Samstag, 31. März 2007; 13:37
Allgemein

Saison der Superlative für SEAT Volley Näfels

Von: Rolando K. Küng

Dank einer bodenständigen Klubpolitik, ohne Abenteuer aber mit viel Erfahrung und Know how, lacht SEAT Volley Näfels wieder vom Schweizer Volleyballthron. Mit dem Gewinn des achten Meistertitels innerhalb der letzten zehn Meisterschaften gibt es wahrlich keine grossen Zweifel über den Branchenleader dieser Sportart. Nach nur gerade einem einzigen Jahr Unterbruch, einem atypischen durch die zweifelhafte Transferpolitik des Erzrivalen CS Chênois, steht der Verein wieder ganz zuoberst und damit auch im Rampenlicht.

„Wir haben unsere Ziele nicht nur erreicht, wir haben sie klar übertroffen,“ meint denn auch ein stolzer Manager Ruedi Gygli. Der Gewinn des Double mit Meisterschaft und Cup sowie auch noch der Supercup zu Beginn der Saison, habe wahrlich nicht erwartet werden können und wurde auch von den grössten Optimisten nicht vorausgesagt. Seit langen Jahren war die NLA-Meisterschaft spielerisch nicht mehr derart ausgeglichen. Aber wem es dabei trotzdem gelingt, sich alle drei möglichen Titel zu holen, dem steht das Attribut des Besten ohne Zweifel zu. Aus insgesamt 25 Meisterschaftsspielen resultierten drei Niederlagen. Je eine gegen Chênois, Lausanne UC und TV Amriswil. Sämtliche andern Teams inklusive die Überraschungsmannschaften des VBC Sursee und Münsingens hatten immer das Nachsehen. Auch die Dragons aus Lugano waren in ihrem Spiel zuhause nahe an einer Sensation gegen die Glarner und fielen auch beim Cupfinal nicht ab. Aber trotzdem reichte es auch ihnen nicht, die Serramalera-Boys zu schlagen. Die psychische Standfestigkeit der diesjährigen Mannschaft wurde geradezu zu einem Markenzeichen. Jeder kämpfte für jeden und immer waren genügend Kräfte vorhanden, dem Mitspieler zu helfen, wenn der mal seinen schlechten Tag einzog. Kaum einmal spielte die ganze Mannschaft einfach schlecht, sieht man mal von der 3:0 Niederlage in Genf ganz zu Beginn der Quali-Runde ab. Bestimmt landete die Mannschaft um Captain Rafa auch den einen oder anderen etwas glückhaften Sieg. Aber zusammenfassend stellt man fest dass es halt einfach das Glück des Tüchtigen war, welches dem Team nun Gold, Ruhm und Ehre gebracht hat.

 

Spannende Meisterschaft dank Ausgeglichenheit

 

Bestimmt war diese Meistschaft für Zuschauer und Fans eine sehr spannende, denn es setzte doch einige handfeste Überraschungen ab welche mit der Halbfinal-Qualifikation des VBC Sursee gegen den CS Chênois ihren Höhepunkt erlebte. Das Scheitern des Genfer Klubs steht vielleicht symbolisch dafür, dass es sich kaum lohnt, während nur einer Saison eine absolute Spitzenmannschaft in die Meisterschaft zu schicken, welche dann derart überlegen ist und die Szene so klar dominiert, dass sämtliche Spannung abhanden kommt. Mit dieser kurzlebigen Politik erweist man dem Schweizer Volleyball keinen Dienst in einem ohnehin schon schwierigen Umfeld, was die Sponsorenfrage betrifft. Volleyball findet man kaum in den elektronischen Medien in der Schweiz, ganz im Gegenteil zu einigen Nachbarländern und so lange sich dies nicht ändert, bleibt es weiterhin schwierig, Sponsorengelder in grossem Umfang in diesen Sport zu leiten.

SEAT Volley Näfels steht als Beispiel

 

Trotz schwierigen Zeiten gelingt es den Verantwortlichen von SEAT Volley Näfels Jahr für Jahr, aus den in harten Verhandlungen erwirtschafteten Sponsorengeldern ein Maximum herauszuholen. Das Palmarès ist derart eindrücklich, dass dabei bestimmt auch ein schönes Stück des Glanzes auf die Vereinsführung fallen muss. Klar kann man auch in diesem Sport nicht mehr ohne Spieler aus dem Ausland irgendwelche Lorbeeren gewinnen. Aber die Leute hinter diesen Erfolgen sind seit jeher bodenständig einheimisch. Ein jeder investiert viel Zeit und auch einiges an Geld um diese Erfolge möglich zu machen und nachhaltig auch die Juniorenbewegung zu fördern und zu pflegen. Dieser Einsatz ist nicht selbverständlich und steht als Beispiel für andere Klubs, bei welchen die hier gelebte Nachhaltigkeit oft versucht, aber nie erreicht wird.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Ab sofort sind nun die Näfelser Volleyballer wieder die Gejagten, welche Mannschaft auch immer ab Ende September wieder in die neue Meisterschaft eingreifen wird. „Selbstverständlich würden wir gerne alle unsere Schweizer Spieler behalten,“ betont Manager Gygli. Aber nur Mittelblocker Samuel Büschi, welchem diese Saison der Knopf ebenfalls endgültig aufgegangen ist, sowie Youngster Roman Sutter, er befindet sich noch in der KV-Lehre, sind vertraglich an den Verein gebunden. Sein Bruder Andy, inzwischen ein zuverlässiger Leistungsträger, möchte gerne weitermachen wie auch Libero Dani Werner, bei welchem aber auch seine berufliche Tätigkeit noch eine gewisse Rolle spielen wird zu einer Weiterführung des Engagements. Nationalmannschaftspasseur Marco Bär hält sich im Moment noch verdeckt obwohl auch er anerkennt, dass man halt einfach bei SEAT Volley Näfels spielen muss, will man sich bei uns einen Titel holen in diesem Sport. Weitere Verhandlungen werden zeigen ob er und die übrigen Spieler auch die nächste Saison in gelb auflaufen werden. „Selbstverständlich würden wir auch Captain Rafa sehr gerne behalten, er hat einen super Job gemacht und fühlt sich bei uns ja auch sehr wohl,“ so Manager Gygli, welchem es obliegt, vor der Abreise aller Spieler noch Gespräche zu führen. Bezüglich der weiteren Ausländer steht ebenso wenig fest, wie auch in der Frage der Weiterführung der Zusammenarbeit mit Trainer Juan-Manuel Serramalera, welcher nun bereits seine fünfte Saison mit grossem Erfolg beendet.

 

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, Verträge zu machen und sämtliche Mutmassungen sind reine Spekulation. Fest steht einfach, dass in den kommenden Monaten wie jedes Jahr, viel gearbeitet wird um auch für die nächste Saison wieder eine schlagfertige Mannschaft mit Siegchancen in die Meisterschaft zu schicken.

 

 

ACHTUNG: Wichtige Mitteilung!

 

Infolge des All-Star-Games von Samstag, 07. April 07 in Bulle FR findet keine Saisonabschluss-Party an diesem Datum statt. Die Verlosung des Jubiläums-Wettbewerbs findet unter notarieller Aufsicht am Samstag, 07. April 2007 um 10.00 Uhr im sgu statt.

 

Die berühmte Versteigerung der Spielertrikots wird auf der Site www.seatvolleynaefels.ch stattfinden.