Sonntag, 6. Januar 2008; 17:50
Allgemein

Schweizermeisterschaft NLA: Was folgt bei der Premiere nach dieser missglückten Hauptprobe?

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels vs TV Amriswil 0:3 (23:25, 09:25 (!), 20:25)   Ein halber Satz lang top, nachher nur noch Flop. Mit riesengrosser Ernüchterung sehen Verantwortliche und Zuschauer, wie wenig es braucht um das einst so stolze SEAT Volley Näfels völlig von der Rolle gleiten zu lassen. Es fehlt der Leader.

Bild: mü-Roman Sutter lieferte eine gute Partie ab. Leider nur er!


Das Eintrittsgeld nicht wert

Meinte man fälschlicherweise, dass die diesjährige Mannschaft bereits im Dezember mit sieben Niederlagen aus acht Spielen den Tiefpunkt erreicht hatte, so muss man diesen Eindruck revidieren. Nach dieser jämmerlichen Vorstellung, welche die Näfelser Volleyballer im Buchholz abgeliefert haben, kann man sich kaum vorstellen, dass es spielerisch noch weiter bergab gehen kann. „Die Reise von Schwyz nach Glarus hat sich nicht gelohnt, wir sind sehr enttäuscht über dieses schlechte Spiel,“ meinten unzufriedene Zuschauer welche sich an diesem trüb-kalten Sonntag ein schönes und spannendes Volleyballspiel ansehen wollten. „No comment“, dieser präsidiale Kommentar von Klaus Görauch sagt ebenfalls genug über das eben Gesehene aus. Wohl hätte eine solche Heimmannschaft in fast jeder anderen Sportart ein gellendes Pfeiffkonzert über sich ergehen lassen müssen und verdient hätten sie das auch. Es spricht für die sehr zahlreich anwesenden Zuschauer und auch für die Sportart Volleyball, dass dieses ausgeblieben ist.

 

 

Satzverlust trotz grossem Vorsprung

Ganz am Anfang sah es überhaupt nicht danach aus, als ob SEAT Volley Näfels hier mit wehenden Fahnen untergehen würde. Die Spieler um Captain Andy Sutter traten entschlossen auf und zeigten ein fast fehlerfreies Spiel. Daraus resultierte ein klarer Vorsprung von sieben Punkten bei 16:9. Ein nicht verwerteter Angriff und ein Servicefehler mit zwei kassierten Punkten in Folge war Trainer Bolle ein Time-out wert. Es waren ja immer noch fünf Zähler Vorsprung und nach einem Unterbruch soll es das Ziel sein, bestimmt den nächsten Punkt wieder sicher zu buchen. Andy Sutter hätte diesen auch gemacht wäre da nicht Marco Bär mit einem Einerblock gestanden. Bis zum Ausgleich bei 21 Punkten folgte bei Näfels Fehler auf Fehler und damit nicht genug, Amriswil zog gleich an den konsternierten Näfelsern vorbei und buchte insgesamt sieben Punkte in Folge! Verwunderung machte sich breit wie die Näfelser nur noch zusehen konnten wie die Oberthurgauer bei 24:21 zum ersten Satzball kamen. Zweimal hintereinander genau der selbe Spielzug, welcher beide Male im Angriffsfehler von Vinicius gipfelte. Es war schlicht unglaublich. Den zweiten Satzball verwertete Thomas Büsser durch die Mitte und mit diesem schier unmöglich geglaubten Satzverlust, waren die Näfelser Volleyballer auch schon erledigt.

 

 

Unsichere Mannschaft am Boden zerstört

Was nachher folgte war ein Trauerspiel und eines NLA-Klubs schlicht nicht würdig. Das Satzresultat von 9:25 spricht Bände. Es bedarf auch keines weiteren Kommentars. Auch im dritten Satz war Näfels nicht mehr wirklich zu einer Reaktion fähig, obwohl das Spiel wenigstens noch bis zur Satzmitte ausgeglichen gehalten werden konnte. Dann aber war der ohnehin schon geringe Widerstand gebrochen und ein verpasster Block von Captain Andy Sutter setzte dem Leiden endlich ein Ende. „Wenn wir so weiterspielen, müssen wir aufpassen nicht gegen den Abstieg kämpfen zu müssen,“ brachte es Manager Gygli auf den Punkt.

 

Top-Spieler Näfels: Roman Sutter

Top-Spieler TVA: Marco Bär

 

 

 

Matchtelegramm

 

Buchholz, Glarus 06.01.2008, 16:00 h

Spieldauer  70 Minuten

Zuschauer: 450

 

SEAT Volley Näfels – TV Amriswil 0:3 (23:25, 09:25, 20:25)

  

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Gygli (Passeur) Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Roman Sutter, Christof Suter, Büschi, Joelson, Miller, Vinicius, Trainer: Michel Bolle

 

TV Amriswil: Bär (Passeur),  Kertaj (Libero), Rutishauser, Eichenberger, Karic, Soares, Büsser, Willi,Schläpfer, Prawdzic, Perler, Trainer: Baghdady

 

1.SR: Weinberger

2.SR: Stanisic