Playoff-Final, Spiel 4: Höchste Konzentration gefordert
Der im Moment hauchdünne Vorsprung von nur einem Sieg nach drei Spielen darf die Mannschaft um Captain Rafa nicht in Sicherheit wägen. Bisher hat in der Serie immer das Auswärtsteam gewonnen und der TV Amriswil ist den Näfelsern weiterhin dicht auf den Fersen.
Wenn in einer Finalserie nach drei Spielen und 14 gespielten Sätzen das Punkteverhältnis 308:301 beträgt, kann man wirklich von einer engen Serie sprechen. Trotzdem gelang es SEAT Volley Näfels mit den beiden aufeinanderfolgenden Auswärtssiegen, vielleicht auch mit etwas Glück, der Finalserie den Stempel aufzudrücken. Mental schienen die Glarner Volleyballer ihrem Gegner mit zunehmender Dauer der Spiele doch leicht überlegen. Öfters als Amriswil, gelang Näfels der entscheidende Blockpunkt oder eine spektakuläre Abwehr mit anschliessendem Gegenangriff. Auffallend auch wie es gelang über ein ganzes Spiel sehr druckvoll zu servieren. Da lagen die Serramalera-Boys im ersten Spiel im sgu noch klar zurück, konnten sich aber entscheidend steigern und traten in beiden Spielen in Amriswil für die einheimischen Annahmespieler recht unangenehm auf. Gerade Marco Bär und Andy Sutter gelang es, den Druck im Service fast permanent hoch zu halten. Dem schier unendlich scheinenden Kampfgeist der Oberthurgauer ist es zuzuschreiben, dass es diesen immer und immer wieder gelang, zum Teil auch grosse Rückstände wettzumachen und sich wieder ins Spiel zu bringen. Dies zeugt von einer intakten Moral und grosser Spielfreude und nicht zuletzt deshalb darf man die Baghdady-Truppe noch lange nicht abschreiben.
Hohe Leistungsdichte im Team
“Die Mannschaft ist der Star,” sagt Ruedi Gygli auch weiterhin zur diesjährigen Equipe um Captain Rafa. Dem Team gelingt es immer wieder Schwächephasen einzelner Spieler auszugleichen und sich im Spiel zu halten. So gesehen im letzten Spiel, bei welchem Diagonalspieler Obeid die ersten beiden Sätze schlicht abwesend war, sich nachher aber ganz erheblich steigerte und zum Schluss wieder richtig gut spielte. Es zeugt auch für die Leistungsdichte im Team, wenn einer der Ausländer regelmässig die Ersatzbank drücken muss. Nach langem Zögern des Trainers und hartem Kampf, hat Andy Sutter nun endlich seinen Stammplatz im Team. Wobei Tonga bei seinen kurzen Einwechslungen durchaus zeigte, dass er jederzeit für die von ihm erwarteten Punkte gut ist.
Lohn für hartes Training
Mit dem vierten Spiel vom nächsten Sonntag kommt die Finalserie in eine neue Phase. Spielte man bis jetzt jeweils am Samstag und nur ein Spiel pro Woche, wird nun die Kadenz deutlich erhöht. Das fünfte Spiel findet nur gerade drei Tage später, am Mittwoch Abend statt. Die Erholungszeit wird dadurch erheblich kürzer. Nun kann sich also zeigen, wie gut die Basis in konditioneller Hinsicht gelegt wurde, um jetzt im entscheidenden Moment die volle Leistung abzurufen. Die Spieler waren nicht immer glücklich über das für sie sehr harte Training nebst all den Spielen. Oft waren sie am Anschlag. Aber der Zweck heiligt die Mittel und für den Titel eines Schweizer Meisters lohnt es sich allemal etwas zu schuften. Die Spieler sind bereit zum ersten Heimsieg in dieser Serie und mit dem Publikum als siebtem Mann im Rücken ist zu hoffen, dass es SEAT Volley Näfels gelingt, dort weiterzufahren wo sie in Amriswil aufgehört haben und den Bann zu brechen, dass in dieser Finalserie nur die Gastmannschaft gewinnen kann. Die Ostschweizer haben nichts mehr zu verlieren und werden entsprechend befreit und ohne Druck aufspielen und genau dann sind sie stark, was sie ja im ersten Spiel sehr eindrücklich bewiesen haben. Deshalb darf erwartet werden, dass auch dieses Spiel wieder ähnlich eng wird wie die bisherigen und ein Besuch wird sich auf jeden Fall lohnen.



























































































