Dienstag, 26. März 2013; 13:16
NLA

Saisonende oder Kampf um Bronze?

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels reist morgen in den Kanton Solothurn. Gegen den TV Schönenwerd geht es in der allerletzten Runde der Playoff-Quali noch um sehr viel. Die Näfelser Volleyballer haben es in der Hand, ihr Saisonfinale selbst zu gestalten. Nach der guten Vorstellung der letzten Spiele trauen sich die Spieler einiges zu.

 

 

 

Auf die Frage über den Grund des plötzlich abhanden gekommenen Selbstvertrauens zu Jahresbeginn, hat ebenso niemand eine klare Antwort wie darüber, warum dieses nun wieder da ist. Fact ist: Es ist wieder da und damit das entscheidende Puzzle-Teil auf dem Weg zum Erfolg wieder gefunden. Der Auftritt in den letzten drei Spielen mit zwei Siegen und einer knappen Niederlage auswärts gegen Erzrivale Volley Amriswil, war überzeugend. Man könnte nun, vor dem entscheidenden Spiel gegen den TV Schönenwerd sagen, das hatten wir doch schon einmal. Und die Erinnerung trügt nicht. Vor fast genau einem Jahr legte Volley Näfels im sgu mit einen Hitchkock-Finale den Grundstein für die Teilnahme am kleinen Final gegen den TV Schönenwerd. Die Solothurner stiegen damals als leichte Favoriten und mit Heimvorteil in diese Best-of-three-Serie. Diesen Vorteil konnten die Niederämter aber nicht nutzen, denn alle drei Spiele wurden jeweils vom Gastteam gewonnen. Volley Näfels zeigte kurz vor Ende April noch einmal eine feine Leistung und gewann das letzte Spiel in einer randvollen Erlimatt-Turnhalle klar mit 3:0. Damit war die erst zweite Bronze-Medaille nach neun Meistertiteln Tatsache.

 

Wer von den drei bleibt hängen?

Es braucht auch heute einen Sieg, will Volley Näfels sicher und erneut um diesen dritten Rang kämpfen dürfen. Denn auch der CS Chênois will unbedingt noch auf diesen vierten Rang, um sich die Teilnahme am kleinen Final zu erkämpfen. Mit einem Punkt Rückstand auf die Näfelser haben die Genfer zwar einen Nachteil, mit Gegner Lausanne UC zuhause aber eine leichtere Aufgabe zum Gewinn der benötigten drei Punkte und damit einen Vorteil. Dumm ist nur, dass dieses Spiel erst am Donnerstag stattfindet. Sollten also die Glarner mit drei Punkten und einem Sieg ohne Satzverlust im Gepäck aus Däniken nach Hause fahren, bräuchte Chênois einen 3:0-Sieg um in extremis doch noch das Ticket ins kleine Finale zu lösen. Bucht aber Schöni auch nur einen einzigen Satz, haben die Genfer aufgrund des Satz-Quotienten das Nachsehen und dann ginge es im Donnerstag-Spiel in Genf um rein gar nichts mehr. Für den noch amtierenden Meister käme es schon fast einer Blamage gleich, sich noch nicht einmal für eines der vom CEV organisierten Europäischen Volleyball-Turniere zu qualifizieren. Wobei das so ganz überraschend trotzdem nicht wäre. Mit Gustavo Meyer und Carlos Guerra als Teamstützen, wie noch beim Meistertitel des letzten Frühlings gegen Lugano, konnte das Team längst nicht mehr immer rechnen. Zu sehr sind die beiden ehemaligen Nationalspieler Mexikos nun auf ihre berufliche Karriere fokussiert und bewegen sich immer mehr weg von Volleyball-Profis hin zu erfolgreichen Managern in der Privatwirtschaft.

 

Näfels will unbedingt gewinnen

Sollte die Polak-Truppe unerklärlicherweise wieder das Nervenflattern bekommen, könnten am Schluss aber auch sie mit abgesägten Hosenbeinen dastehen. Denn sich darauf zu verlassen, dass Lausanne UC in Genf drei Punkte holt und damit Näfels in die Hände spielt, wäre zuviel riskiert. Sie hätten dies schon im letzten Spiel gegen den TV Schönenwerd in den Händen gehabt, als sie mit 2:0 Sätzen vorne lagen und die drei Punkte hätten holen können. Dann aber auf unerklärliche Weise abbauten und das Spiel im Tiebreak doch noch verloren. Ohne diese Punkte aus Lausanne stünde nun den Spielern um Jan Schnider das Wasser zum Hals. So aber haben sie vor diesem wichtigen Spiel die beste Ausgangslage. Im Gespräch mit den Näfelsern nach dem erstmaligen Sieg gegen das "neue" Lugano, war aber die riesige Entschlossenheit spürbar, nach all den schlechten Spielen und dumm verschenkten Punkten nun die entscheidenden doch noch zu machen. Und zum Schluss reicht dieses Jahr ja sogar der vierte Rang um sich für den European Challenge-Cup zu qualifizieren. Weil die Cupfinalisten identisch sind mit den Meisterschaftsfinalisten Lugano und Amriswil, qualifizieren sich automatisch die nächsten zwei Klubs der Meisterschaft für die verbleibenden Plätze. Bleibt zu hoffen dass Näfels diese Chance packen kann und die Spieler nicht vorzeitig in die Ferien entlassen werden müssen.

 

 

Meisterschaft NLA: Playoff-Runde 10, TV Schönenwerd vs Volley Näfels, Mittwoch, 27.03.13 um 20:00 Uhr in der Sporthalle Erlimatt in Däniken SO

 

 

Foto: Köbi Hefti - Ugi Ilic kann nun spielen und wird von Spiel zu Spiel besser