Montag, 22. Oktober 2007; 16:39
Allgemein

Schweizermeisterschaft NLA: Näfels versucht fünfter Sieg in Serie

Von: Rolando K. Küng

Sieht man einmal vom Aussetzer im Final des Supercups ab, steht SEAT Volley Näfels in seinen bisherigen vier Ernstkämpfen mit reiner Weste da.   Bisher musste noch kein einziger Satz dem Gegner überlassen werden. Als logische Folge daraus stehen die Glarner einerseits an der Tabellenspitze der NLA und andererseits mit der Möglichkeit zum Einzug in die Achtelsfinals des CEV-Cups.

Bild: Swica Volley Münsingen mit Erfolgstrainer Gerson gastiert in der linth arena sgu


Einen besseren Einstand konnte sich Trainer Michel Bolle überhaupt nicht wünschen. Und trotzdem sprach er am letzten Sonntag nach der mässigen Leistung der meisten seiner Spieler trotz 3:0 Sieg über Prilep eine deutliche Sprache. „Ich will, dass sich jeder von euch Gedanken macht wo und wie er mit seiner eigenen Leistung dem Team noch mehr helfen kann,“ lancierte er die Hausaufgabe bis zum nächsten Training. Für alle, inklusive ihm selbst gehe es immer darum zu lernen und zu Erkenntnissen zu kommen, welche die Mannschaft weiterbrächten. Die Saisonziele seien ja klar und es schade nichts, sich diese immer und immer wieder vor Augen zu führen. Es sei nicht die Zeit, sich nach jedem gewonnenen Spiel schon wie ein Weltmeister zu fühlen. Dabei spricht er vor allem diejenigen Leistungsträger an, von welchen er weiss dass sie mehr zeigen können, es aber bisher noch nicht getan haben.

 

                                            

Marc Gerson kehrt ins sgu zurück

 

Und er hat wohl recht, wenn er in seinem Druck nicht nachlässt. Bei einem Blick auf die aktuelle Tabelle der NLA sieht man, dass SEAT Volley Näfels bis jetzt seine klaren Siege gegen die Gegner auf den Positionen 6-8 gelandet hat. Mit Swica Volley Münsingen kommt nun aber ein Gegner, welcher vor der Saison, nicht zuletzt von seinem eigenen Trainer, mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht wurde. Man kennt Marc Gerson hierzulande gut und deshalb versteht man es auch, seine Voraussagen richtig einzuordnen. Ausserdem bestehen auch noch direkte Verbindungen und Kontakte zwischen Spielern und Management der beiden Klubs. So spielt Captain Andy Sutters’ Beach Volleyball Partner Jonas Weingart bei den Aaretalern auf der Diagonal-Position und auch der Ex-Näfelser Carlos Guerra (Mex) pflegt mit Manager Gygli einen regen Kontakt. Da sind also einerseits die Informationen im direkten Gespräch, andererseits der sehr klare und überzeugende Sieg der Näfelser über die Berner beim Supercup und ausserdem die aktuelle Tabellenlage. Diese zeigt Münsingen mit einem Auswärtssieg gegen Sursee und den dafür gewonnen zwei Punkten auf dem fünten Rang. Beide Heimspiele gingen aber verloren. Eine 2:0 Satzführung gegen den TV Amriswil reichte nicht um auch noch das Spiel zu gewinnen. Auch gegen den CS Chênois gabs eine Niederlage, wobei jetzt die Berner, im Gegensatz zum Spiel gegen die Thurgauer, ab Mitte des Spiels immer besser in Fahrt kamen und nach dem dritten beinahe auch noch den vierten Satz gewannen.

 

 

Was ist der grosse Unterschied?

 

So ist also der grosse Unterschied zwischen Näfels und Münsingen der, dass die Berner bisher bereits gegen zwei der Spitzenteams gespielt haben, den Glarnern dies aber noch bevorsteht und sie somit den Beweis noch schuldig sind, gegen diese gewinnen zu können. Trainer Bolle wertet alle Statistiken immer genauestens aus und weiss jetzt schon, wie er sein Team auf die Gerson Truppe einstellen wird. Auf jeden Fall ist ihm dies beim Supercup vorzüglich gelungen und jeder einzelne der Spieler war hochmotiviert, den Emporkömmling entschieden zurückzubinden. Entsprechend klar war denn auch der Sieg für die Näfelser. Eigentlich müssten die Aaretaler nun damit beginnen, auch Spitzenteams zu schlagen. Und da wäre doch SEAT Volley Näfels gerade recht, zumal man vom Meister ja noch nicht so recht weiss, wie stark er diese Saison wirklich ist. Aber viel eher werden die Spieler um Captain Sutter diesen Match als willkommene Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Mazedonien gegen Prilep mitnehmen und demzufolge auch Vollgas geben. Bevor es also Münsingen gelingt, den Meister in seiner eigenen Halle zu schlagen, müsste die Gerson Truppe in der Lage sein, endlich einmal während eines ganzes Spiels ihre absolute Topleistung abzurufen und Gastgeber SEAT Volley Näfels dem fatalen Fehler unterliegen, in Gedanken bereits in Mazedonien zu sein. Garant dafür dass es nicht soweit kommen wird ist einerseits Trainer Bolle und andererseits das Team selber, denn schliesslich haben bis dann ja alle ihre Hausaufgaben gemacht und wissen genau wie sie spielen müssen um Münsingen auch diesmal ganz sicher zu schlagen.