SEAT Volley Näfels in der Defensive
Zweites Spiel der Playoff Halbfinals gegen den TV Amriswil, dies die Affiche. Dahinter steht aber die Frage ob die von vielen herbeigewünschte Wachablösung im Schweizer Herrenvolleyball sich tatsächlich abzeichnet, oder ob es den Glarner Volleyballern gelingt, das drohende Absinken ins Mittelmass abzuwenden.
Verliert SEAT Volley Näfels auch die zweite Partie dieser best-of-five-Serie gegen die Thurgauer, wird es wohl sehr schwer werden, das Blatt noch zu wenden. Man soll es ja nicht auf die Spitze treiben und deshalb wäre es schön, mit einem Sieg die Serie weiter offen zu halten. Dazu ist aber ganz klar eine Leistungssteigerung nötig im Vergleich zum Auftritt vom letzten Sonntag. Nicht ganz zu Unrecht haben viele Zuschauer Herzblut und den letzten Einsatz vermisst und dafür können die gewichtigen Absenzen von Aussenangreifer Carlos Guerra und Mittelblocker Talmon-Gros bestimmt keine Entschuldigung sein. Doch der Blick zurück bringt im Moment ohnehin nichts, es hilft nur die Besinnung auf die wirklichen Stärken. Dass die Näfelser Volleyballer viele davon haben ist klar, nicht umsonst haben sie die Qualifikationsrunde auf dem zweiten Platz abgeschlossen und beide bisherigen Spiele gegen den heutigen Gegner siegreich beendet.
Serramaleras’ Statistiken zeigen den Weg
Genau wie nach jedem Spiel erstellte Trainer Serramalera auch diesmal eine exakte Statistik über die gezeigte Leistung jedes Einzelnen. Damit hat er das Instrument zur Hand Schlüsse zu ziehen und jedem Spieler genaue Anweisungen zu geben, welche konkreten Verbesserungen er erreichen muss. Theoretisch ist also jedem klar, wo er seine Fehler gemacht hat und auch wie er sie in diesem eventuell bereits vorentscheidenden Spiel unbedingt vermeiden kann. Bleibt zu hoffen, dass sich nun jeder an seiner Nase nimmt und der berühmte Ruck durch die Mannschaft geht. Lähmungserscheinungen durch den erhöhten Druck wären von jetzt an tödlich. Im Gegensatz zum TV Amriswil haben praktisch sämtliche Näfelser Spieler bereits einen oder mehrere Titel geholt in ihrer Karriere als Volleyballspieler. Davon nun aber abzuleiten sie seien gesättigt und erfolgsverwöhnt ist ein Trugschluss. Es zeugt vielmehr davon, dass jeder der Akteure bereits unter grossem Druck gestanden und diesem auch standgehalten hat. Wieso sollte dies nicht auch heute und in der gesamten Serie der maximal fünf Spiele anders sein? Auf diese Frage muss jeder Spieler selbst eine Antwort finden.
Libero Micha Wälchli meinte nach dem Sonntagsspiel etwas provozierend: “Näfels stand schon oft in einem Final, die kennen das langsam und für sie ist es wohl nicht mehr so wichtig, ob sie am Ende den 2. oder 3. Rang belegen.


























































































