Montag, 27. November 2006; 07:00
Allgemein

SEAT Volley Näfels auf dem Weg zur Pole Position

Von: Köbi Hefti

Seat Volley Näfels hat das Spitzenspiel der 9. Qualifikationsrunde der Volleyball Meisterschaft gegen den bisherigen Leader Chênois klar mit 3:0 gewonnen. Damit revanchierten sich die Glarner für die 3:0 Niederlage im Oktober in Genf auf eindrückliche Weise. Näfels ist jetzt alleiniger Tabellenführer.

Die Genfer traten als Tabellenführer am Samstag in Näfels an um diese Position zu verteidigen. Doch schon nach wenigen Spielminuten war allen in der Halle klar, dass es für Chênois schwer würde, um Seat Volley Näfels heute zu besiegen. Die Einheimischen überzeugten, während die Gäste nur selten richtig in Fahrt kamen. „Wir spielten von Beginn an verhalten, hatten Angst Fehler zu machen und so haben wir unser Potential nicht ausgeschöpft“, fasste Genfs Libero Wälchli die Leistung seines Teams zusammen.

 

Das Haar in der Suppe

 

Vor allem im ersten Satz, den Näfels in nur 20 Minuten mit 25:16 dominierte, spielten die Einheimischen nahe am Optimum. Trainer Serramalera, der sein Team sehr gut auf den Gegner eingestellt hatte, sah dies ähnlich, fand aber doch noch ein Haar in der Suppe: „Optimal war das noch nicht, wir können die Zahl der Eigenfehler noch weiter reduzieren.“ Wie richtig seine Beobachtung ist zeigt ein Blick auf die Statistik. Bis zur Satzmitte unterliefen seinem Team einige Fehler mit verschlagenen Angriffsbällen und Services. Und genau so lange war das Spiel vom Resultat her auch ausgeglichen. Danach aber, als Näfels fehlerlos blieb, dominierten die Serramalera-Schützlinge fast nach Belieben.

 

Mentale Stärke

 

In den Durchgängen zwei und drei kam Seat Volley Näfels jeweils zu Satzbeginn arg in Bedrängnis. „Wir waren zu wenig konzentriert“, lautete das einstimmige Urteil aller Akteure zu den Kaltstarts. Anders als auch schon reagierte das Team des Jahrgangs 2006/2007 aber mit viel Willen und mentaler Stärke. Teammanager Ruedi Gygli: „Es ist schwierig einem Rückstand nachzurennen (9:14 im 2. Satz, 0:5 im 3. Satz, Anm. der Red.). Doch das Team fand zurück zu seinem Spiel, holte Punkt um Punkt auf und so kam auch die Sicherheit wieder. Sie haben im Kopf in diesen beiden Sätzen sehr, sehr stark gespielt.“ Diese mentale Stärke scheint beim diesjährigen Team immer mehr ein Qualitätsmerkmal zu werden. Vielleicht liegt dies daran, dass die grosse Mehrheit der Spieler in ihrer bisherigen Karriere noch nie einen Titel gewonnen hat und deshalb äusserst erfolgshungrig ist.

 

Heimrecht und Vorfreude auf die Playoffs

 

Alle Spieler waren sich bewusst, dass sie mit einem Sieg gegen Chênois gute Chancen haben, die Qualifikation für die im Januar beginnenden Playoffs auf dem ersten Rang zu beenden und sich so dass Heimrecht für die KO-Runde zu sichern. Ivan Bedrac, welcher im dritten Satz Passeur Bär ersetzte, sagt das so: „Alle Spieler wollten unbedingt gewinnen, so traten wir sehr geschlossen als Team auf. Alle kämpften, niemand wollte diesen Satz verlieren und über einen 4. Satz gehen. Diese Einstellung und dieser Teamgeist waren super!“ Auch der argentinische Annahme- und Aussen-Spieler Alvarez, besser bekannt als „Tonga“, lobte: „Sehr gut waren heute die Konzentration des Teams und die Regelmässigkeit, mit der wir agierten.“

 

Roman Landolt, der zurückgetretene Captain von Näfels war ebenfalls Zaungast und war mit seinen ehemaligen Kollegen zufrieden: „Das war recht überzeugend, auch wenn Chênois eher schlecht spielte. Näfels hinterlässt einen guten Eindruck. Auch nach Rückständen hat sich die Mannschaft wieder gefangen. Das zeugt von einem guten Charakter des Teams“. Der langjährige Betreuer Lütschg kommt gar ins Schwärmen: „Das ist eine Mannschaft, die wirklich zusammenhält. Es gefiel mir ausgezeichnet, wie sie den 2. Satz noch gekehrt hat. Die Mischung aus jüngeren und älteren Spielern passt. Das ist ein Team, das viel Freude macht und noch machen wird. Wir dürfen uns freuen.“