Samstag, 25. Februar 2012; 19:49
Allgemein

NLA-Playoff-Quali: SEAT Volley Näfels war nicht da!

Von: Rolando K. Küng

Die Näfelser Volleyballer konnten nicht mehr an die guten Leistungen zu Jahresbeginn anknüpfen und verloren gegen Pallavolo klar. Das Team spielte glanzlos, zeitweise sogar sehr schwach. Die Dragons aus Lugano hingegen zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung und gewannen hochverdient.

 

 

 

Leider beantworteten die Spieler von SEAT Volley Näfels die Frage danach ob ihnen diese erneute Meisterschaftspause gut getan hat sehr schnell. Nach wenigen Minuten stand es 0:9 (!) für Lugano. An einen derartigen Fehlstart kann sich der Schreibende in all den Jahren der Näfelser Volleyballer nicht erinnern. Der Kubanische Passeur Moreno Maikel Salas servierte Näfels' Annahme regelrecht schwindlig. Zuerst auf Pulko und dann nach Positionswechsel auch auf Tomas servierte der Kubaner dermassen effizient, dass er den Punkt entweder direkt machte, oder aber den Näfelsern noch nicht mal ein einigermassen vernünftiger Spielaufbau zu einem Angriff gelang. Zehnmal hintereinander konnte der Ersatz für den verletzten Brasilianer Ricardo Frá servieren, ehe den Glarnern durch einen Angriffsfehler des Ex-Näfelser Sinotti der erste Punkt gelang. Es war zumindest eine kleine Katastrophe die sich da abspielte. Kein einziger Spieler auf Seite von SEAT Volley Näfels schien bereit für den Neustart in dieser Quali-Runde für die Playoff-Finals. Wirklich unverständlich, wie sich die Profis da regelrecht abschlachten liessen. Und es ging auch noch weiter damit! Bei 6:15 kam Passeur Salas erneut zum Service und legte gleich noch einen oben drauf. Diesmal ging die Tortur für Spieler und Zuschauer über neun Services bis zum Angriffsfehler von Hübner, welcher fast über das ganze Spiel der einzige Schweizer war in den Reihen der Luganesi. Mit Müh und Not wurde wenigstens durch Marek Tomas noch der zehnte Punkt erreicht, eher Illic seinen Service ins Netz setzte.

 

Näfels findet kein Mittel

Wahrlich ein Fehlstart par excellence, dieser Startsatz, so schwach wie wohl noch nie einer zuvor. Und Näfels brauchte auch im zweiten wieder sehr lange, bis es durch einen Servicewinner von Illic bei 13:12 das erste Mal im ganzen Spiel in Führung gehen konnte. Zwar spielte die Polak-Truppe jetzt ein bisschen besser, aber immer noch weit unter dem Niveau der letzten Spiele vor der Pause. Jetzt mit Gygli am Pass gelangen wenigstens ab und zu schöne Angriffe. Doch in dieser Phase zeigte Lugano eine wahre Show mit Angriffen über die Mitte durch seinen 2.08m grossen Kubaner Odelvys Dominico. Innert kurzer Zeit wurde er gleich viermal hintereinander mit Masspässen bedient, für welche er sich mit platzierten Angriffsbällen und dem Punkt bei seinem Passeur bedankte. So lag auch in diesem Satz Pallavolo schon bald wieder vorentscheidend vorne. Näfels fand nie das Mittel gegen die Angriffskraft von Sinotti und Trevisan auf Aussen und Kleist auf Diagonal. Es fehlte an präzisen Annahmen, ebenso wie einer effizienten Blockarbeit. Das Spiel lief irgendwie einfach an Volley Näfels vorbei. Da war nichts zu machen.

 

Keine Wende nach dem Pausentee

Ob die grosse Pause die erhoffte Wende bringen konnte? Es sah zu Beginn von Satz drei ganz danach aus. Polak knallte zwei Asse auf den Boden und der Näfelser Druck war jetzt doch um einiges höher. Bald stand es 8:4. Doch dann besann sich Lugano wieder seines so effizienten Spiels von vorher und zog wieder mühelos an den verdutzten Glarnern vorbei. Bei 10:13 nahm Coach Matus Kalny bereits sein zweites Time-out. Und dieses zeigte noch einmal Wirkung, Näfels konnte noch einmal in Führung gehen. Es schien als dass dieser Satz gewonnen und damit das Spiel vielleicht noch in eine andere Richtung gedreht werden konnte. Doch das Team unter Coach Verstappen sah das ganz anders. Mental sehr stark machten sie unter der souveränen Führung von Passeur Salas den Rückstand schnell wieder wett. Und Verstappen war in jedem Time-out präsent und versorgte seine Jungs mit den notwendigen Informationen zur perfekten Umsetzung seiner erstklassigen Planung dieses Spiels. So kam was kommen musste und hätte auch Dalibor Polak den letzten Ball noch erreicht, wäre das Ende in diesem Spiel beim nächsten gekommen.

 

Brauchte es diesen Weckruf?

SEAT Volley Näfels kassiert eine in dieser Klarheit nicht erwartete Niederlage und hat gezeigt, dass die Pause zu lang war und das Team nicht bereit für dieses Spiel. Es soll der Weckruf gewesen sein, den es manchmal, nach acht Siegen in Folge vielleicht einfach braucht, um nachher wieder sein bestes Volleyball zu spielen und dabeizubleiben im Kampf um einen der beiden begehrten Finalplätze.

 

 

Matchtelegramm

SEAT Volley Näfels vs Pallavolo Lugano 0:3 (10:25, 19:25, 22:25)

linth arena sgu, Näfels, 25. Februar 2012, 17.00 Uhr

Spieldauer: 75 Minuten - Zuschauer: 250

SEAT Volley Näfels: Bedrac und Gygli (Passeur), Werner (Libero), Brander, Tomas, Pulko, Illic, Klapal, Büsser (Captain), Ehrat, Beeler verletzt, Spielertrainer: Dalibor Polak

 

Pallavolo Lugano: Salas (Passeur), Poncia (Libero), Kleist, Sinotti, Trevisan, Hübner (Captain), Odelvys; Ajeti, Rolfi, Savic, Mozzana. Trainer: Johan Verstappen

 

Bild: Köbi Hefti - Nicht nur in der Annahme wie hier Fabian Brander, sondern in allen Belangen war Näfels stets den berühmten Zwick zu spät.