Samstag, 6. Dezember 2008; 20:03
Allgemein

PAX Volley Cup: VBC Andwil-Arnegg hält tapfer dagegen - verliert aber doch

Von: Köbi Hefti

Die drohende Schelte und Fitze vom Samichlaus hat bei den Volleyballern von SEAT Volley Näfels zu einer positiven Reaktion geführt. Nach dem 3:0 Sieg in der Meisterschaft gegen Münsingen gewannen sie auch den Cup Achtelfinal gegen den Ligakonkurrenten in Andwil-Arnegg ohne Satzverlust (23:25, 23:25, 20:25).

 

Schon im Meisterschaftsspiel am Samstag gegen den VBC Münsingen deutete Näfels an, wozu es fähig sein kann. In diesem Vier-Punkte-Spiel zeigte die Truppe rund um den neuen Captain Bedrac (Stammcaptain Andy Sutter fällt wegen seiner Hüftprobleme längere Zeit aus), dass sie konzentriert und mit viel Spirit und Kampfgeist zu ganz anderen Leistungen fähig ist, als zuletzt. Nichts mehr erinnerte an den November Blues mit den Auftritten, welche kaum zu Hoffnungen Anlass gaben, dass Näfels bald wieder zur nationalen Spitzenklasse gehören würde.

 

Handbremse nicht ganz gelöst

Mit diesem 3:0 Sieg und der Gewissheit, den Tritt wieder gefunden zu haben, reisten die Glarner als eindeutiger Favorit zum Cup-1/8-Final nach Andwil. Der NLA Aufsteiger VBC Andwil-Arnegg, welcher ausschliesslich auf Spieler aus der Region setzt, hat in dieser Saison bisher noch kein Meisterschaftsspiel gewonnen. Die gut hundert lautstarken Zuschauer in der Turnhalle Ebnet hofften aber, dass die besonderen Cup-Gesetze die Einheimischen beflügeln würden. Und in der Tat, Andwil hielt das Spiel lange offen. Obwohl Andwils Angreifer im ersten Satz immer wieder am Block von Näfels hängenblieben, vermochte sich Näfels nicht abzusetzen. Die Glarner wirkten verhalten und agierten so, wie wenn die Handbremse nicht ganz gelöst wäre. Doch diese Leistung reichte, um Andwil meist auf Distanz zu halten. Nach einem Gaft-Angriff und einem erfolgreichen Doppelblock hiess es 25:23 für die Gäste. Der erste Satz war im Trockenen.

 

Kampfstark – lautstark

Die kämpferisch starken Gastgeber aber gaben noch lange nicht auf. Im zweiten Satz versuchten sie noch schneller zu spielen. Dieses Vorhaben gelang ihnen sehr gut. Sie agierten nun wesentlich wirkungsvoller. Der Block von Näfels stand nicht mehr wie zu Beginn des Spiels wie die Wiggiswand am Netz, die für die Angreifer kaum passierbar war. Andwil erspielte sich Punkt um Punkt mit erfolgreichen Angriffen, auch dank der der stark verbesserten Annahme. Das junge einheimische Team von Richi Stolz ging sogar mit 18:14 in Führung. Die Stimmung in der Halle wurde noch lauter, das Publikum glaubte an sein Team und unterstützte es vorbildlich. Eine Serie variantenreicher Services von Bedrac aber beendete die Führung der Gastgeber. Und wie schon in Satz eins stand es kurz vor Satzende erneut 23:23. Nach einem Fehlangriff Andwils servierte Tchello mit einem Servicewinner den Satz nach Hause.

 

Herr der Lage

Im dritten Umgang zog Näfels gleich zu Beginn auf 6:2 davon. Andwil aber kehrte nochmals ins Spiel zurück, nachdem sie mit Ihren Services viel Druck auf die Annahme der Gäste ausübten und gar mit 11:9 in Führung gingen. Doch erneut waren es fünf Services von Bedrac in Serie, die die Entscheidung einläuteten. Diesen Rückstand vermochten die St. Galler nicht mehr aufzuholen. SEAT Volley Näfels gewann den dritten Satz sicher mit 25:20. Mit diesem Sieg hat Näfels die Pflicht erfüllt und das unterhaltsame und spannende Spiel etwas weniger  klar gewonnen, als es das 3:0 vermuten lässt. Doch die Carvalho-Truppe war jederzeit Herr der Lage, auch wenn nicht alles wie gewünscht klappte, vor allem bei Service und Annahme. Bei Näfels fielen vor allem Tchello, der erstmals eine ganze Partie durchspielte, Roman Sutter und Jacky Gaft positiv auf.

Richi Stolz, der Trainer der Andwiler analysierte das Spiel sehr treffend. "Wenn man von einem grossen Unterschied zwischen diesen beiden Teams überhaupt sprechen darf, ist dies die Abgeklärtheit. Näfels hat mehr Trainingskilometer in den Beinen und ist in der Lage, in den entscheidenden Momenten zuzulegen. Wir können das nicht. Um einigermassen mitzuhalten, müssen wir immer am Limit spielen."

 

 

 

 

Matchtelegramm

 

Andwil, Turnhalle Ebnet, 7.12.2008, 17:00

Spieldauer: 76 Minuten

Zuschauer: 121

 

VBC Andwil-Arnegg - SEAT Volley Näfels 0:3 (23:25, 23:25, 20:25)

 

VBC Andwil-Arnegg: Ledergerber (Passeur), Kraft (Captain), Keller (Libero),  Thürlemann, Forrer, Koller, Brühwiler; Baumberger, Jung

Trainer: Richard Stolz   

 

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur, Captain), Werner (Libero), Gaft, Silvio, Brander, Roman Sutter, Tchello Duarte; Gygli, Pfister; Trainer: Leo Carvalho

 

1.SR: Wolf Christian
2.SR: Fischbacher Alain