic förmlich ab, so dass dieser ausgewechselt werden musste. Danach schloss er mit einem Rückraumangriff den Satz zum 25:17 ab.

 

Amriswiler Zwischenhoch

 

Der Verlust des ersten Satzes beeindruckte die Einheimischen nicht. Im Gegenteil, sie wirkten jetzt gelöster, riskierten mehr und dies ging auf. Näfels stand unter grossem Druck. Die Amriswiler führten von Beginn des Satzes. Sie kassierten keinen Punktverlust wegen Eigenfehler, im Gegensatz zu den Glarnern. Dazu war die Annahme bei Näfels oft zuwenig gut. Nur einmal beim 9:9 kam es zum Gleichstand. Erst als Seat Volley Näfels hoffnungslos mit 17:22 im Rückstand lag konnten sie vor allem mit den Services von Osias etwas aufdrehen und auf 21:22 verkürzen. Mit zwei erfolgreichen Blocks beendete der TVA den Satz zum 25:21.  

 

Sehr laut und pfiffig

 

Den Blitzstart von Amriswil mit der 3:1 Führung konterte Näfels. Der Satz ging sehr ausgeglichen weiter, meist mit kleinen Vorteilen für Näfels. Beide Teams spielten auf gutem Niveau, wobei vor allem die Verteidigungen immer wieder brillierten. Die Angreifer konnten praktisch nur dann punkten, wenn sie sehr schnell angespielt wurden, sonst blieb ihr Angriffsball meist in der Abwehr des Gegners hängen. Kein Team war in der Lage sich einen Vorsprung zu erkämpfen. Vom 8:8 bis zum 22:22 stand es fast immer unentschieden. Mit einem erfolgreichen Block von Bär und Büschi gelang Näfels das entscheidende Break. Näfels gewann diesen sehr engen und dramatischen Satz mit 25:23.

 

Der Lärmpegel der durch die Guggenmusik und viele Trommeln schon während des ganzen Spiels sehr hoch war, stieg im vierten Satz noch mehr. Ungewohnt fürs Volleyball war nur, dass es oft wie auf dem Fussballplatz tönte und die Gäste ausgepfiffen wurden. Der TV Amriswil hielt anfänglich zumindest resultatmässig gut mit, optisch wirkte Seat Volley Näfels aber besser. So war es überraschend, dass sie sich nicht absetzen konnten. Sie führten zu knapp mit 16:15. Erneut waren es die Services, die die Entscheidung herbeiführten. Wie schon während des ganzen Spiels, hatten sie immer wieder grosse Mühe in der Annahme, so auch in dieser Phase, als Rafa vier Mal zum Service antreten konnte. Danach hiess es 20:15. Das war die Entscheidung, der TV Amriswil gab auf und Näfels roch den Sieg. 25:18 hiess es am Ende.

 

Matchtelegramm:

Tellenfeld, Amriswil, Samstag, 11. März 2007, 17:00

TV Amriswil - Seat Volley Näfels 1:3 (17:25, 25:21, 23:25, 18:25)

Zuschauer: 900

Spieldauer: 100 Minuten

TV Amriswil: Petzold (Passeur), Kertai (Libero), Stojkovic, Zvolánek, Büsser, Willi (Captain), Karic; Schläpfer, Dalog, Hermann, Rutishauser; Trainer: Jalal Baghdady

Seat Volley Näfels: Bär (Passeur), Obeid, Andy Sutter, Büschi, Osias, Rafa (Captain), Werner (Libero); Bedrac, Tonga; Trainer: Juan-Manuel Serramalera