Sonntag, 29. Oktober 2006; 11:19
Allgemein

Seat Volley Näfels bleibt auf Kurs und siegt im Thurgau

Von: Köbi Hefti

Seat Volley Näfels siegt in Amriswil mit 3:1 und beendet damit die Ungeschlagenheit der Amriswiler in der diesjährigen Meisterschaft. Näfels trat entschlossen auf und hat sich diesen Sieg mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdient.

 

Seat Volley Näfels setzte den Meisterschaftsleader von Beginn an unter Dauerdruck. Die Glarner waren in allen Belangen überlegen. Ob Service, Annahmen oder am Block alles gelang nach Wunsch. Dazu nutzten die Angreifer fast jede Chance zum erfolgreichen Abschluss. Amriswil fand kein Mittel um diese Angriffe abzuwehren. Mit einem Dreierblock wie aus dem Bilderbuch gewann Näfels den 1. Satz mit 25:17.

 

Viel Arbeit für die Trainer

 

Amriswils Trainer Westman reagierte darauf mit der Einwechslung des Diagonalspielers Zvolanek. Dies zeigte sofort Wirkung. Der Tscheche machte mit seinen kraftvollen Services und Angriffen viel Druck. Amriswil setzte sich ab, führte  12:8. Trainer Serramalera sah diesen Punktverlusten nicht länger zu, nahm ein Timeout und fand die richtigen Worte. Näfels holte vier Punkte in Serie und glich zum 12:12 aus. Wieder einmal hatte ein Gegner mit den speziellen Services von Büschi grosse Mühe. Das Spiel ging nun ausgeglichen auf sehr gutem Niveau weiter. Tonga, Osias und Obeid waren sehr wirkungsvoll. Zudem punktete auch Passeur Bär zweimal nacheinander mit einem Smash und einer herrlichen Finte. Beim 22:22 riskierte der Amriswiler Zvolanek beim Service sehr viel – zuviel, der Ball landete im Netz und Näfels nahm das Geschenk an. Mit Cleverness, das heisst zwei dosierten Services von Osias und zwei sehr gut platzierten Angriffen des kurz zuvor eingewechselten Rafa entschied Näfels auch den zweiten Satz für sich.

 

Amriswil zündete den Turbo

 

Im dritten Satz hatte Näfels nicht den Hauch einer Chance. Amriswil dominierte. Die Näfelser Angriffe blieben in der Amriswiler Abwehr hängen. Die Überzeugung und der Druck den Näfels im zweiten Satz auszeichnete waren verflogen. Von Beginn an lag der Favorit aus Näfels im Hintertreffen. Mit einem Angriff und einer Finte des erstmals spielberechtigten Neuzuzugs Karic ging Amriswil in Führung. Mit einem guten Angriffspiel, ausgehend von endlich besseren Annahmen bauten sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Eine Freude für die einheimischen Zuschauer waren die tollen Angriffe des 19-jährigen Adrian Schläpfer, einem Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen. Mit 25:19 ging der dritte Satz verdient an Amriswil.

 

Mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten begann der vierte Satz. Beim Stand von 10:10 handelte Serramalera und nahm Obeid vom Platz. Der Punktesammler aus den ersten beiden Sätzen wirkte müde. Andy Sutter übernahm seine Position. Auch dieser  Wechsel war erfolgreich. Ruedi Gygli: "Der Trainer hat heute sehr gut gecoacht und immer zum richtigen Zeitpunkt einen Wechsel im Team vorgenommen."

 

Das besondere Spiel des Marco Bär

 

Nach einem Tonga-Angriff, einem Service-As von Roman Sutter und einem herrlichen Dreierblock führte Näfels erstmals mit drei Punkten Vorsprung. Diesen verwalteten die Glarner geschickt mit sauberem Sideoutspiel. Am Ende hiess es 25:20. Nach knapp zwei Stunden Spiel verwertete Näfels den ersten Matchball zum verdienten Sieg von 3:1. Captain Rafa der nach seiner Verletzung erstmals wieder als erfolgreicher Angreifer im Einsatz stand strahlte: "Heute haben wir als Mannschaft überzeugt. Jeder war darauf bedacht, der Mannschaft zu dienen."

 

Das Fazit von Tony Westman, dem neuen schwedischen Trainer von Amriswil: "Näfels Services und Annahmen haben heute den entscheidenden Unterschied ausgemacht. Wir haben den Rhythmus nicht immer gefunden und so gelang uns das Sideoutspiel nicht gut genug.“   

 

Ein besonderes Spiel war diese Begegnung für Näfels’ Passeur Marco Bär, der in dieser Saison vom Thurgau ins Glarnerland zog: „Es war komisch hier zu spielen. Aber ich war noch etwas motivierter als sonst. Aber ich war auch nervös, noch etwas nervöser als sonst, aber es war eine gute Nervosität. Ich denke, für mich war das Spiel heute mein bestes Spiel dieser Saison.“   

 

TV Amriswil – Seat Volley Näfels 1:3 (17:25, 22:25, 25:19, 20:25)

 

TV Amrsiwil: Rutishauser (Libero), Petzold (Passeur), Hermann, Stojkovic,  Zvolánek,  Büsser, Dalog, Willi (Captain), Schläpfer, Karic, Jankowski. Trainer: Tony Westman (SWE)

 

Seat Volley Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Roman Sutter, Bedrac, Obeid, Tonga, Osias, Büschi, Trainer: Juan-Manuel Serramalera (ARG)