Freitag, 2. November 2007; 18:28
Allgemein

Schweizermeisterschaft NLA: Zweimal in Folge verlieren wir nicht gegen Armriswil

Von: Rolando K. Küng

Die Neuauflage des Supercupfinals findet auswärts in Amriswil statt und zwar just am Tag an welchem für einmal der Vorstand der Näfelser Volleyballer im Rampenlicht steht.   Das will nun aber nicht heissen, dass das Derby deshalb nicht genau so ernst genommen würde wie immer. Schön wäre es, wenn die Spieler dem Kulturpreis auch noch zwei Punkte für die Tabelle folgen liessen. Nach der Niederlage in Genf ist die Mannschaft sicher wieder hungrig.

Bild: rkk-Büsser, Rutishauser, Soares und Bär wollen es gegen SEAT Volley Näfels ganz besonders gut machen und sind hochmotiviert

Bei der Suche nach Gemeinsamkeiten fällt auf, dass die beiden Dominatoren der letzten Jahre aus der Deutschweiz je gegen einen Vertreter aus der Westschweiz ihre erste und einzige Niederlage kassiert haben. Diejenige der Glarner gegen Chênois vom Mittwoch war knapp und nicht so zwingend, aber die der Thurgauer in ihrem ersten Heimspiel war eine richtige Klatsche. Gegen Lausanne UC hatten sich die Einheimischen offenbar total verschätzt und gingen vor den durch den hochbetagten US-Trainer Carl McGown trainierten Studenten mit wehenden Fahnen unter. Eine Woche später musste die Jalal-Truppe auch gegen Münsingen wieder erst mit 0:2 Sätzen im Hintertreffen liegen, bevor sie sich darauf besann, ihr bestes Volleyball auszupacken und den Spiess noch umzudrehen.

 

 

Näfels im CEV Cup erfolgreicher

 

Zusammen mit SEAT Volley Näfels vertrat der TV Amriswil die Schweiz auch im CEV-Cup. Doch gegen die Serben von Radnicki KRAGUJEVAC waren keine Lorbeeren zu holen. Die Oberthurgauer verloren klar in beiden Spielen und müssen nun damit Vorlieb nehmen im tiefer kotierten Challenge Cup ihr Glück weiter zu versuchen. SEAT Volley Näfels hat ganz im Gegensatz dazu seinen Gegner Prilep aus Mazedonien ohne Schwierigkeiten mit zwei klaren Siegen abgefertigt und darf im Dezember gegen Toulouse (Fr) in den Achtelsfinals antreten.

 

 

Killerinstinkt wieder finden

 

Durch die Niederlage beim Final des Supercups haben die Näfelser natürlich noch eine Rechnung offen mit ihrem heutigen Gegner. „Im Spiel gegen Chênois fehlte oft der Killerinstinkt,“ meinte Trainer Michel Bolle bereits mit etwas Distanz zum Spiel und nachdem er das Video genau studiert hatte. Seine Spieler hätten noch viel zu oft unnötig Energie auf dem Feld verbraucht um über verpasste Blocks oder missratene Angriffe zu diskutieren. „Wir müssen uns nun einfach wieder auf unsere stärkste Waffe, das Side-out, konzentrieren und sicher besser spielen als in Genf,“ sah der Trainer klar die Stossrichtung. Die eine Niederlage und vor allem wie sie zustande kam, hat eigentlich keine grosse Bedeutung. „Und zweimal hintereinander verlieren wir nicht und schon gar nicht gegen die Blauen aus Mostindien,“ liess der Trainer kämpferisch verlauten. Dazu sei schlicht die Rivalität zu gross schliesslich wissen einige der Spieler um Captain Andy Sutter sehr genau, wie man im Amriswiler Hexenkessel spielen muss um die Gastgeber dort schlagen zu können. Es muss das Ziel sein den Block sowie das Spiel über die Mitte als stärkste Waffe einzusetzen. Gelingt dies, haben die Glarner absolut intakte Chancen Spiel Nr. 2 der Dreierserie gegen die stärksten Gegner der NLA zu gewinnen. Natürlich muss niemand Captain Marco Bär und die Spieler um ihn herum speziell motivieren gegen den Serienmeister zu glänzen und schon gar nicht vor eigenem Publikum. Schon oft aber war es das Team selbst, das sich zuhause vom Erwartungsdruck seiner Fans beeindrucken liess und dann blockierte. Vor einem Jahr jedenfalls gelang SEAT Volley Näfels mit 3:1 ein auch in den Sätzen klarer Erfolg. Nur stand da Passeur Bär auch noch auf Glarner Seite. Wie das heute ausgehen wird bleibt offen, aber den Kulturpreis hat der Klubvorstand auf jeden Fall schon gewonnen, ganz im Gegensatz zur Mannschaft und den angestrebten zwei Punkten. So einfach werden die nicht zu holen sein.