Schweizermeisterschaft NLA: An der Tabellenspitze
SEAT Volley Näfels steht nach zwei Runden der Qualifikationsrunde der NLA-Meisterschaft mit einer makellosen Bilanz von zwei Siegen und 6:0 Sätzen zu Buch. Wohl aber haben die Näfelser noch nicht gegen ein Spitzenteam gespielt. Von Aufsteiger Martigny konnte man das nicht erwarten, von Pallavolo Lugano schon eher. Deren Neuverpflichtungen wurden spektakulär angekündigt, hielten bis jetzt aber nicht, was man sich von ihnen versprechen konnte.
Bild: rkk-Einzelgespräche wie hier zwischen Trainer Bolle und seinem Passeur Bedrac gehören beim neuen Trainer zum Standardprogramm
Gut tun die beiden klaren Siege der Mannschaft alleweil. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle wie stark die Gegner waren. Schliesslich stehen von der letztjährigen Stammformation gerade noch Andy Sutter, Samuel Büschi und Dani Werner im neuen Team. Dazu kommt der Trainerwechsel und damit hält auch eine andere Schule Einzug im Klub. Der sehr erfolgreiche Argentinier Serramalera war einiges lauter und temperamentvoller als Nationaltrainer Michel Bolle, von dem viele sagen er sei zu ruhig. Als Spieler gewann Bolle immerhin sieben Meistertitel und holte fünf Cupsiege. Als Trainer bei Ecublens und Lausanne UC gelang es ihm jedoch nicht, irgendwelche Titel zu erringen. Dabei stand ihm oft eben dieser argentinische Trainer mit seinen in gelb-schwarz gekleideten Spielern wie agressive Wespen gekleidet, als Schreckgespenst im Weg zu seinen Titeln als Trainer. So zum Beispiel in jüngster Zeit in den Halbfinals des letzten Winters sowohl im Cup als auch in der Meisterschaft. Doch das ist nun buchstäblich Schnee von gestern. Die drei erwähnten Schweizer Spieler kennt Bolle von der Hallennationalmannschaft und mit den übrigen musste er ohnehin von Null an beginnen. Solange der Erfolg da ist, spielt der Stil ohnehin keine Rolle. Und er traut dieser Mannschaft und sich selber auf jeden Fall einiges zu und ist überzeugt von der richtigen Auswahl der Neuverpflichtungen. Das Team sei in einer positiven Phase und er erwarte eine ganz klare Steigerung in den nächsten zwei Wochen.
Auch Lugano mit neuem Gesicht
Mit Dario Bettello steht nach wie vor der selbe Trainer bei den Luganesi, das Team hat aber ebenfalls ein komplett neues Gesicht im Vergleich zum letzten Jahr. Luca Coco und Libero Rathlef fehlen ebenso wie Passeur Newcomb und zwei Brasilianer. Einzig Mittelblocker Caio (Br) ist geblieben, er besucht im Tessin auch eine Handelsschule und will auf jeden Fall bis zum Abschluss dort bleiben. Der neue Passeur Ruan stand bis April bei Sada Betim (Br) neben Guilherme Brito Santos (Guiga) im Team. Guiga kennt man ja bei Näfels bestens, er war der Vorgänger von Marco Bär am Pass. Ruan kam neben Guiga in etwa gleich viel zum Einsatz wie Ivan Bedrac neben Bär. Lateinamerikanische Trainer pflegen immer nur die absolut besten sieben Spieler aufs Feld zu schicken, das weiss man auch bei Näfels. Und dies auch in einem Spiel gegen einen leichteren Gegner. Diese fehlende Spielpraxis ist dem jungen Brasilianer nun noch deutlich anzumerken. „Unser Passeur hat eine ganze Klasse besser gespielt als der unseres Gegners,“ meinte denn auch ein stolzer Manager Gygli nach dem Spiel. Dies zeigt nicht zuletzt, wieviele Möglichkeiten zur Erlangung von Spielpraxis den Spielern von SEAT Volley Näfels geboten wird. Und ein ehrgeiziger Spieler wie Ivan Bedrac, auch dank einem 60% Arbeitspensum, kann seine Chancen nun voll wahrnehmen und dankt es bisher mit recht überzeugenden Leistungen. „Klar, gegen einen stärkeren Gegner wäre ich heute sicher nervös gewesen,“ meinte er nach dem zweiten 3:0 Sieg mit Näfels in dieser Saison. Aber auch er hat schnell gemerkt, dass Lugano in dieser Form keine echte Bedrohung für sein Team darstellt. Somit bleibt man fast geneigt zu sagen, dass bereits nach zwei Runden wieder so in etwa die üblichen vier Teams an die Spitze drängen wie in den früheren Jahren mit seiner Zweiklassen-Meisterschaft. Doch diese Betrachtung ist oberflächlich und trügerisch. Aber vielleicht helfen die beiden eher einfach errungenen Startsiege trotzdem, das Team um Captain Sutter voll Selbstvertrauen die nächsten Aufgaben anzugehen. Spielstärke, individuelle Klasse und vor Selbstvertrauen strotzend sind noch immer das Rezept für den Erfolg und so besteht immerhin die Chance dass Näfels auch nach Abschluss der ersten sieben Spiele noch die Tabellenspitze ziert.



























































































