Montag, 28. September 2009; 17:29
Allgemein

NLA: Start in die Meisterschaft gegen Aufsteiger smash05 Laufenburg

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels startet in die neue Meisterschaft mit einem Auswärtsspiel gegen die Aargauer aus dem Städtchen Laufenburg am Rhein. Es ist der Heimklub von Andy und Roman Sutter. Hier haben die beiden langjährigen und sehr erfolgreichen Spieler von SEAT Volley Näfels als Junioren das Volleyball-Handwerk erlernt. Und nach hier kehren die Gebrüder Sutter nun auch zurück, um die Mannschaft in der NLA zu verstärken. Allerdings stehen sie gegen ihren Ex-Verein Näfels noch nicht am Start, denn beide sind immer noch als Beach-Volleyballer im mittleren Osten unterwegs.



Abschied der "grossen Vier"

von Sandro Mühlebach (Si) und Rolando K. Küng

Favorit Amriswil (Titelverteidiger), Lausanne (Supercupsieger), Chênois und Näfels erhalten wohl ab sofort und endlich einmal mit Pallavolo Lugano noch einen weiteren starken Widersacher. Die Tessiner haben in Lausanne alle Fachleute verblüfft.

Durch die neue Meisterschaftsformel kann man zu Beginn der Meisterschaft ohnehin noch nicht sagen wer am Ende die Nase vorn haben wird. Sind doch bis zum Schluss noch Transfers möglich und es kann also passieren, dass letztlich diejenige Mannschaft gewinnt, welche im März noch finanzielle Ressourcen hat sich zu verstärken.

Die Wirtschafts-Krise ist auch am Schweizer Volleyball nicht spurlos vorbeigezogen. So vermochte zum Beispiel Münsingen nur dank dem wieder eingesetzten Trainer Marc Gerson (sag niemals nie) und den Beachvolleyballern, die ihre Zwischensaison in der Halle überbrücken wollen, ein Team auf die Beine zu stellen. Auf der anderen Seite konnten die finanziell breiter abgestützten Vereine auch profitieren. "Weil die Klubs überall in Europa mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben, sind viele gute Spieler verhältnismässig günstig auf dem Transfermarkt zu haben", sagt Michel Georgiou, der langjährige Manager und jetzt auch wieder Coach bei Chênois. Die (vier) Spitzenteams sind wohl in etwa wieder gleich stark aber sicher hat sich Lugano verstärken können. Der glatte Sieg gegen Chênois um den 3. Platz beim Supercup hat aufhorchen lassen und wohl noch nie haben sich die Südschweiz so stark bereits zu Saisonbeginn präsentiert.

Wechsel und Rückkehr der MVPs

Die spektakulärsten Transfers tragen allerdings altbekannte Namen. So verlor Chênois seine langjährige tschechische Teamstütze Jaromir Grün (MVP der Saison 2002/2003) an Lausanne. Und mit dem Mexikaner Carlos Guerra, dem Ehemann der Schweizer Beachvolleyballerin Tanja Guerra-Schmocker, stiess eine zweite prägende Figur zu seinen Näfelser Zeiten zu den Waadtländern, welche neu vom Franzosen Frédéric Trouvé trainiert werden.

Gleich zwei Spieler, die in der jüngeren Vergangenheit als "wertvollste Spieler" (MVP) der NLA ausgezeichnet wurden, stehen im Kader von Näfels. Der mexikanische Ausnahmekönner Gustavo Meyer (MVP 2005 und 2006), seit zwei Wochen der Schwager von Carlos Guerra, gibt ein drittes Gastspiel bei den Glarnern. Sein neuer (Spieler-)Trainer Dalibor Polak begeisterte in der Saison 2000/2001 die Volleyball-Fans bei Chênois, nun kehrt er als Näfelser Trainer und Diagonalspieler in die Schweiz zurück.

Die grossen Namen der Konkurrenz hin oder her, als erster Anwärter auf den Meisterpokal steigt Titelträger Amriswil ins Rennen. Die Thurgauer setzen auf Kontinuität und mit Márcio Sinotti steht dort weiterhin der MVP der letzten Saison als nunmehr einzigem Brasilianer im Team. Seine beiden Landsleute Alan Soares und Vitor Faure wurden durch die erfahrenen Jeremy King (Ka) und Patrick Durbin (USA) ersetzt.



SEAT Volley Näfels ist Favorit

Für SEAT Volley Näfels beginnt die Meisterschaft auswärts in Laufenburg. Der Aufsteiger smash05 ist der Stammklub von Andy und Roman Sutter und anders als die andern Beach Nationalspieler welche es Münsingen ermöglichen sich „oben“ zu halten, stehen die beiden Aargauer ab sofort in den Reihen ihres alten Klubs. Trainer Markus Graber dazu: „Unser breites Kader erlaubt es uns auch nach deren Rückkehr in den Sand schon ab Januar wieder ohne sie auszukommen“. Und bezüglich dem Abstiegsgespenst meint er: „Wir planen langfristig und setzen alles daran in der NLA zu verbleiben“. Dabei scheint ihm auch bewusst, dass es in dieser ersten Saison für seine Mannschaft sehr schwierig sein wird in die ersten fünf zu kommen. Am Supercup konnte SEAT Volley Näfels sein Spiel gegen smash05 realtiv locker gewinnen und es ist trotz Heimvorteil der Fricktaler nicht anzunehmen, dass dies am Sonntag anders sein wird.

 

Bild: Mannschaftsfoto von smash05 mit Nr. 4 Roman und Nr. 5 Andy Sutter