PAX Volley Cup: Revanche geglückt - Näfels im Halbfinal!
SEAT Volley Näfels schafft die Bestätigung des ersten Sieges über Volley Amriswil vor einer Woche und doppelt im Viertelfinale um den Schweizer Cup mit einem weiteren Sieg nach. In einem emotionsgeladenen Spiel zeigten die Glarner erneut eine gute Leistung, aber auch der Gegner spielte besser als noch vor einer Woche.
Rasch entleerte sich die Tellenfeld-Halle, wie das nach Niederlagen so ist, nach dem Cup-Aus des Titelverteidigers Volley Amriswil. Nur wenige der Zuschauer hätten erwartet, dass der klare Branchenprimus der letzten Saison gleich zweimal hintereinander gegen den selben Gegner und dann noch zuhause, verlieren würde. Das Spiel um den Einzug in die Cup-Halbfinals war sicher enger als noch dasjenige vor einer Woche. Einerseits legten die Thurgauer vor allem ab dem 3. Satz, mit dem Rücken zur Wand, mächtig zu und andererseits gelang Trainer Polak auf der Näfelser Seite nicht mehr die brillante Partie, wie noch vor einer Woche.
Krimi beendet den ersten Satz
Der Reihe nach erzählt, sahen die 450 Zuschauer, welche zum Teil mindestens ebenso emotionsegeladen waren wie die beiden Mannschaften selbst, von Beginn an eine heisse Partie. Satz eins war über weite Strecken sehr ausgeglichen. Volley Näfels hatte leichte Vorteile in der Annahme und zeitweise auch beim Service. Bei 22:24 kam Näfels zum ersten Satzball. Fabian Brander verpatzte diesen aber ebenso wie kurz darauf auch Diagonalspieler Polak seine Chance. Erneut bekam Brander die Chance nun endlich den Satz abzuschliessen, aber zur grossen Freude der jetzt bereits kochenden Tellenfeld-Halle, machte er auch diesen nicht. Und nicht genug, jetzt drehten die Thurgauer den Stand auch noch um und sie kamen ebenfalls zum Satzball. Sideouts von Meyer und Polak hielten aber Volley Näfels im Spiel. Einen Killerblockpunkt durch Büsser und Meyer später war es der unglückliche Adrian Schläpfer, welcher den letzten Angriff verhaute und damit die Glarner in Führung gehen liess.
Näfels spielt Gegner an die Wand
Wohl noch etwas zittrig von dieser knappen Satzniederlage kassierten die Blauen gleich mal vier Punkte in Serie. Mit variantenreichem Service, vor allem auf Adrian Schläpfer, immer wieder auf ihn, machte SEAT Volley Näfels gehörig Druck auf den Gegner. Näfels‘ Annahmen kamen immer besser, auch Fabian Brander war nun voll im Spiel, was sich auch in seiner Angriffsleistung ausdrückte. Überragend aber spielte sicher Gustavo Meyer, welcher mit einem richtigen Torpedo den zweiten Satz am Service gleich selbst abschloss. Und man glaubte erste Zeichen von Resignation ausgemacht zu haben unter einigen Spielern des Gastgebers.
Amriswil kontert und dominiert ebenfalls
Wer nun aber darauf wettete das Heimteam bereits mit lahmenden Flügeln untergehen zu sehen, der sah sich arg getäuscht. Volley Amriswil zeigte ein starkes Lebenszeichen und spielte sich zurück in den Match. Roman Brühwiler, seit Ende des 2. Satzes für Schläpfer im Spiel, setzte mit einer Serie an druckvollen Services bereits um, was Trainer Verstappen in der grossen Pause gefordert hatte. Und seine Mitspieler taten es ihm der Reihe nach gleich. So kamen jetzt die Näfelser-Annahmespieler gehörig unter Druck und Passeur Gygli, welcher gesamthaft eine sehr gute Partie ablieferte, hatte nun gewaltige Laufarbeit zu verrichten. Ein umstrittener Entscheid von Schiedsrichter Wolf beim Stand von 11:8 für Amriswil brachte Näfels ordentlich aus dem Tritt. Eigentlich hatte Passeur Gygli soeben den 9. Punkt für Näfels gebucht, aber SR Wolf sah eine Netzberührung, welche es nicht gab. Vehemente Reklationen von Captain Meyer waren die Folge und als Konsequenz ein gellendes Pfeiffkonzert der heissblütigen Zuschauer. Genützt hatte es nichts, im Gegenteil. In einem hektischen Rest des Satzes versuchte Näfels vergeblich, noch einmal zurückzukommen. Die Freude war gross über den deutlichen Satzgewinn mit 25:16 der Thurgauer. „Wer den nächsten Satz gewinnt, steht im Halbfinal“, meinte einer der zahlreicher als auch schon anwesenden Glarner Fans. Und er sollte recht bekommen.
