Sonntag, 20. März 2016; 08:18
NLA

Schönenwerd hat Näfels den Marsch geblasen. Trotz Niederlage – noch ist der Final Zug für Näfels noch nicht ganz abgefahren

Von: Köbi Hefti

Gegen ein sehr stark aufspielendes Schönenwerd verlor Volley Näfels klar mit 0:3. Den Solothurnern gelang fast alles, den Glarnern fast nichts.

 

Der brillant aufspielende Schönenwerder Captain und Topscorer Jan Schnider brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Im Spitzensport ist es manchmal so, dass es sehr wenig braucht, damit es auf die eine oder andere Seite kippt. Heute spürte man, dass wir keinen Druck mehr hatten, im Gegensatz zu Näfels, dass drei Punkte gegen uns budgetieren musste, da alle seine direkten Konkurrenten gegen uns gewannen. Dies kann in einem Spiel viel ausmachen, plötzlich läuft alles für dich, obwohl du selber nichts anderes machst als die ganze Saison.“ Es ist unbestritten eine ausgezeichnete Leistung, ja gar das beste Spiel der Saison, das Volley Schönenwerd gegen Näfels gestern auspackte. Hellwach und voller Motivation und Spielfreude liess es den Gästen keine Chance. Für die Musik in der Erlimatt war allein Schniders Team zuständig. Näfels dagegen fand den Rhythmus nie. Dalibor Polak meinte dazu: „Wir hatten heute erstmals während der Play-offs einen schlechten Tag. Das kann passieren und dagegen kann man fast nichts machen. Die Spieler spüren den Druck, lesen in der Zeitung vom Final. Nun hoffe ich, dass wir am Mittwoch in Amriswil wieder bereit sind.“

Bereits bei Spielbeginn fand Näfels den richtigen Takt nicht. Vom ersten Ball an lag es im Hintertreffen. 3:8 und 9:16 hiess es bei den Timeouts, 15:25 am Schluss. Im zweiten Satz sah es nach einer Leistungssteigerung von Näfels besser aus - aber nicht für lange. Nach dem 11:11 schlichen sich erneut Misstöne ins Spiel ein. Ab diesem Zeitpunkt hatte dann mehrheitlich nur noch Schönenwerd Grund für Freudentänze. Am Ende ging auch dieser Satz mit 25:19 klar an die Gastgeber. Nach der Pause fand Näfels den Rhythmus schneller und besser als Schönenwerd. Erstmals lag das Polak-Team klar in Führung, 10:5 zeigte die Resultattafel. Dies war es dann aber, danach dirigierte Schönenwerds Passeur Giger seine Angreifer wieder hervorragend. Fast jeder Angriff sass, wurde zum Punkt, selbst auch in schwierigsten Situationen. Näfels Block fand kein Mittel um dagegen zu halten. Beim zweiten Timeout führte Volley Schönenwerd vorentscheidend mit 16:12. Im Finale spielte zwar auch Näfels nochmals mit, der Rückstand aber blieb. So gewann Schönenwerd auch den dritten Satz mit 25: 21 deutlich.

Obwohl Dalibor Polak nach dem Motto „Never change a winning Team“ mit demselben Personal wie am Mittwoch gegen Lausanne UC begann und dann mit Wechseln versuchte, die Harmonie und den Rhythmus im Spiel positiv zu beeinflussen - Volley Näfels konnte seine Register nie richtig ziehen. „Bei uns lief während des ganzen Matches praktisch nichts, während Schönenwerd auf einem sehr hohen Niveau spielte und sehr viel tat, um dieses Spiel zu gewinnen“, lautete Teammanagers Ruedi Gyglis Fazit. Dann ergänzte er in seiner Kurzanalyse: „Heute waren Service, Annahme, Block, Pass, Angriff und Verteidigung nichts – und mehr gibt es im Volleyball nicht.“

Matchtelegramm

Volley Schönenwerd - Biogas Volley Näfels: 3:0 (25:15, 25:19, 25:21)

Pre-Play-off 8. Spieltag
Erlimatt, Däniken,  Samstag 19. März 2016, 17:30 h
Spieldauer  67  Minuten
Zuschauer: 200

SR: : Weinberger, Grellier

Volley Schönenwerd
Startformation: Giger (Passeur), Schnider (Captain), Fischer (Libero), Richards, Gerber, Hänggi, Frame
Einwechslungen: Müller, Dervisaj

Trainer: Nikolas Buser
Assistenz-Trainer: Walter Brandt, Dominik Richner

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Gygli (Passeur, Captain), Sutter (Libero), Godoy, Pollock, Ehrat, Martinez, Gotch
Einwechslungen: Walzer, Milanez, Friend, Pulko, Wunderle

Trainer: Dalibor Polak
Assistenz-Trainer: Manfred Müller, Robin Bhaggan

Symptomatisch: Diese Annahme setzte den Schlusspunkt in Däniken