Niederlage mit hoffentlich heilender Wirkung
Zwar hat SEAT Volley Näfels das Spitzenspiel gegen den CS Chênois verloren, es bleibt aber sicher die Erkenntnis dass Näfels über weite Strecken sehr gut mithalten konnte. In diesem guten und vor allem spannenden Spiel hätte der Sieg und damit die zwei Punkte auch ebenso gut im Glarnerland bleiben können.
Bild: rkk-Höher gehts nimmer - vier Brasilianer auf 2000 M.ü.M. auf dem Schabell in Elm GL. (von links: Silvio, Trainer Léo, Tchello und Bruno
Gewiss wurde der vierte Satz zum Schluss hoch verloren (17:25) und wenn man das ganze Spiel betrachtet zu hoch. Immer einmal kommt es vor, dass eine Mannschaft einen Durchhänger hat, dumm ist dieser nur, wenn er bei einem Satzverhältnis von 1:2 im vierten Satz auftritt. Bis nach Satzmitte war alles auch in diesem Durchgang ausgeglichen, nachher aber war es wie wenn jemand bei den Näfelser Volleyballern den Stecker herausgezogen hätte. Passeur und Chênois-Captain Bastien Warynski (23) gelang es erneut, mit seinem Service grossen Druck zu machen. Doch dies tat er auch schon vorher, ohne dass dabei die Sutter-Boys derart die Kontrolle verloren hätten. „Es ist ganz einfach passiert, man nimmt als Spieler so etwas nicht sofort wahr“, meinte ein verärgert und frustriert wirkender Näfels-Trainer Léo Carvalho. Der Grat in einer solchen Situation sei halt recht schmal und zwei, drei Eigenfehler gepaart mit dem hohen Druck des gegnerischen Services und dem noch höheren Druck des unbedingt „Gewinnen wollens“ könne ein junges Team wie es Näfels halt noch sei, schon mal zum Absturz bringen.
Auf den Lerneffekt kommt es jetzt an
Aber gerade weil das nun so passiert ist wie es passiert ist, gibt dies doch dem Trainer wieder ausgezeichnete Möglichkeiten mit seinen Spielern alles ganz genau zu analysieren um daraus viel zu lernen. Trainer Carvalho sah schon früh, wie jeder einzelne Athlet nicht seine maximale Leistung brachte und so kann natürlich auch das Kollektiv nicht funktionieren. Auf jeden Fall nicht gut genug um ein Chênois in dieser Verfassung zu schlagen. „Es ist uns gelungen ganz einfach unser Spiel zu spielen um damit Näfels die Fehler machen zu lassen“, meinte ein freudestrahlender Captain Warynski, während er versuchte aus seiner Sicht zu ergründen, warum sie soeben nach Lausanne UC auch SEAT Volley Näfels auswärts schlagen konnten. „Wir haben keine Stars dieses Jahr, sind aber eine verschworene Truppe und natürlich muss man mit uns rechnen im Kampf um den Titel“, analysierte der Passeur weiter. „Er ist jetzt der beste Mann auf seiner Position, welcher in der NLA spielt“, so Michel Georgiou nach dem Spiel über seinen Passeur. Und in der Tat hat der nur 1,85m grosse Passeur einiges zu bieten. Oft liess er den Näfelser Block im Schilf stehen mit seinen blitzschnellen und präzisen Pässen auf die Aussenpositionen wo es ihm der Reihe nach Cuko, Grün und Tomasik mit wuchtigen Angriffen dankten. Sein Gegenüber Ivan Bedrac wurde von seinen Annahmespielern Sutter, Gaft und Werner nicht immer so bedient, wie es sich ein Passeur wünscht. Trotzdem versuchte er immer das Beste aus jeder Annahme zu machen und gepaart mit dem Talent seiner Angreifer, übrigens sehr oft auch über die Mitte, gelangen auch Näfels viele schöne Punkte im Angriff.
Näfels hat bessere Einzelspieler
„Wir haben einen kleinen Vorsprung gegenüber Näfels, nicht im taktisch-technischen Bereich, aber ganz sicher im Kollektiv und im Teamgeist“, meinte Michel Georgiou weiter. Die Einzelspieler des diesjährigen Näfels seien bestimmt ebenso gut oder sogar stärker wie die seinen, aber sie profitierten davon, nun bereits die zweite Saison praktisch mit den selben Leuten zu bestreiten. „Chênois spielt aber jetzt bereits auf seinem besten Niveau und wir haben noch grosses Steigerungspotenzial“, meint dazu Manager Ruedi Gygli. Das liesse eigentlich darauf hoffen, dass sein Team bis zum Rückspiel in Genf in gut einem Monat den Rückstand wett gemacht haben wird. Gygli: „Dritan Cuko macht als Trainer einen sehr guten Job und trägt auch wesentlich zum Teamgeist bei und auch dazu, dass Chênois heute als Mannschaft und ohne Arroganz auftritt“.
Gute Erinnerung an dieses Derby
So erinnert man sich bei diesem Derby zwischen den beiden langjährigen Erzrivalen an ein sehr gutes und enges Spiel, welches jeden der Anwesenden bestimmt dazu animiert, noch mehr sehen zu wollen von diesem SEAT Volley Näfels. Es bleibt nicht wie oft in früheren Jahren der schale Geschmak überhaupt nichts ausrichten zu können gegen ein übermächtiges Chênois welches seine Spieler mit viel Geld zusammengekauft und ohne Herz dafür mit unsäglicher Arroganz auftreten liess. So wie gegen dieses Chênois von gestern macht ein Volleyballspiel auch Spass, selbst wenn SEAT Volley Näfels auch noch verlieren sollte. Das Gefühl sagt einem einfach, dass es mit diesem Team noch steil aufwärts gehen wird.



























































































