Ob Näfels’ Sieg gegen «Schöni» nutzlos ist, zeigt sich heute
Im letzten Spiel der Play-off-Runde siegte Näfels bei Schönenwerd mit 3:2 (25:16, 21:25, 25:19, 17:25, 15:11). Ob die zwei Punkte zur Teilnahme am Spiel um Platz 3 berechtigen, klärt sich heute in der Partie Chênois gegen LUC.
Näfels startete mit derselben Aufstellung wie beim Sieg gegen Lugano. Und es lief von Beginn an gut. Es war Stimmung und viel Leben in der Polak-Truppe. Einzig die Annahme hatte zu Beginn gewisse Mühe, brachte die Bälle nicht wie gewünscht zu Passeur Marco Gygli. Nach dem ersten Unterbruch aber tauten die Glarner auf, spielten begeistert auf, sei dies in der Abwehr auf dem Feld oder am Netz, aber auch bei den Angriffen. Diese Spielweise drückte sich im Resultat aus: 16:10 führte Näfels. Ob über die Mitte mit Ehrat und Stefan Ilic oder über die Aussenpositionen mit Beeler, Pulko und Ugi Ilic, Regisseur Gygli fand immer die richtige Anspielstation. Schönenwerd machte es den Gästen mit vielen Fehlern aber auch recht leicht. Näfels zog sein Spiel durch und holte sich den ersten Satz mit 25:16 klar.
Weckruf von Schönenwerds Coach
Auch im zweiten Umgang war Näfels anfänglich das tonangebende Team. Schönenwerds Coach war darob gar nicht erfreut. Beim Time-out und dem 5:8-Rückstand wurde er sehr laut. «Hey Leute, weshalb seid ihr heute Abend überhaupt hier? Beginnt endlich zu spielen», fauchte er seine Spieler an. Diese Schelte nützte. Fortan agierten seine Jungs in der Tat eine Klasse besser. Als Näfels zuerst zwei, dann nochmals drei Punkte kassierte und sein erstes Time-out nahm, besserte sich die Laune bei Coach Dervisaj wieder. «Sehr gut, jetzt sind wir im Spiel», lobte er. Bis zum Satzende ging es in diesem Stil weiter. «Schöni», lautstark unterstützt vom Publikum in der sehr gut gefüllten Halle, spielte wie ausgewechselt, setzte Näfels bereits mit dem Service stark unter Druck. Die Glarner konnten sich aus dieser Umklammerung nicht mehr lösen. Schönenwerd holte sich den Satz mit 25:21. Damit hatten sie den so dringend benötigten Satz geholt, der ihnen den Einzug in den kleinen Final sicherte.
Mit diesem Satzgewinn war die Luft bei den Platzherren vorerst draussen. Im dritten Satz dirigierte Näfels das Spiel. Hauptverantwortlich dafür war die Blockarbeit. Insgesamt neun direkte Punkte sorgten für den Unterschied. Die Angreifer des Heimteams, allen voran Garcia Toribio, blieben Mal für Mal an der Wiggiswand hängen. So stark und effizient hat man Näfels’ Mittelblocker Ehrat und Stefan Ilic mit seinen Kollegen in diesem Jahr noch nicht gesehen. Mit 25:19 wurde der dritte Satz eine sichere Beute für Näfels.
In Umgang vier war das Geschehen in diesem abwechslungsreichen Spiel bis zum Stand von 11:11 ausgeglichen. Schönenwerd hatte seine grosse Baisse überwunden, und Näfels hatte etwas Probleme mit seiner Effizienz und den Annahmen. Als jedoch Jan Schnider zum Service antrat, nahm dieser Satz eine unglaubliche Wende. Zehn Punkte in Serie erzielte Schönenwerd dank seiner Service-Geschosse, die die Näfelser Annahme unter Dauerdruck setzte. Das war die Entscheidung. Schönenwerd gewann den Satz mit 25:17 und sicherte sich damit auch noch das Heimrecht im kleinen Final.
Hoffen auf Lausanne
Nun musste Näfels unbedingt das Tie-break gewinnen, um seine Chancen auf den 4. Platz doch noch zu wahren und nicht auf ein kleines Wunder hoffen zu müssen. Entsprechend konzentriert gingen Pulko und seine Kollegen ans Werk. Vom ersten Punkt an lagen die Glarner in Führung, bauten diese bis zum Seitenwechsel auf 8:4 aus. Als es gar 11:5 stand, gab es kaum noch Zweifel über den Ausgang. Doch wieder einmal kam das Zittern nochmals auf, als drei Matchbälle in Serie auch durch Eigenfehler nicht genutzt wurden. Die vierte Chance nutzte Nico Beeler mit einem platzierten Angriff zum 15:11 und 3:2-Sieg.
Damit muss Näfels weiter bangen. Gewinnt Chênois heute Abend gegen Lausanne 3:0, endet die Saison für Näfels so früh wie schon lange nicht mehr – und mit einer sehr, sehr grossen Enttäuschung auf dem 5. Platz.
Matchtelegramm
Schönenwerd – Näfels 2:3 (16:25, 25:21, 19:25, 25:17, 11:15)
Erlimatt, Däniken. – 520 Zuschauer. – Spieldauer: 118 Minuten. – SR: Wiederkehr, Sikanjic.
TV Schönenwerd: Milanez (Passeur), Heimgartner (Libero), Garcia Toribio, Bossart, Schnider, Brander, Hänggi; Lier (Captain), Hofstede, Giger, Eichenberger.
Näfels: Gygli (Passeur), Werner (Libero), Ehrat, Pulko, Stefan Ilic, Beeler, Ugi Ilic; Büsser (Captain), Kankaanpää, Bedrac, Polak, Sutter.



























































