Offener Schlagabtausch bis kurz vor Schluss
Der vierte Satz zeigte schnelles Volleyball auf recht gutem Niveau und zwei Mannschaften die sich nichts schenkten. Alle wussten genau um wieviel es hier in diesem Match ging. Näfels hatte ja noch die Rechnung der knappen Niederlage im Cup vom letzten Jahr offen. Damals holten sie einen 0:2-Rückstand auf. Sollte dies heute Gastgeber Amriswil gelingen? Bis zum Stand von 17:17 war alles absolut ausgeglichen. Dann aber kam ein Killerblock durch Büsser und Polak und auch sofort das 1. Timeout von Volley Amriswil. Dieses brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Ein Servicefehler von Brühwiler und einen weiteren Angriffspunkt von Meyer und es stand plus vier für Volley Näfels. Alle im Tellenfeld wussten, das war die Entscheidung. Das würde wohl die geglückte Revanche für Näfels bedeuten. Dalibor Polak, jetzt nur noch zuständig für die ganz schwierigen Bälle, verwertete den zweitletzten und ein letzter Killerblock von Brander und Benetti den letzten Ball in diesem Spiel.
Gyglis Weihnachtsgeschenk?
Unschwer vorzustellen, dass die Freude und der Stolz der Näfelser riesig war an diesem vierten Adventstag. Ein strahlender Manager Gygli konstatierte: „Mein Team hat heute erneut gezeigt wieviel Klasse es hat und immer besser in Fahrt kommt“. Und bescheiden wie er ist, erwähnte er dabei nicht, dass sein Sohn Marco am Pass soeben die Meisterprüfung gegenüber seinem ehemaligen Vorbild und Lehrmeister, Passeur Bär - auch Marco – abgelegt hat. Wer weiss ob dies insgeheim für Vater Gygli das schönste Weihnachtsgeschenk ist von allen? Sicher aber ist, dass SEAT Volley Näfels eigentlich kein Passeur-Problem mehr hat, derart die Steigerung des jungen Marco Gygli seit Beginn der Saison. Und weil dieser Halbfinal-Einzug auch gleichzeitig das letzte Spiel des Jahres war, darf man befriedigt feststellen: SEAT Volley Näfels ist wieder ein Spitzenklub und also da zurück, wo es bis vor zwei Jahren quasi wie selbstverständlich während Jahren stand.
Sporthalle Tellenfeld, Amriswil TG – 300 Zuschauer – Spieldauer 110 Minuten.
SR1 Christian Wolf
SR2 Michael Wiederkehr
20-Dez-2009, 16.00 Uhr | Volley Amriswil - SEAT Volley Näfels 1:3 (28:30, 17:25, 25:16, 20:25) |
Volley Amriswil: Bär (Passeur und Captain), Rutishauser (Libero), Meerstein, Dailey, Durbin, King, Schläpfer; Willi, Sinotti, Brühwiler. Trainer: Johan Verstappen
SEAT Volley Näfels: Meyer (Captain), Gygli (Passeur), Werner (Libero), Fabian Brander, Benetti, Büsser, Polak; Bedrac, Zurgilgen, Michael Brander, Walzer. Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Müller
Am Rande bemerkt
Seit Jahren sind die flotten Sprüche des/der Speaker(s) im Tellenfeld ein Diskussionspunkt unter den gegnerischen Mannschaften. Seien diese jetzt in Berner- oder Thurgauer-Dialekt vorgetragen. Oft kommen sie dermassen „schlifrig“ daher, dass sie den Gegner blöd hinstellen, zuweilen beleidigen und oft in Rage versetzen. Und damit natürlich nicht nur die Spieler und Verantwortlichen des Vereins, welcher ja Gast im Tellenfeld sein darf, sondern auch die mitgereisten Fans.
Dies entfacht schon mal Emotionen und Reaktionen welche in dieser Art an einem Volleyballspiel, zumindest hierzulande, nichts zu suchen haben.
Das beste Rezept dagegen? Die eigene Mannschaft anfeuern und zusammen mit den Fans zu Höchstleistungen anstacheln, ohne dabei aber Gegner und Fans mit dummen Sprüchen auf die Füsse zu treten.
Zum Glück ist ja Volleyball keine Kampfsportart und jeder Speaker hat es in der Hand, dass dies auch so bleibt. Wehret den Anfängen. Dies wurde mit den TV-Sportarten verpasst und was dabei herausgekommen ist, kann nach jedem Spielwochenende wieder in den Zeitungen nachgelesen werden. (und die öffentliche Hand bezahlt die Rechnung!)
In diesem Sinne soll diese Randbemerkung als Aufruf an die Fairness verstanden werden und hoffentlich auch Früchte tragen.
Fanen ja bitte, blöde Anmache – nein danke!


























































































