SEAT Volley Näfels gewinnt Silber am Supercup
SEAT Volley Näfels gewinnt am Supercup in Lausanne die Silbermedaille, dies nach einer klaren Niederlage im Final gegen Lausanne UC, welchem es gelungen ist, nahtlos an seine Leistungen der letzten Saison anzuknüpfen. Die Glarner hinterliessen aber gesamthaft einen durchaus guten Eindruck und standen verdient im Final.
Bild: rkk-Trainer Léo nimmt sich besonders Passeur Bedrac an und erste Fortschritte zeigen sich bereits. Als Konsequenz daraus waren die Mittelangreifer Silvio dos Santos und Roman Sutter in Lausanne eine starke Waffe im Näfelser Angriff
Brauchte der TV Amriswil vor einem Jahr noch fünf Sätze um die Näfelser Volleyballer beim Final in die Schranken zu weisen, so war der Final diesmal in gut einer Stunde bereits vorbei. Ehe das mit vier Ausländern neu formierte Team so richtig ins Spiel kam, wurde Lausanne Captain Piotr Wiacek bereits der Cup überreicht. Das heisst nun aber nicht, dass das neue SEAT Volley Näfels schlechter wäre als letztes Jahr. Nein, im Gegenteil. Die Vorstellung am Samstag war durchaus überzeugend. Aber Lausanne gewann seine drei Spiele in der Gruppe A ohne je an seine Grenzen gehen zu müssen und ausserdem waren die Romands ja bereits zuhause und brauchten auch nicht von weit her anzureisen. Alles kleine Vorteile, welche diesem ohnehin schon besten Team des Turniers noch weiter entgegenkamen.
Näfels erwischt Erzrivale Amriswil auf dem Standbein
Ganz im Gegenteil dazu das Pensum der Glarner. Zur Vorspeise gab es den TV Amriswil. Und was das heisst gegen die Blauen aus dem Oberthurgau zu spielen, wissen inzwischen auch die drei Brasilianer und der Israeli Jacky Gaft nur allzu gut. Auf jeden Fall war auf den Mienen der Thurgauer vor Beginn zu lesen: „Seht uns an, wir sind jetzt die Big-guys der Ostschweiz und sind gekommen, um euch an die Wand zu spielen“. Doch das Spiel zeigte dann ein anderes Bild. Zwar gaben die Bär-Boys zu Beginn noch den Ton an, aber bei 12 Punkten glich Näfels erstmals aus. Die zweite Hälfte dieses Satzes gehörte dann den Glarnern. Sie liessen den Vize-Meister nicht mehr ausgleichen und buchten gar die letzten drei Punkte in Folge zum 25:21. Klar, dass jetzt die Amriswiler kontern wollten. Doch sie kamen gar nicht dazu. Von Beginn an setzten die nun sehr geschlossen auftretenden Näfelser ihren Gegner weiter unter Druck. Sie schienen nicht zu glauben was da passierte. Nur einmal wurde es brenzlig, nach zwei aufeinanderfolgenden Fehlern im Angriff durch Gaft stand es plötzlich nur noch 14:13. Doch jetzt wurde es den ganz in Schwarz spielenden Glarnern aber zu bunt. Sie konzentrierten sich noch einmal und erspielten sich von da an 11:6 Punkte bis zum Satzende von 25:19. Erstaunte Gesichter bei den Thurgauern und riesige Freude bei den Glarnern über den gelungenen Coup. Das hatte nun wirklich niemand erwartet!
Silvio-Ass sichert Näfels Sieg Nr. 2
Nach der mehr als bekömmlichen Vorspeise mit Sieg, wartete nun der CS Chênois als Hauptmahlzeit. Diese hatten den Vorteil, dass sie nun bereits in etwa wussten, wie Näfels spielt und wie sie Gaft und Silvio zu blocken hatten. Trotzdem ging auch der erste Satz gegen die Genfer mit 25:18 klar an Näfels. Im zweiten stellten sich die neu unter Spielertrainer Dritan Cuko aufspielenden Romands besser auf Gegner Näfels ein und gewannen mit 21:25 zum Satzausgleich. Das äusserst wichtige Tiebreak sah nach gutem Spiel zu Beginn ein Näfels, welches nach dem Seitenwechsel gleich vier in Punkte in Serie hinnehmen musste. Bei elf Punkten war noch einmal Gleichstand, ehe Chênois durch Näfelser Angriffsfehler vorentscheidend, wie es schien, auf 11:13 davonzog. Zwei Spielzüge später kamen sie zum ersten Matchball. Dieser wurde aber ebenso abgewehrt wie der nächste und plötzlich war es Näfels, welches seinen ersten Matchball hatte. Mittelblocker Silvio machte nicht lange Federlesens und servierte gleich ein Ass zu Satz und Sieg Nr. 2 an diesem Turnier!
Luganesi versalzten den Dessert
Zeit zum freuen hatten die Sutter-Boys aber keine, denn unmittelbar an dieses doch harte Spiel gegen die Romands aus Genf standen auch schon die Luganesi aus dem Tessin hungrig auf dem Feld. Die Näfelser kamen ihnen, etwas müde und siegtrunken, gerade recht, um ihre eigenen zwei knappen 1:2-Niederlagen gegen Amriswil und Chênois vergessen zu machen. So entwickelte sich ein sehr ausgeglichenes Spiel mit dem etwas besseren Ende für Lugano, welches diesen Satz knapp mit 25:23 gewann. Einen Satz sollte SEAT Volley Näfels lieber schon noch gewinnen gegen die Ticinesi, um zu vermeiden, dass nach der Vorlage von zwei Siegen gegen die eigentlichen Favoriten der Gruppe doch noch das grosse Rechnen beginnen sollte. Aber irgendwie hatten es die Näfelser Spieler vielleicht noch in den Köpfen, aber nicht mehr genügend in den Beinen. Lugano sah seinen Gegner taumeln und nutzte seine Chance. Ein konditionell noch nicht auf der Höhe spielendes Näfels wurde auch im zweiten Satz geschlagen und war, zu guter Letzt, auch sehr glücklich, trotzdem Gruppensieger geworden zu sein. Dies zweimal dank Amriswil. Einmal weil sie gegen Näfels klar verloren und nachher auch noch gegen Chênois knapp. Es war wirklich nicht der Tag der Thurgauer, welche die bittere Pille schlucken mussten, gegen Aufsteiger Andwil-Arnegg um den siebten Platz (!) zu spielen.
Diesem harten Tag zollte SEAT Volley Näfels dann im Final Tribut, indem es gegen den erstmaligen Sieger des Supercups eigentlich nie wirklich eine Siegchance hatte. „Es fehlt uns noch viel, bis wir da sind, wie ich die Mannschaft hinbringen will“, meinte Trainer Léo Carvalho realistisch. Aber auch er war natürlich nicht unzufrieden über diesen ersten Auftritt im Turnier von Lausanne. Es scheint, dass diese Mannschaft schon bald bereit ist, wirklich wieder ganz vorne mitzuspielen. Volleyballkenner erwarten, dass die Meisterschaft sich sehr ausgeglichen präsentieren wird. Auf viele spannende Spiele also.



























































































