PAX Volley Cup: Amriswil im Cupfinal, es hätte aber auch Näfels sein können
In einem typischen Cup-Fight mit viel Emotionen und lauten Zuschauern jubelte am Ende der TV Amriswil. Näfels holte zwar einen 2:0 Rückstand auf und liess aufblitzen, wozu es fähig ist. Der TV Amriswil zieht nach dem 3:2 (25:18, 25:11, 19:25, 19:25, 15:13) in den Cupfinal ein.
Der Startsatz im Cup Halbfinale zwischen Amriswil und Näfels war lange Zeit sehr ausgeglichen. Näfels spielte stark und lag meist in Führung. Es hiess 18:16 für Näfels, als Willi zum Service kam und Näfels den Faden verlor. Neun Punkte in Serie buchte Amriswil und gewann den Satz am Ende zu klar mit 25:18. Ruedi Gygli meinte dazu: "Im ersten Satz spielten wir bis zum 17:14 sehr gut. Dass danach das Spiel nicht mehr lief, dafür ist auch der Coach mitverantwortlich. Passeur Bedrac wagte es nicht, dem verunsicherten Brander die Bälle zuzuspielen, darunter litt unser Spiel. Der Coach hätte reagieren und Gaft anstelle von Brander einwechseln müssen."
Gala-Vorstellung des TV-Amriswil
Auch im zweiten Satz lief bei Näfels nichts mehr. Schon der Auftakt ging völlig daneben. Der TV Amriswil spielte in dieser Phase sehr überzeugend, blockte und servierte wie ein Champion. Bei Näfels dagegen ging alles schief, was nur daneben gehen konnte. Immerhin reagierte nun Carvalho und brachte Gaft für Brander ins Spiel. Doch das Bild änderte sich nicht. Die konsternierten Glarner waren kaum fähig zu reagieren, wurden Mal für Mal geblockt und hatten der Galavorstellung der Thurgauer nichts entgegenzusetzen. 25:11 war das klare Verdikt.
Die Pause tat den Gästen aus dem Glarnerland gut. Das Donnerwetter von Carvalho in der Kabine verfehlte bei den Spielern die Wirkung nicht. Endlich fanden sie zurück zum guten Spiel des ersten Satzes. Die Partie war nun wieder spannend und ausgeglichen und die Mannschaft von Captain Bedrac war hellwach. Die Angriffe landeten wieder im Feld des Gegners, die Services waren gefährlich und der Block stand häufig sehr gut. Das 8:7 für Amriswil verwandelte sich vor allem dank sehr starker Services von Gaft und Bruno in Kürze in ein 17:11 und 21:15. Das war die Entscheidung in diesem Satz. Näfels verkürzte nach dem 25:19 in den Sätzen auf 1:2.
Näfels packt Kämpferherz aus
Die Unsicherheit des TV Amriswil war in dieser Phase unübersehbar. Es war nicht mehr das Powerspiel von Soares, Bär und Co, wie noch zu Beginn des Spiels. Auch im vierten Satz vermochte Näfels die Thurgauer in echte Bedrängnis zu bringen. Diesmal waren es vor allem die Blocks, welche den entscheidenden Unterschied ausmachten. Während im dritten Satz Bruno noch für die meisten Punkte sorgte, wurden nun auch Gaft und Klassen regelmässig angespielt, nun sorgten auch sie für viele Punkte. Der vierte Satz wurde durch die Annahmeprobleme des TV Amriswil nach Silvios und Brunos Services entschieden, als die Glarner die Führung vom 14:13 auf 21:14 ausbauten. Näfels gewann den Satz 25:19 und glich das Spiel aus.
Cup-Fight wie im Bilderbuch
Ein Tie-Break musste um den Einzug in den Cup-Final entscheiden. Näfels begann dieses Nervenspiel nicht gut. Einen Gratisball der Thurgauer vergaben sie fahrlässig. Dazu missrieten die ersten Services. Das Amriswiler Fehlerblatt dagegen blieb weiss. Daraus resultierte eine 5:2 Führung für die Gastgeber. Wenig später schien alles klar, Amriswil führte 10:6. Doch die Glarner kämpften vorbildlich, wehrten die Angriffe der Thurgauer ab und gingen gar mit 12:11 in Führung. Die Chancen, das Spiel noch zu gewinnen vergab Näfels mit den beiden letzten Angriffsbällen, welche beide im Out landeten. Amriswil gewann den entscheidenden Satz mit 15:13 und zieht in den Cup Final ein.
Näfels‘ Spieler waren nach dieser Fotofinish-Niederlage sehr enttäuscht und kaum ansprechbar. Bruno, der für unzählige Punkte sorgte war untröstlich, vergoss sogar einige Tränen. Und auch Gaft wollte nicht von seiner guten Leistung sprechen. „Das einzige was zählt, ist der Sieg – aber diesen haben wir verpasst“, meinte er mit hängendem Kopf.
Das Fazit nach diesem Spiel fällt trotz der Niederlage auch positiv aus. „Wenn alle unsere Spieler gesund bleiben, dann werden wir noch einmal stärker werden“, hofft Manager Gygli. Näfels war in der Lage, dem TV Amriswil, dem unbestrittenen Primus dieser Saison, die Stirn zu bieten. Phasenweise waren die Glarner sogar stärker und hätten dieses Spiel auch gewinnen können. Näfels hat die sich bietende Chance nicht genutzt und kann und muss sich nun voll auf die Meisterschaft konzentrieren. Der TV Amsriswil überzeugte auch bei diesem Spiel wieder durch die mannschaftliche Geschlossenheit. Amriswil Captain Marco Bär meinte auf die Frage, ob der Sieg auf Glück oder Können zurückzuführen sei: „Im Tie-Break waren wir immer voraus. Ich glaube, dass wir zurzeit noch die bessere Mannschaft sind, auch wenn ein fünfter Satz immer eine gewisse Lotterie ist. Aber was die Zukunft bringt, muss sich noch weisen. Das Näfels, das wir heute sahen, wird auch in der Meisterschaft noch das eine oder andere Wörtchen mitreden.“
Matchtelegramm
Amriswil, Tellenfeld: 11.1.2009, 18:00
Spieldauer 109 Minuten
Zuschauer: 500
TV Amriswil - SEAT Volley Näfels 3:2 (25:18, 25:11, 19:25, 19:25, 15:13)
TV Amriswil: Bär (Passeur, Captain), Rutishauser (Libero), Sinotti, Dailey, Soares, Willi, Faure; Schläpfer, Heyer; Trainer: Johan Verstappen (HOL)
SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur, Captain), Werner (Libero), Silvio, Brander, Roman Sutter, Klassen, Bruno; Gaft; Trainer Leo Carvalho
1.SR: Schiemenz Volker
2.SR: Tschumi Heinz



























































































