Montag, 12. Januar 2009; 08:49
Allgemein

PAX Volley Cup: Nach diesem Spiel Underdog-Image ablegen

Von: Rolando K. Küng

Erst ein Fotofinish besiegelt die nach zwei Sätzen bereits sicher geglaubte Niederlage der Näfelser auf dem erneuten Weg in den Cupfinal. Nicht auszudenken was in Amriswil bei einer Niederlage ihrer Lieblinge passiert wäre, mussten doch die Spieler um Passeur Bär den Weg an Näfels vorbei nach Bern ganz einfach finden, ohne Wenn und Aber. Doch wie einfach oder schwierig es wirklich war, haben die (zu) wenigen Zuschauer gestern gesehen.

Vom Gehalt und der Spannung her, war es der vorgezogene Cupfinal mit dem glücklicheren Ende für die Thurgauer. "Ich habe nach dem zweiten Satz in der Pause meinen Mitspielern gesagt, dass dieses Spiel noch lange nicht fertig ist", meinte ein ausgepumpter, aber überglücklicher Márcio Sinoti nach dem Fight. Er hat ausserdem doppelten Grund sich auf den 21. Februar zu freuen. Seine Frau, Micheli Pizzinato steht mit Kanti Schaffhausen ebenfalls im Cupfinal! Die drei Leistungsträger Amriswils aus Brasilien, Sinotti, Soares und Faure zollten der Leistung Näfels' grossen Respekt. Sie seien eigentlich erstaunt, dass das Glarner Team nicht schon lange seinen Turbo gezündet habe.

Aber es ist vielleicht tatsächlich so wie einer schon oft gesagt hat: "Diese Mannschaft ist gut, aber leider weiss sie das selbst nicht". Und weil sie es nicht weiss, tritt sie nicht auf wie eine Spitzenmannschaft, was sie eigentlich ist, sondern eben wie eine, welche Spiele gegen nur scheinbar stärkere Teams verliert.

Doch nach dem gestrigen Cupfight wird jetzt endlich alles anders. Denn wenn die Spieler um Captain Bedrac jetzt noch nicht gemerkt haben, dass sie jede Schweizer Mannschaft schlagen können, dann kann ihnen wirklich niemand mehr helfen. Es war schon lange Zeit offensichtlich, dass sich die Näfelser Volleyballer am meisten selbst schlagen. Nun aber, mit Bruno im Vollbesitz seiner Kräfte und Josh Klassen, welcher spielerisch Andy Sutter mindestens ebenbürtig ersetzt, darf es keinen Grund und vor allem keine Entschuldigungen mehr geben für Niederlagen. Es ist nun Zeit, dass nebst dem zweifellos vorhandenen volleyballerischen Können auch der Fighting Spirit endgültig Einzug gehalten hat. Es geht darum in jedem Spiel ab jetzt diese Energie zu suchen und freizusetzen, welche jeder einzelne gestern ab Satz drei an den Tag gelegt hat. Es war Freude pur dieses Team wachsen zu sehen und endlcih das Niveau zu spielen, welches es eigentlich schon lange könnte. Noch ist es für die Meisterschaft nicht zu spät, der Cupfinal aber unerreicht. Es liegt nun an jedem einzelnen Spieler zu zeigen, dass er das umsetzen kann, was man von ihm aufgrund seiner bisherigen Karriere erwartet.

Näfels hat mit dem gestrigen Spiel endlich gezeigt, was Manager Gygli schon seit Monaten ankündigt. Gestern wurde das maximale Leistungspotenzial schon fast erreicht. Nun braucht es wirklich nur noch das erlösende Siegerlebnis, um Erfolge gegen Teams wie Amrwiswil auch Tatsache werden zu lassen.