Schweizermeisterschaft NLA: Wertvolle Erkenntnisse nach Klatsche
SEAT Volley Näfels hat nach dem über weite Strecken sehr schlechten Spiel gegen die Thurgauer eine sehr klare Niederlage kassiert. Wenn gleichzeitig alle Waffen einer Mannschaft versagen, kann das nur schiefgehen. Dass dies nur sehr selten vorkommt, wissen alle im Team und darob nun einen Stab zu machen wäre sicher falsch. Die Niederlage Nr. 2 in Folge ist durchaus erklärbar.
Bild: rkk-Ein engagierter Trainer Jalal erklärt seinem Brasil-Star Alan Soares und Mittelblocker Chrigou Willi wie es geht.
Niemand zweifelt daran, dass SEAT Volley Näfels heuer ein eher einfaches Startprogramm hatte indem es zuerst als Gegner die vier eher schwächeren Teams der NLA zugeteilt bekam. Ausserdem war auch Prilep im CEV Cup absolut kein Gradmesser. So resultierten aus den ersten sechs Spielen der neuen Saison auch ebensoviele Siege. Die Näfelser Volleyballer waren also bereits auf dem Gipfel. Nur wusste niemand so genau wie hoch denn dieser nun Gipfel tatsächlich war. Nach zwei von drei Spielen gegen die drei seit Jahren härtesten Widersacher des Serienmeisters, weiss man schon einiges mehr über die Höhe des Gipfels. Gar so hoch war er nicht!
Strohfeuer brachte Satzgewinn
War die Niederlage gegen Chênois noch durchaus sehr knapp nach ansprechendem Spiel, unterlagen die Näfelser dem TV Amriswil klar und deutlich nach einem schlicht katastrophalen Match. Da kann auch die Leistungssteigerung im dritten Satz nicht darüber hinwegtäuschen, denn diese wurde ja auch nur möglich, weil die Oberthurgauer kurzzeitig etwas nachliessen. Aber wenigstens kam noch der Satzgewinn zustande, dies dank viel mehr Kampf und Chrampf als technischer Beschlagenheit oder raffiniertem Spielwitz. Die Worte des Trainers in der Kabine waren an Deutlichkeit nicht mehr zu übertreffen und der Eindruck die sie auf jeden einzelnen Spieler machten, reichte wenigstens zu einer feinen kämpferischen Leistung. Mehr als ein Strohfeuer war das aber nicht und reichte über den dritten nur noch bis zur Hälfte des vierten Satzes. Dann war das Pulver buchstäblich verschossen und keiner im Team war mehr wirklich fähig zu einer Reaktion, zu einem Aufbäumen welches aber nötig gewesen wäre, um den Satzausgleich zu erkämpfen.
Geheimplan von Marco Bär und TVA
Der Gegner wollte diesen Sieg viel mehr und scheint in der Zwischenzeit das Rezept gegen Näfels gefunden zu haben. Ob wohl eine von langer Hand geplante Strategie dahinter steht, Passeur Marco Bär für ein Lehrjahr ins Glarnerland geschickt zu haben? Auf jeden Fall ist augenscheinlich, dass die Ostschweizer mit viel mehr Selbstvertrauen agieren und vor dem lange Jahre übermächtigen Gegner heute ohne Komplexe auftreten. Lange ist es her, seit eine Näfelser Mannschaft zweimal in Folge gegen die Blauen aus Amriswil verloren hat.
Gygli’s Erklärungen
„Chênois war im Angriff besser und Amriswil im Blockspiel,“ analysiert Manager Gygli einen Tag nach dem Spiel. Dies seien die Komponenten welche die ersten Gegner noch nicht ausspielen konnten, aber man habe ja gewusst, dass die starken Teams auch ganz anders auftreten werden. Darauf hätte man sich halt einstellen müssen, aber das sei den Spielern nicht gelungen, vor allem den drei Brasilianern nicht und darob sei er schon herb enttäuscht. „Man kann dem jungen Andy Sutter, zur Zeit in der Sportler-RS, keinen Vorwurf machen, für ihn ist alles noch zu neu,“ erklärt Gygli. Nicht von ihm und nicht von den andern beiden ebenfalls im Militärdienst weilenden Marco Gygli und Fabian Brander hätte die Höchstleistung kommen müssen, aber von den Ausländern ganz sicher. Wobei André „Miller“ nur unter der Wirkung einer schmerzstillenden Spritze mittun konnte. (starke Rückenschmerzen) Ein Spieler wie Rafa war letztes Jahr in solchen Momenten die halbe Miete, „leider konnten wir ihn aus finanziellen Gründen nicht mehr bei uns halten, obwohl er selbst sehr gerne bei uns geblieben wäre,“ dachte Manager Gygli laut darüber nach, was denn im Moment der Mannschaft am meisten fehlt. Aber nun muss mit den Mitteln gekämpft werden die zur Verfügung stehen. Von Vinicius könne man aufgrund seines Alters im Moment noch nicht viel mehr erwarten und Miller, als Mensch und Spieler eine grossartige Persönlichkeit, sei von der Position her als Mittelblocker nicht in der Lage die Mannschaft so mitzureissen wie zum Beispiel der Diagonalspieler. „Und genau Joelson war bisher die Enttäuschung mit seiner unregelmässigen Leistung und dem Unvermögen voranzuschreiten und seine Kameraden mitzureissen,“ resümierte ein etwas frustriert wirkender Manager Gygli.
Die Lösung liegt im Kopf
Der hohe Rhythmus von zwei Spielen pro Woche ist wohl im Moment auch nicht gerade ideal wenn man bedenkt, dass von elf Spielern des Kaders letzte Woche gerade mal knapp die Hälfte regelmässig trainieren konnte. Und bei zwei Ernstkämpfen betreibt man nur noch einen Mix zwischen aktiver Erholung und der Neuvorbereitung auf das nächste Spiel. So gesehen kamen die beiden bisherigen Spiele gegen starke Gegner schon etwas zum falschen Zeitpunkt. „Eine Ausrede bringen wir nicht, bestensfalls eine Erklärung,“ bittet Trainer Bolle die ganzen Umstände zu berücksichtigen. Und er betont noch einmal: „wenn es um die Wurst geht, müssen wir auf unserem höchsten Niveau Volleyball spielen können.“ Und das sei ja noch weit entfernt. Das Dümmste sei doch, sich gerade jetzt von diesen beiden Niederlagen verrückt machen zu lassen. Das wäre dann 100% kontraproduktiv und würde der Mannschaft sehr viel schaden. Gerade im psychologischen Bereich sieht Trainer Bolle noch eine riesenmenge Arbeit vor sich. Seine Analyse hat ergeben, dass sein Team noch viel zu schnell aus dem Tritt gerät, wenn es mal zwei, drei Punkte hintereinander kassiert. Der Weg zum nächsten Side-out sei oft zu lang. Nicht selten brauchen die Angreifer mehrere Angriffe um den Ball auf den Boden zu bringen, wenn es dann überhaupt noch dazu kommt. Gegen die starken Teams sei das der Anfang des ganzen Übels. Es gilt nun also ruhig weiterzumachen und ja nicht in Panik zu verfallen. Die Probleme liegen ja offen da und nun geht es darum sie zu lösen.



























































































