Samstag, 19. Dezember 2015; 08:34
NLA

Optimismus bei Dalibor Polak

Von: Köbi Hefti

Swiss Volley beschert den NLA-Clubs kurz vor Weihnachten eine Doppelrunde. Biogas Volley Näfels spielt am Samstag in Glarus gegen Volley Schönenwerd und am Sonntag im Tessin gegen den amtierenden Meister #Dragons Lugano.

 

Die Hinrunde der Qualifikation der Volleyball-Meisterschaft ist abgeschlossen. Mit dem dritten Rang – nur einen Punkt hinter Leader Lausanne UC, jedoch einem Spiel mehr, darf Biogas Volley Näfels zufrieden sein. Cheftrainer Dalibor Polak blickt zurück und voraus.

Südostschweiz: Näfels hat in dieser Saison bisher nur ein wirkliches tolles Spiel gezeigt – das war am letzten Samstag gegen Amriswil? Weshalb war das so?
Dalibor Polak: Wir waren sehr hungrig auf das Spiel nachdem wir zwei Wochen keinen Ernstkampf bestritten. Das Training während dieser Zeit war sehr hart, die Spieler waren aber voll bei der Sache, verhielten sich äusserst professionell. Die zweite Woche war geprägt von Spielsituationen, während denen das Punkten und der Kampfgeist im Vordergrund standen. Dies zahlte sich im Spiel gegen Amriswil aus, worüber ich sehr froh bin. Ein solches Spiel brauchten wir, denn bis zu diesem Zeitpunkt haben wir zwar meistens gewonnen, aber selten gut gespielt.

In den letzten Jahren war Näfels oft stark bis Weihnachten, konnte sich dann aber im neuen Jahr nicht steigern – ganz im Gegensatz zu den direkten Gegnern. Haben Sie bewusst versucht das Team in dieser Saison nicht in Frühform zu bringen und andere Schwerpunkte zu setzen?

Ich versuchte schon in den vergangenen Jahren etwas zu ändern, damit wir nach Weihnachten nicht in diese Krise geraten. Auch heuer ist dies nicht anders. Wir haben mehr und härter trainiert. Ich hoffe, dass wir so im Januar bereit und besser sind als in den letzten Jahren.

Sie sagen, der Service sei der erste Angriff. Doch bisher gab es Spiele, da war der Service die grosse Schwäche. Wie gehen Sie damit um?

Wir trainieren viel Service und Annahme – diese beiden Sachen gehören zusammen. Wenn ich den Spielern sage, dass wir beim Service voll riskieren, so meine ich nicht, dass es nicht darauf ankommt, ob ein Fehler passiert oder nicht. Die Spieler haben dies aber manchmal anders verstanden. Ich erwarte, dass die Spieler auch einmal einen Sprungservice sicher ins Spielfeld bringen, indem sie nur mit 80% auf den Ball hauen. Dies habe ich mit den Spielern besprochen. Im Spiel gegen Amriswil zeigte dies bereits Wirkung.

Welches ist die Stärke Ihres Teams?
Ich habe dieses Jahr viel mehr Möglichkeiten. Es stehen elf vollwertige Spieler zur Verfügung. Dazu hat sich das Team auch dank der Zuzüge positiv verändert, nicht nur als Volleyballteam, sondern als Gruppe, die gut zusammenpasst, in der Freundschaft gelebt wird.

Was muss besser werden?
Die Konstanz - nicht dieses Auf-und-Ab, das wir bisher hatten. So wie wir gegen Amriswil spielten - nahe am Maximum - müssen wir immer spielen.

Was sagen Sie zur These, dass die Mannschaft dann gut und befreit aufspielt und viel Druck auf die Gegner entwickelt, wenn Zlatko Pulko stark aufspielt?
Das ist genau so, deshalb ist er hier. Er ist der Topscorer und muss das immer zeigen. Er ist der Mister 60-Prozent. Nach harzigem Start kommt er immer besser in Form. Für mich sind der Diagonalangreifer und der Passeur die beiden wichtigsten Positionen.

Pflichten Sie der Aussage bei, dass Bruno Godoy bisher sein Potenzial noch nicht ausschöpfen konnte?
Ja, das ist so. Ich habe ihm gesagt, dass er zur Gruppe der erfahrenen Spieler gehört. Er spielte fünf Jahre in der Superliga in Brasilien und muss diese Erfahrung auch hier einbringen. Er weiss, dass wir von ihm mehr erwarten. Im Training sieht man sein Potenzial. Er überzeugte während der letzten Tage sehr. Er braucht noch Zeit, und ich bin sicher, dass er sich bald wohler fühlt und dann demonstrieren wird, dass er der beste Aussenangreifer der Schweiz sein kann.

Welches sind die Ziele für die Rückrunde der Qualifikation?
Nach der Niederlage gegen LUC habe ich gesagt, dass wir aus den verbleibenden vier Spielen dieses Jahres zehn Punkte holen wollen. Sechs haben wir schon. Das heisst, gegen Schönenwerd und Lugano will ich vier, die Spieler gar sechs Punkte gewinnen. Mein Ziel für die Rückrunde sind sechs Siege.

Am Samstag trifft Näfels auf Schönenwerd, das bisher den Tritt noch nicht richtig fand. Besteht nicht die Gefahr, dass Näfels diesen Gegner unterschätzt?
Nein, das ist nicht so. Diese Begegnung ist auch der kleine Kampf zwischen den Kollegen aus der Nati. Ich war bei Schönenwerds Niederlage im Cup gegen Luzern in der Halle. Und die Solothurner haben wirklich schlecht gespielt. Aber nach einem derart misslungenen Spiel folgt meist ein Gutes. Sie können ohne Druck antreten und werden volles Risiko spielen. Aber meine Spieler wissen, dass ich an diesem Wochenende Amriswil-Niveau erwarte.

Auch gegen Lugano, den etwas unberechenbaren Gegner?
Im Gegensatz zum ersten Spiel gegen Lugano (1:3 Niederlage, Anm. der Red.) konnten wir uns diesmal besser vorbereiten. Jetzt kennen wir die Spieler. Ich bin immer optimistisch und glaube, dass wir Lugano schlagen können. Ich hoffe, dass es das Top-Spiel der bisherigen Saison für uns wird.

Haben Sie einen Weihnachtswunsch?
Ich wünsche mir und dem Team, dass alle gesund bleiben.

Qualifikation 10. Spieltag:
Biogas Volley Näfels – Volley Schönenwerd
Buchholz, Glarus, Samstag, 19. Dezember 2015, 18:00 h