Montag, 26. März 2007; 15:22
Allgemein

Playoff-Final, Spiel 5: Folgt nun die Krönung?

SEAT Volley Näfels gelang am Sonntag der dritte Sieg in Folge gegen Herausforderer Amriswil. Drei von vier Spielen der Serie gingen bisher über die volle Länge, auch wenn es zu Beginn des letzten Spiels überhaupt nicht danach aussah. Noch ist nichts gewonnen. Der TV Amriswil hat nun nichts mehr zu verlieren und gerade dann sind die Thurgauer am stärksten.

Wie hätte es auch anders sein können? Auch das vierte Spiel wurde wieder zum Krimi mit unbestimmtem Ausgang bis zum Schluss. Im Gegensatz zu Spiel drei in welchem SEAT Volley Näfels im Tiebreak in Front lag und trotz aufbäumen des Gegners die Wende nicht zulassen musste, gelang den Glarnern in Spiel Nr. 4 das Unglaubliche in aller letzter Minute. Sie schafften die Wende in extremis und liessen damit den Gegner zu dessen grossem Frust erneut ins Leere laufen. Glück, reines Glück sagen die Anhänger des nun arg in Rücklage geratenen TV Amriswil. Es gibt aber gewichtige Argumente welche belegen, dass es nicht nur einfach Glück sein kann, wenn nun der Favorit nur noch einen Sieg vom Abschluss der Playoff-Finals entfernt ist. So sehr die Baghdady-Schützlinge Moral bewiesen mit dem Gewinn der Sätze drei und vier, so sehr ist es fast unglaublich, dass sie es fertig brachten – den Sieg vor Augen und damit den Ausgleich in der Serie – diesen Entscheidungssatz noch aus den Händen zu geben. Wer so mit seinen echten Chancen spielt und sich im wirklich entscheidenden Moment verkrampft, kann sich nicht wundern wenn der Gegner an ihm vorbeizieht. Die Ratlosigkeit war bei Amriswil allgegenwärtig nach dem Spiel. So hatte auch Captain Christian Willi, gewiss ein sehr erfahrener Spieler, schlicht keine Erklärung dafür, wie es passieren konnte dieses Spiel noch zu verlieren. Er meinte aber zumindest optimistisch, dass sie nun für das nächste Spiel keinen Druck mehr hätten, der sei mit dieser Niederlage weg. Sie hätten ja nun wirklich nichts mehr zu verlieren.

 

Meisterpokal wartet auf SEAT Volley Näfels

 

Nur allzu gerne präsentierten die Spieler um Captain Rafa ihren Fans und Anhängern den Meisterpokal bereits am nächsten Mittwoch. Präsident Klaus Görauch dazu: “Natürlich treffen wir jetzt alle Massnahmen um am Mittwoch eine würdige Meisterschaftsfeier zelebrieren zu können. Sollten wir die Blumen dann doch nicht gebrauchen, werden sich bestimmt unsere Frauen darüber freuen. Aber der Champagner bleibt ja ohnehin kalt und kann auch noch einige Tage warten.” Damit unterstreicht Görauch, die Vaterfigur im Verein schlechthin, wie sehr nun jedermann damit rechnet, dass sich diese Mannschaft die Butter jetzt nicht mehr vom Brot nehmen lassen will. Bei der Ausgeglichenheit der beiden Teams liegt aber trotzdem die nächste Niederlage jederzeit drin. Inzwischen ist der Punktestand auf 420:402 zugunsten von SEAT Volley Näfels angewachsen, was aber immer noch nur einen Unterschied von etwas mehr als 4% ausmacht über insgesamt 19 gespielte Sätze. Man glaubt es Trainer Serramalera wenn er sagt dass er seine Mannschaft vor jedem Spiel wieder so einstellt, wie wenn dieser Match nun das grosse Finale sei. Nun, vor dem Mittwoch-Spiel wird es dann tatsächlich so sein. “Was wäre wenn…”, ist dann plötzlich nicht mehr hypothetisch, sondern wird die langersehnte Wirklichkeit auf die jeder nun seit Anfang September hart hingearbeitet hat. Wie sehr sich dadurch einzelne Spieler verkrampfen, wird man sehen. Sicher ist, dass innerlich lang nicht jeder so cool ist, wie er versucht, nach aussen zu wirken. In jedem dieser Köpfe brodelt es und der Siegeswille muss der Vater der ausserordentlichen Leistung, sowohl im physischen wie auch im psychischen Bereich sein. Nur so kann der Gegner auch noch ein viertes Mal bezwungen werden. Wie sehr ein jeder an sein Limit gehen muss dabei, hat man auch während des vierten Spiels wieder deutlich gesehen. Die Nerven lagen blank und dies nicht mal nur bei der Mannschaft sondern auch bei einigen Betreuern. So lange das Ganze innerhalb von gewissen Grenzen abläuft, kann man bestimmt ein Auge zudrücken. Alle Beteiligten setzen viel Arbeit und Schweiss ein für ihren Verein und noch viel mehr Herzblut. Glücklicherweise sind trotz Hektik in der Entscheidung, Zustände wie sie im Fussball oder Eishockey schon bald gewöhnlich sind, noch weit vom Volleyball entfernt. Deshalb kann man sich denn auch ohne allzu grosse Sorgen auf ein weiteres grosses Volleyballfest freuen mit einer tollen Stimmung und hoffentlich dem richtigen und würdigen Sieger.