NLA-Playoffs: Erzrivale erneut gebodigt - Start geglückt!
SEAT Volley Näfels schlägt Erzrivale Volley Amriswil zum zweiten Mal innert Monatsfrist in überzeugender Manier. Mit den drei Punkten für den Sieg stehen die Näfelser nun bereits auf dem zweiten Tabellenrang. Das Team zeigte erneut eine feine Leistung und lief nie Gefahr, dieses Spiel zu verlieren.
Sieht man vom zweiten Satz ab, in welchem sich die Spieler von Volley Näfels kurzzeitig den Schneid abkaufen liessen, präsentierte sich das ganze Team erneut mit riesigem Siegeswillen und einer konzentrierten Leistung. Erneut war die Polak-Truppe wieder bestens auf ihren Gegner eingestellt und machte sehr vieles richtig oder zumindest besser als das Heimteam aus Amriswil. "Erneut ist es meinen Spielern nicht gelungen, alle meine Anweisungen in taktischer Sicht umzusetzen", stellte ernüchtert Carlos Schwanke, der Amriswil-Trainer, nach dem Spiel fest. Es fragt sich jetzt ob das ein Kommunikationsproblem vom Trainer zu den Spielern ist, oder ob diese ganz einfach (noch) nicht alles so umsetzen können, wie es der Trainer gerne hätte. Aber sogleich machte der Brasilianer auch eine Kampfansage: "Jetzt steht es 2:2 nach Spielen und das nächste (der Cupfinal in Bern) gewinnen wir".
So wie Bedrac am Pass, Tomas und Pulko in der Annahme mit Libero Werner als "Chef hinten", Klapal und Illic in der Mitte und last but not least Dalibor Polak auf Diagonal gestartet sind, müssen sie aber weder Volley Amriswil, noch sonst einen andern Gegner fürchten. Die Positiv-Serie, gestartet nach der Weihnachtspause, mit bisher keiner einzigen Niederlage und keinem Punktverlust mehr, dauert weiterhin an. Mental scheinen die Näfelser Volleyballer nun gefestigt und das Selbstvertrauen ist sichtlich gross. Am besten sieht man es vielleicht bei Passeur Bedrac, welcher jetzt nur so strotzt vor Selbstvertrauen und bestimmt wieder auf dem selben Level spielt, wie letzte Saison in den Finalspielen. So dirigierte er sein Team im ersten Satz Zug um Zug und Punkt um Punkt zur letztlich klaren Führung von 25:20. Dabei kamen ihm auch die meist sehr guten Annahmen entgegen, dank welchen er die ganze Kraft des Näfelser Angriffsmotors voll ausschöpfen konnte. Das Sideout-Spiel klappte problemlos und einige Gegenangriffe und wunderschöne Blockpunkte kamen noch dazu. Einziger Schwachpunkt bisher waren erneut die insgesamt sieben Servicefehler.
Ein Satz zum Vergessen
Die Geschichte des zweiten Satzes ist eigentlich schon nach vier Punkten erzählt. Mit dem Mut der Verzweiflung, etwas musste man ja gegen die überlegenen Näfelser probieren, startete Passeur Marco Bär am Service in diesen Satz. Seine Geschosse brachten ein Ass, einen Service Winner, einen Angriffspunkt durch Tomasik und einen Blockpunkt durch ihn mit Marc Walzer, dem Ex-Näfelser. Damit lagen die Glarner mit 0:4 im Rückstand. Welch ein Fehlstart! Wer jetzt aber glaubte, dass dieser Aussetzer sofort korrigiert werden würde, sah sich getäuscht. Die Amriswiler-Show ging weiter und schon bald stand es 3:11. Dem Heimteam gelang alles und die Näfelser Volleyballer waren komplett von der Rolle. Dann aber, jetzt mit Marco Gygli am Pass, schien sich das Blatt doch noch zu wenden und Näfels kam wieder auf 8:12 heran. Nix da, die Thurgauer zündeten ihren zweiten Turbo und stoben wieder davon. Bei 13:21 nahm Coach Matus Kalny das zweite Näfelser Timeout, wissend, dass jetzt nichts mehr zu holen war, er aber wenigstens seine Spieler schon auf den nächsten Satz wieder positiv polen konnte.
