Donnerstag, 25. September 2008; 15:00
Allgemein

Saisonstart mit dem Supercup in Lausanne

Von: Rolando K. Küng

Immer in den geraden Jahren gewinnt SEAT Volley Näfels den Supercup. Wenigstens war das in den letzten Jahren so. Fast hätte aber Näfels im letzten Jahr diesen Rhythmus gebrochen. Gewonnen hat aber Amriswil und es könnte gut sein, dass dies auch heuer wieder so sein wird. Für SEAT Volley Näfels kommt das Stelldichein aller NLA Klubs wohl etwas zu früh.

Bild: rkk-Trainer Léo Carvalho sagt ab sofort wo es lang geht bei SEAT Volley Näfels

 

Erzrivale Amriswil lag im Tiebreak mit 14:7 scheinbar uneinholbar vorn. Die Sache schien gelaufen, ehe Samuel Büschi an den Service kam. Mit seinen Flatterbällen und den eigenen Flatternerven hatten die Blauen aus dem Thurgau urplötzlich allergrösste Mühe. Punkt für Punkt holte Näfels auf und das Unwahrscheinliche wurde Tatsache. Es kam zum Gleichstand bei 14 Punkten. So etwas hatte man noch kaum einmal gesehen. Hatte da der TV Amriswil plötzlich wieder Angst vor dem eigenen Erfolg? Doch dann gaben sich die Ostschweizer doch noch einen Ruck und gewannen schliesslich die Entscheidung mit 16:18 hauchdünn.

 

 

Näfels mit neuen Ausländern

 

Das war vor einem Jahr, doch es scheint, als ob das schon viel länger her ist. Seither ist viel passiert und nach einer schwachen letzten Saison der Glarner Volleyballer, will es die neue Mannschaft nun wieder wissen. Es stehen vier neue Ausländer im Team und ein anderer Trainer an der Seitenlinie. Mit Ausnahme von Annahmespieler Jacky Gaft aus Israel, setzt SEAT Volley Näfels weiterhin auf das Volleyballtalent und die Spielstärke der Brasilianer. Schliesslich haben vor der letzten Saison die meisten Brasilianer ihre Erwartungen durchaus erfüllt und mit Rafa Lins, sicher sogar übertroffen. Nun liegt es an der neuen Generation mit den jungen Silvio dos Santos (Mitte) und Bruno Amorim, beide 25-jährig und dem etwas älteren Marcelo Duarte, die Vorstellungen ihres Trainers 100% umzusetzen und vor allem den Weg zu einer Einheit mit den Schweizer Spielern zu finden. Dass es Mentalitätsunterschiede gibt ist ja klar, aber diese waren irgendwie schier unüberbrückbar in der Mannschaft des letzten Jahres. Dazu kam, dass auch der oder die Trainer nicht viel helfen konnten um den Graben zu überwinden. Das Resultat war sichtbar und alle im Klub tun gut daran, das nun endgültig zu vergessen.

 

 

Grosse Geheimniskrämerei

 

SEAT Volley Näfels wird in der Gruppe B zuerst gegen den TV Amriswil, dann gegen den CS Chênois und kurz darauf auch noch gegen den PV Lugano antreten. Diese drei Spiele auf zwei Gewinnsätze werden innerhalb von ungefähr fünf Stunden absolviert. Es könnten also neun Sätze sein, welche innert dieser kurzen Zeit gespielt werden müssen. Doch lamentieren nützt nichts, es gibt nur eines, in jedem Spiel das Beste geben und nachher Bilanz ziehen. Allzu viel darf aber von den Näfelser Volleyballern noch nicht erwartet werden, nicht zuletzt durch die Absenz von Diagonalspieler Bruno Amorim. Wie jedes Jahr wird vor dem Supercup gross auf Geheimniskrämerei gemacht. Ausser bei Näfels, Amriswil, LUC, Lugano und man staune, Aufsteiger VBC Andwil-Arnegg, ist bei den übrigen NLA-Klubs auf ihren Webseiten auf der Suche nach Informationen Fehlanzeige. Niemand gibt preis mit welcher Aufstellung in die neue Saison gestartet werden wird. Kein Sterbenswörtchen steht noch nicht einmal darüber, ob überhaupt schon Vorbereitungsturniere gespielt wurden. So etwas muss ja die Fans und Sponsoren auch nicht interessieren, scheint es. Vielleicht täten diese Klubs aber trotzdem gut daran, ihre Informationspolitik moderneren Bedürfnissen anzupassen. Aber das wäre dann mit Arbeit verbunden und niemand will diese offenbar leisten.

 

 

Schlankerer Modus erlaubt frühere Heimreise

 

Der Modus des Supercups wurde etwas modifiziert. So spielen die Viertklassierten der Gruppenspiele nicht mehr um den 7./8. Platz. Die Gruppendritten ermitteln ab 10.00 Uhr am Sonntag den 5./6. Platzierten und gleich nachher kommt es zum kleinen Final um die Bronze-Medaille. Die Gruppenersten dürfen, anders als in früheren Jahren, bereits um 14.45 Uhr zum grossen Finale starten. In den Spielen am Sonntag wird ganz normal auf drei Gewinnsätze gespielt. Dieses gestraffte Programm ist möglich, weil die Damen und Herren zum Teil zeitgleich in der selben Halle spielen. Wohl haben die Organisatoren gesehen, dass dies gut geht, denn vom Publikumsinteresse her gesehen sind leider keine Menschenmassen zu erwarten. Auf jeden Fall fanden die Finalspiele 2007 in intimem Rahmen, unter Volleyballerinnen und Volleyballern, sozusagen unter totaler Absenz der Öffentlichkeit statt. Das ist zwar sehr schade, denn immerhin wird einem ganz sicher am Sonntag Spitzen-Volleyball geboten, hat aber vielleicht nicht zuletzt auch damit zu tun, dass die Klubs zuwenig informieren und auch der lokale Organisator Lausanne UC nicht genug um die Gunst des lokalen Publikums wirbt.