PAX Volley Cup in Bern: David gegen Goliath?
Titelverteidiger SEAT Volley Näfels steigt am Samstag in der Wankdorfhalle in Bern als krasser Aussenseiter in den 53. Cupfinal. Noch vor einem Jahr waren die Näfelser die klaren Favoriten und wurden dieser Rolle auch souverän gerecht mit ihrem siebten Cupsieg. Eine Wiederholung käme diesmal einer riesen Überraschung gleich, wird aber mit aller Kraft angestrebt und würde die Saison-Rettung bedeuten.
Wir haben keine Chance also packen wir sie. Vielleicht etwa unter diesem Motto könnten die Glarner in Bern einlaufen wenn man ihre Saison mit derjenigen von Überflieger Lausanne UC vergleicht. Die Dragons aus Lugano, als letztjähriger Gegner von Näfels im Cupfinal, hatten genauso wenig zu verlieren und zeigten ein sehr gutes Spiel. Kaum einer dachte wohl damals, dass SEAT Volley Näfels ein Jahr später ebenfalls in der Rolle des Underdogs auflaufen würde. Aber nun ist es so und es ist die grosse Frage, wie gut sich der Serienmeister in diesem Final verkaufen kann. Vor gut einem Monat in der letzten Runde der Regular-Season kassierten die Glarner eine klare Niederlage gegen die Studenten aus Lausanne. Damals aber ging es um überhaupt nichts mehr, die Ranglistenpositionen waren bezogen und Trainer Benne absolvierte sein erstes Spiel unter der Fahne von SEAT Volley Näfels. So gesehen kann und darf diese letzte Begegnung zwischen den beiden Finalisten nicht als Vergleich herangezogen werden. Dann schon vielmehr das Spiel von Anfang November in Näfels welches für Lausanne UC das einzige Fünf-Satz-Spiel der ganzen Quali-Runde bleiben sollte. Den Näfelser Volleyballern fehlte damals ein winziges kleines Pünktchen zum Sieg im Tiebreak. Und dadurch dass dieses nicht kam und das Spiel in extremis doch noch verloren ging, kam die Mannschaft ins Grübeln und in die nachher bestbekannte Schieflage, welche vorher noch nie dagewesen, aber heute endlich auch wieder überwunden scheint. Trainer Benne brachte frischen Wind ins Team und der Austro-Cubano Lastres ebenfalls. Obwohl auch er, zum Teil verletzungsbedingt, noch keine regelmässig starke Leistung ablieferte und auch Trainer Benne, wie übrigens jeder Trainer, nur mit Wasser kocht.
Näfelser Bilanz im Cup positiv
Schon oft ist SEAT Volley Näfels im Cupfinal gestanden, elf Mal um genau zu sein. Immer mit Ausnahme des Jahres 2002 und 1993, beide Male gegen den CS Chênois, hatten die Glarner eine reelle Siegchance. Verloren haben sie den Cupfinal nur viermal. Sieben Mal durfte der Captain aus dem Glarnerland den Cup strahlend in die Höhe stemmen. Lausanne UC gelang dies dagegen nur gerade ein einziges Mal und zwar 1995 gegen – Näfels! Seither spielten die Waadtländer im Schweizer Cup keine grosse Rolle mehr. Nun aber, mit geänderter Politik, vier ausländischen Stammspielern und Startrainer Carl McGown aus den USA hat sich absolut alles geändert. Jetzt sind die Spieler um Passeur Cédric Hominal zu einem Siegerteam zusammengewachsen und fest entschlossen den Pokal und nicht nur diesen, wieder in die Romandie zu holen. Die Bilanz zwischen Deutsch- und Welschschweiz präsentiert sich im Cup übrigens fast ausgeglichen. 27 Siegen der Romands stehen 25 Siege der Deutschschweizer gegenüber, wobei man bei dieser Zählweise den VBC Biel (5 Cupsiege) zur Deutschschweiz zählt und die Ticinesi mit Ihrem Cupsieg von 1992 alleine stehen lässt.
LUC's Ausländer spielen die erste Geige
Völlig klar dass beide Mannschaften alles geben werden um zu gewinnen. Dabei steht LUC in diesem Final nach Siegen über Martigny, Voléro Zürich (NLB) und Münsingen wogegen Näfels nacheinander Sursee, den TV Amriswil und Galina Schaan (1.-Liga) abgefertigt hat. Klar dass LUC jedesmal in der Rolle des Favoriten stand und dieser auch souverän gerecht wurde. SEAT Volley Näfels konnte das spätestens beim ¼-Finalspiel gegen den TV Amriswil nicht mehr von sich behaupten. Dafür war aber dann der 3:0-Sieg umso klarer, welche die Glarner zum riesengrossen Frust der Thurgauer in Glarus landeten. Die Halbfinalpartie im Fürstentum Liechtenstein war zwar sehr stimmungsvoll, aber auch einseitig zugunsten der Benne-Truppe. So darf also festgestellt werden, dass Lausanne UC als logischer Finalist in Bern aufspielen wird und SEAT Volley Näfels diesen Gang eher etwas glücklich antreten darf, wenn man mit der Leistung in der Meisterschaft vergleicht. Ein solches Finalspiel hat seine eigenen Gesetze, es kommt sehr auf die Einstellung und die Tagesform an. Wenigstens die Schweizer Spieler bei Lausanne haben noch nie einen Cupsieg errungen ganz im Gegensatz zu ihren Landsleuten gegenüber. Ob dadurch die Romands umso hungriger sind auf den Titel oder sich eher verkrampfen, wird der Spielverlauf zeigen. Von den Ausländern erwartet man ohnehin, dass sie auch in einem Finalspiel ihre volle Leistung abrufen können. Welchen dies dann aber tatsächlich gelingt und wie spielentscheidend das sein wird, erfährt man eben nur live, vor Ort in der Wankdorfhalle in Bern, vor hoffentlich gefüllten Rängen beim einem Spiel, welches vielleicht die Näfelser Volleyballer für eine ansonsten eher mässige Saison vollends entschädigen könnte.



























































































