Mittwoch, 6. Februar 2013; 16:27
NLA

Ramba Zamba zwischen Näfels und Amriswil

Von: Rolando K. Küng

Nach der Niederlage von Volley Näfels beim CS Chênois vor Wochenfrist, kommt jetzt Volley Amriswil auf Besuch ins sgu. Die Thurgauer haben mit Näfels mindestens zwei Dinge gemeinsam: Beide wollen unbedingt ins Playoff Final und beide haben bisher einmal verloren.

 

Es ist bereits eine langjährige Tradition, dass die zwei Ostschweizer Erzrivalen sich nichts schenken. Da herrscht bitterer Ernst und es ist jedesmal auch eine Frage der Ehre, wer denn nun im Moment der Bessere ist. Die Heimspiele gegen Amriswil sind auch deshalb immer etwas Besonderes, weil kein Klub dermassen viele Fans an ein Auswärtsspiel zu mobilisieren vermag. So ist die Geräuschkulisse in der linth arena jeweils sehr laut und manchmal gelingt es den Fans aus Mostindien sogar, lauter zu sein als die Glarner selbst. Und dass dies auch beim nächsten Spiel wieder so sein wird, steht geschrieben. Denn es geht für beide Teams um sehr viel. Keiner darf verlieren. Und Volley Näfels schon gar nicht, denn es hat sich ja zum Ziel gesetzt, in den Heimspielen keine Punkte abzugeben.

 

Bisher je ein Sieg für beide

Volley Amriswil hat am letzten Wochenende zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen Lausanne UC besiegt. Und zwar beide Male mit 3:1 und auswärts. Doch auch Volley Näfels hat ja seinen Sieg gegen die Waadtländer gebucht. So könnte man davon ausgehen, dass diese beide Mannschaften in etwa gleich stark sind. Ein Blick auf die Vorrunde zeigt, das beide gegeneinander je ihr Auswärtsspiel gewinnen konnten. Und beide Male lag das Heimteam mit einem oder sogar zwei Sätzen im Vorsprung und gewann trotzdem nicht. In Näfels gingen drei der vier Sätze in die Verlängerung und in Amriwil gewann die Polak-Truppe hauchdünn mit 15:13 im Tiebreak. Wenn das nicht ein Versprechen auf ein weiteres Topspiel ist. Ausserdem bleibt der Sieger in Tuchfühlung mit dem zweiten Platz und diesen wollen beide Teams ganz fest und zwar nicht nur jetzt, sondern vor allem dann Ende März. Lugano scheint nach seiner Serie von elf Siegen bereits entrückt und beansprucht fast sicher einen der beiden Plätze für die Playoff-Serie um den Meistertitel. Dahinter aber tobt der Kampf um Punkte und vielleicht sogar um Sätze. (bei Punktgleichheit kommt der Satz-Quotient zum Zug)

 

Cao Gilman ist immer tranquilo

Vieles wird auch in diesem Spiel wieder am Pass entschieden. Und es bleibt zu hoffen, dass die beiden Näfels-Passeure eine Topleistung abrufen können. Ihrem Gegenspieler im blauen Dress gelingt das fast immer. Cao Gilman, dereinst zweimaliger Double-Gewinner mit Näfels, bestreitet seine zweite Saison mit den Thurgauern und liefert trotz seines (hohen) Alters - bald wird er 41 Jahre alt - immer noch sehr gute Spiele ab. Ein Teil seines Erfolgsrezeptes ist wohl seine Ruhe. Er lässt sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen. Ein weiterer Teil ist vielleicht auch seine Kubanische Herkunft. Das Wissen eine erstklassige Volleyballschule genossen zu haben, gepaart mit etwas Fatalismus. Immer mit der Ruhe - tranquilo - das kommt schon. So steht Cao auf dem Feld und gibt seinen Spielern Selbstvertrauen und Zuversicht. Der Schlüssel zum Sieg liegt also darin, ihn zu verunsichern, ob das aber gelingt? Kann die Polak-Truppe ihr bestes Volleyball abrufen, sich Toni Kankaanpää wieder auf sein Niveau der Vorrunde steigern? Es ist nicht zuviel versprochen jedem der einen Volleyball-Leckerbissen so kurz vor der Fasnacht live erleben will, dieses Spiel auf keinen Fall zu verpassen. Da geht die Post ab - versprochen!

 

 

Playoff-Runde, Spiel 3: Volley Näfels vs Volley Amriswil, Samstag, 09.02.13, 17:00h sgu linth arena, Näfels

Bild: Köbi Hefti - An der Fasnacht ist alles erlaubt! Vorher muss aber noch gewonnen werden