Näfels findet wieder den Tritt
Noch im Herbst hätte man nach einer 16:25-Klatsche Angst um dieses Team haben müssen. Da wäre ein solches Spiel vielleicht gekippt. Nicht aber heute, nach der erfolgreichen Serie wichtiger Spiele alle mit einem Sieg beendet. Sofort fand SEAT Volley Näfels wieder ins Spiel. Es war Bedrac, welcher regeniert von seiner kleinen Schwächephase, das Diktat wieder in die Hände nahm. Bald stand es 10:7. Zlatko Pulko zeigte sich in dieser Phase wieder ganz der, der er in den letzten Spielen auch schon war. Hintereinander buchte der Slowake drei Punkte, ein Ass am Service und zwei im Angriff mit seinen riesen Sprüngen, welche er dank seiner phänomenalen Sprungkraft zu tun pflegt. So entstand ein Vier-Punkte-Vorsprung, welcher sich in der Folge dank gutem Sideout-Spiel auf beiden Seiten unverändert hielt bis zum Stand von 21:17. Ein herrlicher Blockpunkt von Klapal und Bedrac auf Dirceu brach den Ostschweizern endgültig das Genick. Der Rest war nur noch Formsache, respektive erstklassige Blockarbeit von Klapal, welcher hintereinander Gavrilovic und Hofstede mit Einerblocks bediente. Eine Vorentscheidung war gefallen.
Eine Serie ohne Ende?
Rasch zogen jetzt die Näfelser Volleyballer wieder auf 8:5 davon. Aber das wurde jetzt dem wechselweise mit Bär am Pass spielenden Ex-Näfelser Cao Gilman zu bunt. Er kam zum Service und wie so oft packte er eine seiner Serien aus. Dank seinen Geschossen buchte sein Team vier Punkte in Folge und lag plötzlich in Führung. Chef Polak buchte aber den nächsten Punkt und damit war Bomber Cao weg vom Service. Und Meister Näfels liess gleich noch einige Punkte folgen, so dass der Vorsprung wieder beruhigende vier Zähler gross war. Eine Serie von vier Servicefehlern hüben wie drüben zeigte, dass wohl alle Spieler inzwischen etwas müde geworden waren. Mental war jetzt, in dieser entscheidenden Phase, SEAT Volley Näfels aber ganz eindeutig frischer. Und auch der Siegeswille war ungebrochen. So schaukelten die Spieler um Dalibor Polak Satz und Spiel nach Hause zu diesem eminent wichtigen Gewinn der drei Punkte, welche Näfels vorerst auf den zweiten Platz der Tabelle bringen. Eine erstaunliche Serie nimmt seinen Fortgang und man beginnt sich zu fragen, wann und wer diese stoppen kann?
Matchtelegramm
Volley Amriswil vs SEAT Volley Näfels 1:3 (20:25, 25:16, 19:25, 21:25)
Tellenfeld, Amriswil, 04. Februar 2012, 17.00 Uhr
Spieldauer: 99 Minuten - Zuschauer: 350
SEAT Volley Näfels: Bedrac und Gygli (Passeur), Werner (Libero), Brander, Tomas, Pulko, Illic, Klapal, Beeler, Ehrat, Büsser (Captain), Coach: Kalny, Spielertrainer: Dalibor Polak
Volley Amriswil: Bär und Cao Gilman (Passeur), Kroiss (Libero), Ivkovic, Dirceu, Gavrilovic, Tomasik, Walzer, Brühwiler, Schläpfer, Hofstede, Flück. Turanjanin verletzt
Trainer: Carlos Eduardo Schwanke



























































































