Samstag, 4. Februar 2006; 01:00
Allgemein

SEAT Volley Näfels empfängt zum 1. Playoff-Halbfinalspiel den TV Amriswil

Von: Rolando K. Küng

Am kommenden Sonntagnachmittag um 17.00 Uhr findet in der linth arena sgu ein weiteres Derby gegen Erzrivale TV Amriswil statt. Genau wie im letzten Jahr treffen die beiden besten Deutschschweizerteams in den Playoff-Halbfinalspielen in einer Serie Best-of-Five aufeinander.

 

Zündstoff ist in fast jedem Spiel dieser beiden Mannschaften garantiert. Die beiden bisherigen Spiele dieser Saison konnte Titelverteidiger SEAT Volley Näfels für sich entscheiden. Wer aber noch die Halbfinalspiele der letzten Meisterschaft in Erinnerung hat, weiss wie knapp sich damals die Näfelser für die Finalserie qualifiziert haben. Näfels lag mit 2:0 Siegen in der Serie vorne. Im dritten Spiel zuhause hätte man den Sack zumachen können. Doch es kam ganz anders. Die Thurgauer gewannen dieses Spiel wie auch das nun nötig gewordene vierte Spiel zuhause in Amriswil. Das Momentum lag nun eindeutig bei den Blauen und prompt gingen sie im alles entscheidenden fünften Spiel mit 2:0 Sätzen in Führung. Nicht mehr mancher hätte damals noch auf die Gelben aus Näfels gewettet. Aber ganz offensichtlich traf Trainer Serramalera mit seinen Worten in der Zehn-Minuten-Pause nach dem zweiten Satz voll ins Schwarze. Das Glarner Team startete wie verwandelt zum dritten Satz. Nun begann die Maschine wieder zu laufen. Prompt gewannen sie Satz drei und zum Schluss auch noch das Spiel und damit die Serie mit 3:2 Siegen. Viele waren sich einig, dass dies die vorweggenommene Finalserie gewesen war und ohne das lautstarke Publikum der linth arena im Rücken hätte das Resultat auch andersrum lauten können.

 

Die Geschichte dieser beiden Kontrahenten zeigt also, dass diese Spiele immer Derby-Charakter haben und da jeder den andern bestens kennt, werden auch keine Geschenke verteilt. Gleichgültigkeit oder gar Überheblichkeit haben also ab sofort keinen Platz mehr in den Köpfen der Spieler. Obwohl sich das Team um Captain Roman Landolt gegen Voléro Zürich klar durchsetzte in den Viertelfinalspielen litt das Näfelser Spiel aber doch des öfteren unter der Konzentrationsschwäche einzelner Spieler. Es entstand nur kein grösserer Schaden, weil die Zürcher in den Reihen der Glarner stärker waren als die Glarner in den Reihen der Zürcher. Und natürlich brachten Näfels’ Brasilianer schlussendlich das entscheidende Plus zum Weiterkommen in die Halbfinals.

 

Aber auch bei Gegner Amriswil lief bei weitem nicht alles rund in dieser Qualifikation. Gewannen die Favoriten zuhause gegen den VBC Sursee noch klar mit 3:0, verloren sie ebenso überraschend in Sursse mit 3:2. So waren sie also gezwungen ein Zusatzspiel wiederum zuhause zu spielen. Dieses gewannen die Baghdady-Boys zwar wieder mit 3:0, aber in zwei der drei Sätze mussten sie in die Verlängerung, derart hart umkämpft war das Spiel. Bestimmt war die Niederlage im Luzernischen nicht geplant, zeigt aber, dass die Thurgauer auch dieses Jahr anfällig sind, wenn es in einem Spiel um viel geht. Das war seit jeher eine grosse Schwäche dieser Mannschaft und hat sich immer wieder auch auf die neuen Spieler im Team übertragen. Es wäre also an der Zeit, diese Dynamik endlich einmal zu brechen. Ob dies aber gerade dieses Jahr und in einer Serie mit maximal fünf Spielen gegen den amtierenden Schweizer Meister gelingen wird, weiss im Moment noch niemand. Dass das Team aber heiss darauf ist, diesen Coup gegen Näfels nun endlich zu landen, davon darf ausgegangen werden.

 

Zum ersten Spiel meint Manager Ruedi Gygli: “Ich erwarte von allen vollen Einsatz und hoffe doch sehr, dass beide Mannschaften gewillt sind, schönes Volleyball zu zeigen, so dass die Zuschauer begeistert mitfiebern und sich ein spannendes Spiel entwickeln kann.