NLA: SEAT Volley Näfels Fünfter beim Supercup
Ziel erreicht und rundum zufriedene Gesichter bei Spielern, Trainer und Verantwortlichen von SEAT Volley Näfels nach der sonntagmorgendlichen Frühschicht (das Spiel startete um neun Uhr) und dem klaren 3:0-Sieg über Gastgeber Lausanne UC's zweite Garnitur. Neun volle und zwei kurze Sätze gespielt, geprobt, getestet, gepunktet, gewonnen und auch verloren. Es war das volle Programm, welches Trainer und Mannschaft nun bestimmt noch einiges mehr an Einsichten bringt. Und dabei ist das Resultat wirklich völlig zweitrangig.
Die Formel mit Gruppenspielen auf zwei Gewinnsätze bringt es mit sich, dass man sich keinen Ausrutscher erlauben darf, will man Gruppenerster werden und damit das grosse Finale bestreiten. Da für SEAT Volley Näfels aber ganz klar der Erwerb von weiterer Spielpraxis im Vordergrund stand, liess auch keiner den Kopf hängen als feststand, dass man um den fünften Platz spielen würde.
Aussenangreifer Gustavo Meyer war am Freitagabend spät aus Mexiko, sozusagen in allerletzter Minute, angereist und Tommy Büsser wegen der bevorstehenden Geburt seines zweiten Kindes vielleicht auch nicht 100% fokussiert. Ausserdem war ja die Gruppeneinteilung ein Teller mit wahrlich dicken Fischen mit Schweizer Meister Volley Amriswil und dem ewig hartnäckigen Rivalen von Chênois Genf. Da überraschte es nicht weiter, dass diese beiden Spiele verloren gingen. Lichtblicke gab es in beiden allemal. Da war einmal das Spiel über weite Strecken im zweiten Satz gegen Amriswil welches druckvoll und fast fehlerfrei gehalten werden konnte. Gegen Chênois war es der Startsatz welcher Näfels auch nach Satzball der Genfer auf keinen Fall aus den Händen geben wollte und mit viel Kampf und einem sehr starken Spieler-Trainer Polak in der Verlängerung auch gewann. Etwas weniger gut war der Auftritt in den beiden Tiebreaks. Dasjenige gegen Amriswil ging hoch verloren und das gegen Chênois hätte nach einem 10:7-Vorsprung niemals verloren gehen dürfen. Gerade noch wurde Zurgilgen für seine Annahmen gelobt, als er zwei ganz schlechte produzierte. Die Rhonestädter spürten den Aufwind und buchten gleich vier Punkte in Serie und gleich nach einem eigenen Servicefehler noch einmal drei Zähler hintereinander. Das bedeutete Matchball. Den ersten wehrte Näfels noch ab, aber der zweite war Meyers Servicefehler welcher des Schiedrichters Schlusspfiff bedeutete.
Das Spiel auf drei Gewinnsätze gegen das zweite Team von Lausanne UC bot dann Gelegenheit für Marc Walzer und Michael Brander zu zeigen was sie schon drauf haben. Obwohl noch eher früh für einen Sonntag, zeigten sich nicht nur sie beide, sondern das ganze Team hellwach. Ohne Druck und völlig unbelastet spielte SEAT Volley Näfels diesen Sieg klar und deutlich nach Hause. Man merkte aber doch, dass es jedem von ihnen wichtig war, gegen das Juniorenteam des Gastgebers auf keinen Fall auch nur die geringste Blösse zu geben. Trainer Polak benutzte die Gelegenheit, sein Team von aussen spielen zu sehen. „Ich war noch nie Spielertrainer und bin natürlich auch noch daran, meine Rolle als Spieler und Coach während eines Matches zu finden“, meinte der Tscheche. „Es ist mir klar, dass ich im Moment noch zu sehr nur meinen Part als Spieler im Auge habe“, analysierte sich der 34-jährige selbst. Doch er sei sicher, dass er auch darin schnell Routine bekomme und dann auch im Coaching effektiver Einfluss nehmen könne. Welch grossen Einfluss er im Spiel schon nimmt konnte man gut sehen, er war der regelmässigste Punktelieferant im Näfelser Team. Doch natürlich will hier auch Gustavo Meyer nicht zurückstehen, vorderhand musste sich der Jungverheiratete aber noch mit einer mässigen Leistung zufrieden geben. „Während drei Wochen war ich in Mexiko ausschliesslich mit der Organisation unserer Hochzeit beschäftigt und habe nicht ein einziges Training absolviert“. Manager Gygli zeigte sich nach dem klar gewonnenen fünften Rang zufrieden: „Das Ziel ist erreicht. Wir hatten gegen die starken Teams sehr gute Phasen und heute konnte auch die Jungen zeigen was sie können. Hätten wir gegen Chênois gewonnen, wären sie im Kampf um Bronze wohl eher nicht zum Einsatz gekommen“. So gesehen war es also ein Glücksfall gegen die Genfer verloren zu haben und da es ja heuer auch kein Preisgeld mehr gibt im Supercup, hat der Klub auch finanziell keine Einbusse erlitten. Präsident Görauch zeigte sich verhalten optimistisch und gibt der Mannschaft noch Zeit um sich weiter steigern zu können. Zum Fall Münsingen und ihrem Auftritt am Supercup sagt Görauch: „Das ganze Theater ist unwürdig und wirft ein negatives Licht auf die ganze NLA. Swiss Volley sollte nun ganz genau hinschauen, was in diesem Klub passiert“. In der Tat war der Ex-Näfelser Samuel Büschi als Mittelblocker und Ältester des kleinen Grüppleins aus Münsingen der Delegationsleiter. Ohne Trainer Gerson (weilt in den Ferien) oder Coach und auch ohne sonstige Betreuer des Klubs und nur zu siebt angereist, war von den angekündigten Beach Volleyball Nationalspielern noch weit und breit nichts zu sehen. Wenn man bedenkt, dass das Datum des Supercups seit Jahren fest im Kalender von Swiss Volley steht, ist es sportlich unter aller Kritik, was sich dieser Klub hier erlaubt hat. Bleibt zu hoffen, dass nun sofortige Besserung eintritt und die Mannschaft für die NLA-Spiele auch als solche auftritt.



























































































